Petition erhält viel Zuspruch online

Sardinenbüchse Klassenzimmer: Schüler fordern härtere Corona-Maßnahmen

Das Tragen einer Maske ist zwar freiwillig im Verdener Domgymnasium, die meisten halten sich aber daran.
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Das Tragen einer Maske ist zwar freiwillig im Verdener Domgymnasium, die meisten halten sich aber daran. (Symbolbild)

Verden – Unverantwortlich, nicht nachvollziehbar, leichtsinnig, gefährlich: Mit diesen Worten beschreiben Schüler, Eltern, Angehörige und auch Lehrer die aktuellen Umstände, unter denen Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Verdener Bildungseinrichtungen derzeit am Unterricht teilnehmen müssen.

Denn trotz der täglich stark steigenden Coronavirus-Infektionszahlen und der immer höher werdenden Sieben-Tage-Inzidenz müssen alle Schülerinnen und Schüler zum täglichen Unterricht im Klassenzimmer erscheinen – gleichzeitig. Ihrem Ärger darüber und ihrem Unmut gegenüber den aktuellen Hygienemaßnahmen machen sie nun seit Mittwoch in einer Online-Petition über das Portal „openPetition“ Luft.

Sardinenbüchse Klassenzimmer: Schüler fordern strengere Coronavirus-Maßnahmen

Erstellt wurde die von Lennart Jesse Lenz, der in dem beigefügten Begründungsschreiben für alle Schüler und Schülerinnen des Landkreises Verden spricht: „Es ist aus unserer Sicht absolut unverantwortlich, dass wir trotz eines Inzidenzwerts von inzwischen konstant über 100 im Landkreis, in vollen Klassen beziehungsweise Kursen in den kleinen Räumen sitzen müssen. Wir haben große Angst, uns in der Schule zu infizieren und so uns und unsere Familien zu gefährden“, heißt es in dem Schreiben. Ebenfalls wird die große Sorge angesprochen, die viele Schüler vor den noch unbekannten Spätfolgen haben, die eine Infektion mit dem Coronavirus nach sich ziehen kann. „Nach und nach werden Gastronomien geschlossen und Kontaktbeschränkungen erlassen, aber wir Schüler und auch die Lehrer sitzen täglich mit meist über 20 Menschen ohne Abstand in einem kleinen Raum“, heißt es weiter.

Durchlüften ist angesagt: Alle 20 Minuten sollen Türen und Fenster des Klassenraumes geöffnet werden. Da das bei kühleren Temperaturen schonmal etwas frisch werden kann, wird den Schülern empfohlen, sich dick anzuziehen. (Symbolbild)

Die Petition richtet sich an den Landrat Peter Bohlmann, alle Schulleitungen sowie das Gesundheitsamt mit der Bitte, möglichst schnell eine Lösung zu finden, welche über die bisherigen Maßnahmen hinaus geht. Aktuell seien zwei Corona-Maßnahmen auf Empfehlung von Bohlmann hin eingeführt worden: das regelmäßige, fünf Minuten lange Durchlüften der Klassenräume, sowie das Auslassen des Sportunterrichtes bis auf Weiteres.

In der Petition, die mittlerweile 665 Unterschriften und 213 Kommentare zählt (Stand Donnerstag, 29. Oktober, 17.10 Uhr), wird vorgeschlagen, beispielsweise eine Vormittags/Nachmittags-Regelung einzuführen, oder zur Wochenregelung zurückzukehren. „Mit diesen Forderungen halten wir uns klar an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, die ab einem Inzidenzwert von 50 eine erneute Teilung der Schüler in kleinere Lerngruppen, also einen Übergang in Szenario B, empfehlen“, so die Petition.

Die Schüler wünschen sich, dass das Lernen von Zuhause aus wieder eingeführt wird. (Symbolbild)

Dr. Dorothea Blume, Schulleiterin des Domgymnasiums, hält diese Forderungen für nicht zielführend. „Ich habe Angst, dass wir zu viele schwache Schüler verlieren“, so Blume auf Nachfrage. „Bei uns funktioniert der Präsenzunterricht. Wir haben eine freiwillige Maskenpflicht im Klassenraum, an die sich im Grunde alle halten, und lüften regelmäßig.“ Auf das von den Schülern gewünschte Szenario B bereite man sich zwar vor, „aber das kann im Endeffekt nur das Gesundheitsamt anordnen“. Blume wisse, dass sich gerade viele Schüler der Oberstufe darüber freuen würden, hofft aber selbst, „dass wir noch eine ganze Weile beim Präsenzunterricht bleiben. Sie werde die Petition nicht unterschreiben.

Online-Petition: Schüler wünschen sich, dass das Lernen von Zuhause aus wieder eingeführt wird

„Die Sorge der Schüler ist begründet. Gerade in unseren Räumlichkeiten ist es trotz Einbahnstraßen sehr schwierig wirklich den Mindestabstand einzuhalten, wenn alle da sind“, schildert Petra Sehrt, Leiterin des Gymnasiums am Wall. Als Schulleiterin stehe sie zwar zwischen allen Stühlen, würde aber die von den Schülern gestartete Petition unterschreiben. „Das Szenario B hat schon funktioniert, und das könnte es wieder, wenn man den Versuch wagt.“

Link zur Petition: www.openpetition.de/petition/online/forderungen-nach-strengeren-massnahmen-in-schulen-im-lk-verden#petition-main

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