Achim mit größter Resonanz

Ringwechsel mal zehn: Heiraten am 20. Februar 2020 im Landkreis Verden

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Sie wagen es. Nicht im Wonnemonat Mai, sondern im grauen Februar. Nicht am Wochenende, sondern an einem Donnerstag. Aber sie wagen es. Das magische Hochzeitsdatum 20.02.2020 nehmen kreisweit zehn Paare zum Anlass, den gemeinsamen Weg ins Leben zu beschreiten. Sie sagen Ja.

Verden/Achim – Die größte Resonanz erlebt Achim. Vier Trauungen verzeichnet das Standesamt des Weserstädtchens. „Die hätten wir sonst sicher nicht gehabt, das ist schon eine erstaunliche Zahl für einen Donnerstag im Februar“, sagt Standesbeamtin Andrea Eggers. Die vier Trautermine stünden schon seit längerer Zeit fest. Ausgebucht ist das Achimer Standesamt aber nicht. „Wir hätten noch Kapazitäten gehabt.“

Die frischgebackenen Eheleute befinden sich in guter Gesellschaft. Ob mit Blick auf die Wesermarsch in der Achimer Hünenburg, im altehrwürdigen Trausaal des Verdener Rathauses oder im romantischen Ambiente des Thedinghauser Erbhofs: Das gehauchte Jawort in feierlicher Atmosphäre fand in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger. Aktuellen Daten des Landesamtes für Statistik zufolge wagten sich allein im Jahr 2018 nicht weniger als 770 Paare vor die Standesbeamten in den acht Städten und Gemeinden des Landkreises Verden. Ein Jahrhundert-Rekord. Ein Jahr zuvor waren es mit 694 Eheschließungen noch zehn Prozent weniger gewesen. Für das vergangene Jahr liegen noch keine Zahlen vor.

Die Freude an einem Leben mit Trauschein hatte zuvor stark gelitten. Den Tiefpunkt notierten die Landesstatistiker im Jahr 2006 mit nur noch 578 Eheschließungen kreisweit. Vielleicht auch ein Ergebnis des erlahmenden Interesses an den magischen Hochzeitstagen. Das war in den 90er-Jahren noch ganz anders. Allein am 9.9.99 mussten allerorten Sonderschichten gefahren werden, kreisweit schnellte die Zahl der Eheschließungen im Jahr 1999 auf bemerkenswerte und später nie wieder erreichte 818 empor. Lediglich vor knapp zehn Jahren erinnerte man sich noch einmal des Schnapszahl-Tages. „Im Jahr 2011 mussten wir am 11.11. Doppelschichten fahren“, erinnert sich Rüdiger Nodorp aus dem Verdener Rathaus. Am 20.02.2020 sind es noch zwei Paare, die unweit der Aller den Sprung ins gemeinsame Leben wagen. „Für uns ein ganz normaler Betrieb. Wir hätten noch Kapazitäten für weitere Heiratswillige gehabt.“

Ein ungewöhnliches Echo löst das Schnapszahldatum im Landkreis Verden am Donnerstag aus. Zehn Paare wollen die Ringe tauschen.

„Nicht den großen Run“ verzeichnet auch die Ottersberger Standesbeamtin Maike Voß für das Schnapszahldatum: Ein Paar habe sich im Rathaus zur Trauung angemeldet. Auch die Oytener Kollegin Britta Schnapke erwartet nur ein Brautpaar zur standesamtlichen Vermählung, und „das ist für einen Donnerstag im Februar nichts Ungewöhnliches“. Weiter südlich stellt man bereits ein gewisses Fremdeln mit dem besonderen Datum fest. „Schnapszahltage führen bei uns längst nicht mehr zwangsläufig zu hohen Trauungszahlen,“ sagt Sandra Rosebrock aus dem Dörverdener Rathaus. Und andernorts versteht man die Aufregung um das Datum schon gar nicht mehr, im Rathaus der Samtgemeinde Thedinghausen zum Beispiel, wie Standesbeamter Jens Knipping verrät: „Im Februar ist die Zahl der Trauungen immer mau, denn dieser Monat ist überhaupt nicht reizvoll. Und auch ein Donnerstag ist nicht der große Brüller. Wir bringen an diesem Tag nur ein Paar unter die Haube.“

In zwei Gemeinden des Landkreises ist die Zahl der Jaworte am morgigen Donnerstag sogar gleich Null. Langwedels stellvertretende Standesbeamtin Anja Hertwig hat dafür eine plausible Erklärung: „Das Datum ist hier nicht so wichtig. Hier wird aus Liebe geheiratet.“ kra/sb/kle

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