Ausbaggern Herbst 2020

Sanierung des Ententeichs

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Aufgrund der großen Oberfläche des Regenrückhaltebeckens ist die Verdunstungsrate sehr hoch. 

Die Anwohner der Halsestraße sind sauer: Anders als ursprünglich zugesagt, wurde das Dauelser Regenrückhaltebecken dieses Jahr nicht ausgebaggert. Die Ortsbürgermeisterin Jutta Sodys und Christian Mattke von der Stadt Verden erklären wieso und wie es mit dem Ententeich nun weitergehen soll.

Verden-Dauelsen – „Ich kann die Unzufriedenheit der Anwohner nachvollziehen. Wir sind da seit Jahren hinterher, dass etwas gemacht wird“, stellt Jutta Sodys auf Anfrage dieser Zeitung klar. Zusammen mit ihrer Stellvertreterin Sabine Patzer-Janßen traf sie sich Ende September mit einigen Anliegern der Halsestraße am Ententeich. Diese hatten ein Treffen aufgrund des desolaten Zustandes des Biotops einberufen. Vor Ort bemängelten sie laut Detlef Schieferstein, der ebenfalls an dem Termin teilnahm, unter anderem den extrem niedrigen Wasserstand, die zunehmende Verlandung und Zuwucherung des Teiches sowie die extreme Geruchsbelästigung aufgrund von Fischsterben im Sommer. Dass es immer weniger Leben im Regenrückhaltebecken gebe, werde durch das Ausbleiben des Reihers und zweier Schildkröten belegt, die in dem Ententeich zeitweilig eine Heimat gefunden hatten.

„Wir hätten uns gefreut, wenn der Ententeich in diesem Jahr ausgebaggert worden wäre“, so Sodys. Wegen der umfangreichen Vorleistungen und Messungen, die derzeit noch durchgeführt werden, sei das aber schlicht nicht möglich gewesen. Auf der letzten Sitzung des Ortsrates Dauelsen vom 11. September erläuterte Christian Mattke von der Stadt Verden in einer Mitteilung der Verwaltung weitere Gründe: „Die Ertüchtigung des Regenbeckens erfolgt in enger Abstimmung und im Einvernehmen mit der Unteren Wasser- sowie Naturschutzbehörde. Hierzu haben erste Abstimmungen bereits stattgefunden, weitere sind jedoch erforderlich“, so Mattke im Gespräch. Um den Eingriff in das Biotop möglichst gering zu halten und jederzeit auf die naturschutzrechtlichen Belange zu achten, müsse auch noch ein Arbeitskonzept erstellt werden. „Das übernimmt dann ein dementsprechend qualifiziertes Ingenieurbüro. Die Ausschreibung läuft aktuell“, erklärt Mattke.

Die Namensgeber des Ententeichs seien trotz des Bürgerengagements immer seltener in und am Teich zu sehen.

Auf Empfehlung der Unteren Naturschutzbehörde und des Landkreises wird das Regenrückhaltebecken voraussichtlich im Frühherbst des nächsten Jahres saniert. „Grundsätzlich ist eine grundhafte Beräumung des Beckens sowie des zugehörigen Sandfangbauwerks geplant“, so Mattke. Zunächst müsse dafür der Pflanzenbewuchs im Bereich des Wasserspiegels mechanisch mit einem Kettenbagger beräumt werden. Anschließend werden mit einem Nassbagger die Sedimente gefördert, mittels einer mobilen Zentrifuge entwässert und die verbliebenen Feststoffe fachgerecht und nach Vorgabe der LAGA-Klassifikation entsorgt. Im Rahmen dieser baulichen Maßnahmen sollen auch die unmittelbar an das Becken grenzenden Bäume – insbesondere die Weiden – zurückgeschnitten werden.

Auch das Schild stellt klar: hier ist ein Regenrückhaltebecken. 

Den Vorwurf der Anwohner, dass der niedrige Wasserstand des Ententeichs mit dem Trockenfallen der Halse in Zusammenhang stehe, weist Mattke klar zurück. „Das ist technisch falsch. Der Teich ist ein Bauwerk der Stadtentwässerung und eben als Regenrückhaltebecken angelegt worden. Die Halse fließt daran vorbei. Gespeist wird es durch das Regenwasser.“ Davon sei dementsprechend auch der Wasserstand abhängig. Es sei zwar schön, dass viele Tiere dort leben, aber das entspreche rein technisch nicht dem ursprünglichen Sinn und Zweck des Bauwerks.

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