Ruhestand für die „Allzweckwaffe“

Verdener Aller-Zeitung verabschiedet sich von Vertriebsinspektorin Monika Steinke

Nach 44 Jahren im Dienst der Mediengruppe Kreiszeitung geht Monika Steinke in den Ruhestand. Eine große Feier war nicht drin. Kollegen und Vorgesetzte nutzten aber die Chance, Tschüs zu sagen. V.l.: Melanie Marquardt, Gabriele Jolov, Sabine Brauer, Monique Bunge, Yvonne Wendorff, Monika Steinke, Steffen Hammer und Lars True.
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Nach 44 Jahren im Dienst der Mediengruppe Kreiszeitung geht Monika Steinke in den Ruhestand. Eine große Feier war nicht drin. Kollegen und Vorgesetzte nutzten aber die Chance, Tschüs zu sagen. V.l.: Melanie Marquardt, Gabriele Jolov, Sabine Brauer, Monique Bunge, Yvonne Wendorff, Monika Steinke, Steffen Hammer und Lars True.

Als Mitarbeiterin der Anzeigenabteilung begann Monika Steinke am 1. April 1977 bei der Verdener Aller-Zeitung. Als Vertriebsinspektorin geht es für die Wahl-Morsumerin jetzt in den Ruhestand.

Verden – Lars True muss kurz nachrechnen – und ist dann zu Recht beeindruckt. „44 Jahre Kreiszeitung“, sagt der Gesamtvertriebsleiter der Mediengruppe anerkennend zu Monika Steinke, die nach eben dieser Anzahl von Jahren und Jahrzehnten in Diensten der Verdener Aller-Zeitung mit dem 1. April ihr Rentnerinnen-Dasein genießen darf.

Eingeschränkt natürlich. Denn die Pandemie erlaubt weder eine große Abschiedsfeier noch das Ausüben der geliebten Hobbys. Statt nach Singapur, Las Vegas und San Francisco nun weitere Traumziele wie Mexiko und die Südstaaten der USA anzusteuern, wird sich der Aktionsradius von Monika Steinke beschränken auf die Wahlheimat Morsum bei Spaziergängen mit Hund Loki.

Auch das Erlernen des Saxofonspiels, das Steinke vor zwei Jahren mit Blick auf den nahenden Ruhestand startete, liegt derzeit auf Eis. Und die Übernahme eines Ehrenamtes steckt noch in der Planung.

Kontakte zu den Zustellern werden ihr fehlen

Für die knapp 64-Jährige steht darum jetzt schon fest, was ihr im Ruhestand als erstes fehlen wird: die sozialen Kontakte. Zu den Kollegen, mit denen sie gerne auch mal beim Kaffee klönte oder auf Kohltour ging. Vor allem aber zu den vielen Zustellern, die dafür sorgen, dass Zeitungen und Anzeigenblätter die Haushalte erreichen. „Das werde ich auf jeden Fall vermissen“, sagt Steinke mit Bestimmtheit.

Geboren und aufgewachsen in Verden, absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei Baufertigteile Verden. Dort blieb sie nach Abschluss der Lehre allerdings nur ein Jahr. Am 1. April 1977 trat sie eine Stelle in der Anzeigenabteilung der Verdener Aller-Zeitung an, „als Mitarbeiterin/Sachbearbeiterin für das Verlagsbüro Verden“, wie es in der Personalakte notiert ist. „Aufgaben: alle vorkommenden Aufgaben in der Anzeigenabteilung“.

Flexibilität war also erforderlich. Aber die besitzt Monika Steinke und lebt sie auch gerne aus.

Nach Familienpause überall im Einsatz

Beispielsweise, als die dreifache Mutter nach der Familienpause zunächst als Aushilfe wieder bei der Kreiszeitung startete – und als solche wie eine „Allzweckwaffe“ ganz schön herumkam. Im Haupthaus in Syke gab sie unter anderem die Daten des Amtsblattes in den Computer ein und sprang in der Buchhaltung ein. In Verden vertrat sie die Redaktionssekretärin, in Achim war sie wiederum für die Anzeigen von Privatkunden zuständig.

1997 schließlich wechselte Monika Steinke in den Vertrieb, war als Inspektorin fortan gemeinsam mit Werner Levecke zuständig für die Zustellung der Verdener Aller-Zeitung, später dann für das Austragen von Wochen- und Sonntags-Tipp. Es war der viel zitierte Sprung ins kalte Wasser. „Ich hatte überhaupt keine Ahnung“, gibt sie lachend zu. Den Beruf habe sie quasi neu erlernt. Nach zwei Wochen sei sie dann kurz davor gewesen, die Flinte ins Korn zu werfen, räumt sie ein. Aber sie ist dabei geblieben – und hat die Tätigkeit gerade wegen ihrer Unwägbarkeiten zu schätzen gelernt.

 Für mich waren sie immer eine ganz angenehme Kollegin.

Gesamtvertriebsleiter Lars True

Feierabend zu machen mit dem Gedanken, dass alles läuft, um dann am nächsten Morgen festzustellen, dass Touren ausgefallen sind und ganze Straßenzüge noch keine Zeitung erhalten haben? Monika Steinkes Augen blitzen. „Das war mein Ding“, sagt sie, „dass jeder Tag komplett anders war.“

„Sie haben erst Ruhe gegeben, wenn alles fertig war“, lobt denn auch Lars True den Einsatz von Monika Steinke, der durchaus mal über die regulären Arbeitszeiten hinausging. „Sehr kommunikativ, sehr gewissenhaft, fast preußisch in ihrer Arbeit für den Verlag“, fasst True die Eigenschaften der scheidenden Vertriebsinspektorin zusammen. „Für mich waren sie immer eine ganz angenehme Kollegin.“

Und Steinke erwidert lächelnd: „Ich habe mich immer wohlgefühlt. – Sonst hätte ich auch nicht so lange durchgehalten.“

Von Katrin Preuss

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