Günstiges Raumangebot

Landkreis kauft den Verdener Hof

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„Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge“: Michael Bruns präsentiert den Neuerwerb des Landkreises. Der Betrieb des Verdener Hofs endet am 30. November.

Verden - „Wir sind handelseinig“, bestätigte Landrat Peter Bohlmann. Der Landkreis kauft den Verdener Hof, um Flüchtlinge unterbringen zu können. Der bisherige Hotel- und Restaurantbetrieb nahe der Verdener Innenstadt soll Teil eines Netzes von fünf bis sechs Sammelunterkünften im gesamten Kreisgebiet für 200 bis 250 Asylbewerber werden.

Als Bohlmann am Dienstag zur Pressekonferenz geladen hatte, um das abgewandelte Konzept für die Unterbringung von Flüchtlingen vorzustellen, war der Ankauf noch nicht spruchreif gewesen. Und dann ging alles ganz schnell: Der Landkreis erwirbt die stadtnah gelegene Immobilie für 450.000 Euro, berichtet Bohlmann. Das Geld stammt aus dem eigens für einen solchen Fall eingerichteten 500.000 Euro-Topf, den der Kreistag im April abgesegnet hat. Nachdem der Kreisausschuss den Etat am Montag noch um 200.000 Euro aufgestockt hatte, bleiben dem Landrat noch 250.000 Euro für weitere Immobilien. Verhandlungen würden geführt, bestätigte Bohlmann.

Mit dem Pfadfinderheim in der Gemeinde Kirchlinteln und der DRK-Einrichtung in Clüverswerder stehen mit dem Verdener Hof schon drei Standorte fest. „Die räumlichen Gegebenheiten im Verdener Hof sind sehr günstig“, ist Bohlmann vom neuen Kreis-Eigentum überzeugt. Elf Zimmer und die Wohnung der Inhaberfamilie Rohmeyer-Laas, Restaurantküche und Speiseräume sowie Clubzimmer: „30 Personen könnte das Haus ohne weiteres aufnehmen“, sagt Michael Bruns von Cordes & Bruns Immobilien. Je nachdem, wie man die Räume weiter entwickelt, sei auch mehr möglich.

Der Makler hatte mit dem Betreiberpaar zum Pressetermin geladen und den Verkauf öffentlich gemacht. „750 Quadratmeter Nutz- und Wohnfläche“, bilanzierte Mike Rohmeyer-Laas. Mit seiner Frau Susanne Laas und fünf Mitarbeitern hat er das Haus, das er von den Eltern übernommen hat, mittlerweile fast zehn Jahre betrieben. Auch wenn der Erwerb durch den Kreis noch ganz frisch ist, sei der Entschluss des Betriebswirts und der Hotelfachfrau an seiner Seite, sich anders zu orientieren, schon einige Monate alt. Die Aussicht, mit Sieben-Tage-Wochen und 14-Stunden-Tagen weiter machen zu müssen, hatte ihre Entscheidung bestärkt.

Michael Bruns sieht jetzt, nach den Gesprächen mit dem Landkreis, in dem etwa 100 Jahre alten Gebäude eine Erstaufnahme-Einrichtung für die ankommenden Flüchtlinge entstehen. Übergabe soll zum Jahreswechsel sein.

„Unser Betrieb endet am 30. November“, stellt Mike Rohmeyer-Laas klar. Davon seien die Mitarbeiter auch in Kenntnis gesetzt worden. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels auch in der Gastronomie hofft er, dass sie bis dahin neue Jobs gefunden haben. Auch Familie Rohmeyer-Laas geht die Neuausrichtung mit viel Optimismus an.

kle

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