Sanierung statt Pleite

Projekt an der Ostertorstraße: Unternehmer Flügge stellt Antrag auf Insolvenzverfahren

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Im Erdgeschoss des Neubaus soll Gastronomie untergebracht werden.

Verden - Durchaus ambitioniert und mit vielen Ideen war Unternehmer Carsten Flügge an der Ostertorstraße in Verden in das Projekt eines Wohn- und Geschäftshaus gestartet. Bis zuletzt war er bemüht, im Erdgeschoss gehobene Gastronomie unterzubringen. Nun hat der Geschäftsmann und Inhaber der CF Investment GmbH, mit Sitz in Weyhe, Antrag auf Insolvenzverfahren gestellt. Die Geschäfte des Unternehmens führt bis auf Weiteres der Verdener Insolvenzverwalter Dr. Christian Willmer. „Vorrangige Aufgabe ist es, das Gebäude komplett fertigzustellen“, so Willmer im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Willmer selbst ist derzeit dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. „Die Situation ist komplex, alle Beteiligten sitzen an einen Tisch.“ Die Beteiligten, das ist vor allem auf der einen Seite Carsten Flügge sowie auf der anderen Seite die Volksbank Verden, die als potenter Geldgeber gleich vis-à-vis residiert. 

Weiteres Geld sei notwendig, um die restlichen sieben der insgesamt 15 Wohnungen fertig auszubauen und auf den Markt zu bringen, sagt Willmer. Das gelte auch für den Gastrobereich im Erdgeschoss sowie für die Tiefgarage, die über eine Zufahrt vom Sandberg zu erreichen ist. Das Tor ist bislang geschlossen, die Stellplätze sind nicht nutzbar.

Sechs Millionen Euro für Umsetzung veranschlagt

Fast vier Jahre ist es her, als Flügge das Gelände im Stadtkern erwarb und mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit ging. Insgesamt sechs Millionen Euro hatte er damals für die Umsetzung des Projektes veranschlagt. Drei alte Gebäude, darunter das ehemalige Café Engelhardt, mussten für den großzügigen Bau weichen. Nach dem Abriss rückten die Archäologen an, führten umfangreiche Grabungsarbeiten durch.

Das Projekt in der Ostertorstraße, gegenüber der Volksbank, soll, auch um die Insolvenz abzuwenden, fertiggestellt werden.

Im Anschluss waren dann aufwendigen Baggerarbeiten – unter anderem für den Bau der Tiefgarage – notwendig. Im Zuge der Maßnahme musste die Ostertorstraße umfangreich abgestützt und zudem nachträglich benachbarte Grundstücke mit Beton unterfüttert werden. Arbeiten, die den Bauherrn auch terminlich unter Druck setzten. Das gehöre aber zum Geschäft, so Flügge damals. Er zeigte sich in Gesprächen stets optimistisch, das Projekt wuppen zu können. „Ich bau’ das Ding“, betonte er damals gegenüber unserer Zeitung.

Flügge nennt viele Verzögerungen 

Flügge drückte aufs Gas, dennoch gab es weitere Verzögerungen. Der Logistiker nannte eine Vielzahl von Gründen, darunter den Wechsel des Architekturbüros. Der Verkauf der 15 hochwertigen Wohnungen, Gesamtfläche rund 1600 Quadratmeter, ließ sich im Vorfeld dennoch gut an. Richtfest wurde im November 2017 gefeiert, die ersten Eigentümer oder auch Mieter zogen ein.

Im Erdgeschoss gibt es seit knapp einem Jahr einen Frisörsalon. Derweil mussten und müssen im laufenden Betrieb noch weitere Arbeiten ausgeführt werden. Die Tiefgarage erweist sich dabei als echte Herausforderung. Was aus der geplanten Gastronomie wird, die neben dem Frisörsalon den Großteil der unteren Etage mit fast 140 Quadratmetern des Gebäudes einnimmt, ist noch ungewiss.

Sanierender Insolvenzverwalter statt Abwickler

Soweit denkt Willmer allerdings noch nicht. „Wir machen einen Schritt nach dem anderen“, blickt er dennoch in die Zukunft. Dabei versteht er sich in diesem Fall nicht als Abwickler, sondern als sanierenden Insolvenzverwalter. „Ich gucke genau auf die Zahlen, um zu sehen, was machbar ist. Mein Ziel ist die Sanierung des Unternehmens durch Fertigstellung des Objektes“, betont er. Ob sich die Idee umsetzen lässt? „Das wissen wir im Februar, noch befinden wir uns in einem Zwischenschritt“, so Willmer.

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