1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Verden

Grundschule in Hönisch: Rückkehr einer alten Idee

Erstellt:

Von: Markus Wienken

Kommentare

Die ehemalige Grundschule in Hönisch.
Die ehemalige Grundschule in Hönisch wurde mit der Gebietsreform geschlossen. Lange Jahre war das Gebäude eine Kita, heute trifft sich dort die Dorfgemeinschaft. Käme die Grundschule in den Ort zurück, müsste an anderer Stelle neu gebaut werden. © Markus Wienken

Eine eigene Grundschule in Hönisch? Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sagt „Ja“, will dafür am Dienstag im Stadtrat einen ersten Schritt machen. Ob die anderen Fraktionen mitgehen?

Verden-Hönisch – Es wird gebaut im und um das Dorf, junge Familien mit Kindern ziehen ein. Braucht die Ortschaft Hönisch jetzt eine eigene Grundschule? Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sagt „Ja“, will dafür heute im Stadtrat einen ersten Schritt machen und einen entsprechenden Antrag einbringen. „Der Bedarf ist aus unserer Sicht gegeben“, formuliert Bärbel Rater, zuständig für den Bereich Bildung in der grünen Fraktion und Mitglied im Schulausschuss.

Grundschule in Hönisch? Für Diskussionsstoff ist gesorgt

Rater liefert vorab schon mal Diskussionsstoff: „Durch die Ausweisung von Baugebieten und durch Erweiterung im Altbaubestand ist in kürzester Zeit in Hönisch ein neues Stadtquartier entstanden. Ebenfalls gibt es in Hutbergen und Döhlbergen-Rieda einen großen Zuzug junger Familien mit kleinen Kindern“, steht in dem Antrag, der der Redaktion vorliegt. Und, so heißt es angesichts der jüngsten Entwicklungen weiter: „Es ist davon auszugehen, dass dazu in der Stadt Verden der Bedarf an Schulplätzen durch Kriegsflüchtlinge mit minderjährigen Kindern steigen wird“, so Rater. Belastbare Zahlen gebe es zwar noch nicht: „Nach einer Prognose der N-Bank, einer Datenquelle, auf die sich auch das Wohnraumversorgungskonzept bezieht, ist im Landkreis und in der Stadt Verden aber weiter von einem Zuwachs von Grundschulkindern auszugehen“, so Stadtratsmitglied Dr. Werner Reichmann (Grüne).

Stadt Verden und Ortsräte zunächst in einen Dialog treten

Geht es nach den Grünen, sollen Stadt Verden und Ortsräte zunächst in einen Dialog treten. „Dann brauchen wir außerdem eine fachbereichsübergreifende Prüfung auf Realisierung eines Neubaus, sodass belastbare Daten hinsichtlich des Bedarfs und pädagogischer Erfordernisse sowie der Kosten ermittelt werden können“, so Rater. Zu klären sei ferner, was im Rahmen von Verdens Stadtentwicklungskonzept (ISEK) westlich der Aller möglicherweise umsetzbar sei.

Verden-Hönisch: Den Grundschulkindern eine Schule vor Ort bauen

Eine Kita mit Krippe gibt es bereits in Hönisch, die Grundschulkinder besuchen dagegen die GS am Sachsenhain in Dauelsen und werden mit Bussen und Eltern-Taxis hin- und zurückbefördert. Man solle sich generell wieder mehr am Motto „kurze Wege für kurze Beine“ orientieren und den Grundschulkindern eine Schule vor Ort bauen, was gleichzeitig einen Beitrag zur Verkehrsentlastung und zum Klimaschutz darstelle, mahnt Rater. Ein Neubau könnte zu einer Entlastung der Bundesstraße 215 führen, verweisen die Grüne auf einen möglichen Nebeneffekt. Auch das sei im Rahmen des Prüfauftrages abzuklären. „Wir wollen, dass dafür Mittel im Haushalt eingestellt werden“, fordert die Grünen-Fraktion.

Verden: Zurückhaltend bis abwartend sind bislang die Reaktionen in den anderen Fraktionen

Ob es soweit kommt? Zurückhaltend bis abwartend sind bislang die Reaktionen in den anderen Fraktionen. SPD-Chef Carsten Hauschild kennt zwar den Antrag, will jedoch die anstehende Diskussion und Gespräche in seiner Fraktion abwarten. Hauschild machte aber auch deutlich: „Räumlich kann ich mir eine Schule in Hönisch nur schwer vorstellen. Ein Grundstück dafür sehe ich nicht.“ Der Fraktionsvorsitzende verwies zudem auf die Grundschule am Sachsenhain, wo auch mit Blick auf die Schülerzahlen in Hönisch erst kürzlich aufgestockt worden sei. „Ich warne vor einem Schnellschuss“, sagte der SPD-Chef.

Immer wieder Platzprobleme in der benachbarten Grundschule in Dauelsen

Verschiedenen Denkmodellen zeigt sich Jens Richter durchaus aufgeschlossen, zumal der CDU-Fraktionschef die Platzprobleme in Dauelsen aus eigener Erfahrung kennt. „Ohne belastbare Zahlen eine zuverlässige Aussage zu treffen, fällt mir allerdings schwer“, sagt Richter. Fakt sei, dass das Potenzial in Dauelsen ausgeschöpft sei. „Mehr geht da nicht“, betont Richter. Einer Suche nach mehr Schulraum, wenn denn notwendig, werde sich seine Fraktion sicherlich nicht verschließen.

Den Blick in die Glaskugel warf Henning Wittboldt-Müller (FDP). In Döhlbergen zu Hause, ließe sich mit einer Schule im Nachbarort Hönisch sicherlich punkten. „Weil es so schön wäre, aus Nostalgiegründen könnte ich durchaus schwach werden und die alte Ortsschule wieder neu beleben“, sagte Wittboldt-Müller. „Doch was ist, wenn angesichts des demografischen Wandels in 30, 40 Jahren die Gebäude leer stehen?“ Ein Türchen für das Projekt wollte Wittboldt-Müller hingegen offenlassen: „Wenn mich denn jemand davon überzeugt, die notwendigen Zahlen liefert, bin ich immer gesprächsbereit.“

Von Markus Wienken

Auch interessant

Kommentare