Zuprosten und Böllern mit Beschränkungen: Corona-Pandemie erfordert Zurückhaltung

Ruhige Silvesternacht in der Altstadt

Ausgelassen Silvester feiern und lautstark mit Böllern das Neue Jahr begrüßen. Diesmal muss der Jahreswechsel in Verden ruhiger und mit Augenmaß begangen werden.

Nicht das Feuerwerk, sondern die Menschenansammlungen sollen eingedämmt werden.

Verden – Funkensprühende Fontänen, explodierende Kanonenschläge und Raketen, die leuchtende Muster in den Himmel malen, alles, womit wir sonst das neue Jahr begrüßen, wird diesmal wohl weniger lautstark und farbenprächtig die Silvesternacht prägen. Das zweite Jahr bereits sorgt die Corona-Pandemie für Zurückhaltung bei dieser Tradition.

Viel Pyrotechnik kann ja gar nicht mehr auf Dachböden oder in Kellern schlummern. Wer die Krachmacher dennoch zünden will, hat es in diesem Jahr schwer, nachdem sie aus dem Verkauf genommen wurden. Über Hinweise auf nicht ganz legale Einfuhren von sogenannten „Polenböllern“ oder anderer nicht zugelassener Pyrotechnik konnte die Polizei aber keine Angaben machen.

Feuerwerk auf dem Grundstück oder direkt davor an der Straße

Wiedergefundene Schätze aus vergangenen Neujahrsnächten abzubrennen, ist jedenfalls nicht verboten, und so können Raketen vom eigenen Grundstück oder vom Bordstein davor abheben. Nur mit Böllern und Fontänen loszuziehen, um sie irgendwo in der Stadt zu zünden, ist ein Vergnügen, das sich bei diesem Jahreswechsel verbietet. Von Feuerwerk, das nicht die in der Republik nötigen Prüfsiegel hat, rät der Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung im Verdener Rathaus, Philipp Rohlfing, aber ab. Da sei noch mehr Vorsicht geboten, als bei der amtlich zugelassenen Pyrotechnik ohnehin schon.

Menschenansammlungen vermeiden

Eigentlich geht es ja auch gar nicht darum, das Spektakel am Himmel und in der Nachbarschaft zu verhindern. „Mit dieser Regelung kommt der Landkreis der in der niedersächsischen Corona-Verordnung verankerten Verpflichtung nach, Bereiche auszuweisen, in denen keine Feuerwerke abgebrannt werden dürfen.“ So erklärt Berit Härthe, Leiterin des Verwaltungsdienstes Corona im Gesundheitsamt die Allgemeinverfügung, mit der der Landkreis die Regeln für den Jahreswechsel festgelegt hat. Ziel sei nicht, Feuerwerke zu verbieten, sondern unnötige Kontakte zum Jahreswechsel in Form größerer Ansammlungen und möglicherweise alkoholisierter Gruppen zu vermeiden, die zu Neuansteckungen mit dem Coronavirus führen könnten, so Härthe. Ein Zuprosten und Austauschen von Neujahrswünschen könne auch mit sicherem Abstand erfolgen.

Mit Abstand und Maske

Auch Philipp Rohlfing appelliert an die Silvester-Feiernden, die Abstände untereinander einzuhalten und die Maskenpflicht zu berücksichtigen. Die Leiterin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Antje Schlichtmann, ist sich sicher: „Wie auch im vergangenen Jahr werden die meisten Menschen sich an die geltenden Regeln halten. Wir bitten die Bevölkerung, die Vorgaben zu berücksichtigen, um maßgeblich zur Eindämmung der Pandemie beizutragen.“

Auch schon vor Corona und Allgemeinverfügung sei es nicht erlaubt gewesen, die Pyrotechnik in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden zu zünden, machte Rohlfing deutlich. Das schränke die Möglichkeiten in der Verdener Altstadt zwischen Johannisheim und Dom schon deutlich ein. Der Ordnungsamtsleiter bittet auch darauf zu achten, dass nicht historische Gebäude, womöglich noch mit altem Fachwerk, zum Ziel von Pyrotechnik werden. „Allgemein geht man von einem Sicherheitsabstand von 200 Metern aus“, sagt er.

Polizei auf erhöhtes Einsatzgeschehen eingestellt

Die Polizei jedenfalls legt ihren Schwerpunkt für die Silvesternacht auf die Einhaltung der Corona-Vorsichtsmaßnahmen. Darüber hinaus werde die Polizei in diesem Jahr das Feuerwerksverbot besonders im Blick haben. „Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz hat sich auf die bevorstehende Silvesternacht vorbereitet und die Kräfte in den einzelnen Dienststellen erhöht“, berichtet Imke Burhop. Erfahrungsgemäß könne es zum Jahreswechsel zu einem erhöhten Einsatzgeschehen kommen. „Sofern die Einsatzlage dies notwendig erscheinen lässt, können zusätzlich Kräfte aus einem eigenen Polizeieinsatz im Landkreis Osterholz auch im Landkreis Verden zum Einsatz kommen.“

Von Ronald Klee

Rubriklistenbild: © Archiv

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