Hengst kehrt als Bild zurück

Deutsches Pferdemuseum zeigt verschollen geglaubtes Gemälde

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Über Festredner Erhard Schulte wurde der Rückkauf des Gemäldes (im Hintergrund) eingefädelt. Das Bild von Georg Koch zeigt den legendären Leistungsvererber Nana Sahib x.

Verden - „Ich bin berührt, den alten, großen Helden hier willkommen zu heißen“, sagte Erhard Schulte anlässlich einer Feierstunde am späten Freitagnachmittag im Deutschen Pferdemuseum (DPM). Besagter Held prangte hinter ihm als frisch restauriertes Ölgemälde aus den 20er-Jahren. Es handelt sich um den Hengst Nana Sahib x.

„Die große Zeit des Trakehner Leistungspferdes wurde maßgeblich von einem Anglo-Araber geprägt, um den sich zahlreiche Legenden ranken und dessen Name auch heute noch mit Hochachtung ausgesprochen wird“, hatte Schulte kürzlich in einem Bericht über dieses außergewöhnliche Pferd geschrieben. 

Der Redakteur lieferte einen beeindruckenden Rückblick nicht nur auf die Geschichte des 1900 geborenen Hengstes, die er aus dem Effeff zu kennen scheint, sondern zeigte zudem dessen sportlichen Erfolge sowie die seiner zahlreicher Nachkommen auf.

Es war viel Leidenschaft und Bewunderung herauszuhören, da wunderte es nicht, dass es Schulte war, der im November vergangen Jahres das verschollen geglaubte Gemälde zum Kauf angeboten bekommen hat. 

Der Kaufpreis ist fünfstellig

Schließlich hat er schon viel über den Hengst und das einstige preußische Gestüt Trakehnen geschrieben. Das war auch dem Verkäufer bekannt, der deshalb Schulte vor gut einem halben Jahr „per Whatsapp-Nachricht aus Weißrussland“ kontaktiert hatte.

Schulte wiederum nahm Kontakt zum Trakehner Förderverein auf, schließlich wurde ein fünfstelliger Kaufpreis gefordert. Eine konkrete Zahl nannte Schulte nicht. „Es zählt wohl zu den kleinen oder doch großen Geschichten in unseren so häufig schnelllebigen Zeiten, dass es innerhalb von knapp drei Wochen gelang, den geforderten Kaufpreis aufzubringen“, so Schulte. 25 Mäzene hätten sich binnen kürzester Zeit gefunden. Gekauft wurde das Bild vom Trakehner Förderverein.

Im ehemaligen Hauptgestüts Trakehnen in Ostpreußen hing einst das von Georg Koch geschaffene Gemälde. Erstmalig der Öffentlichkeit wieder präsentiert wurde es im DPM in Verden. Das freute auch den DPM-Vorsitzenden Rainer Kiel, der dies in seiner Begrüßung als „besondere Ehre“ bezeichnete. Wie lange das Gemälde im Deutschen Pferdemuseum zu sehen sein wird, ist jedoch noch nicht klar.

Nana Sahib x schrieb Zuchtgeschichte

Dr. Martin Mehrtens, Vorsitzender des Trakehner Fördervereins, dankte Schulte und allen, die an der Rückkehr des Bildes beteiligt waren. Man nahm an, dass es im Juli/August 1945 mit Pferdetransporten nach Russland gekommen war. Nana Sahib x gehöre zu den Trakehner Pferden, die Zuchtgeschichte geschrieben haben, so Mehrtens.

Das Gemälde sei aus dem Rahmen genommen und zusammengerollt gewesen. Der Restaurator habe großartiges geleistet, aber auch Museumsleiterin Ina Rohlfing, die mit viel Sachverstand den Restaurator ausgewählt und alles fachlich begleitet hat, wie Mehrtens betonte.  J wb

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