„Richtig entscheiden und gehandelt“

Polizei zeichnet Bürger für ihr couragiertes Eingreifen aus

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Uwe Jordan (r.), Leiter der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, überreichte den Helfern aus Anerkennung für ihr beherztes Eingreifen die Dankesurkunden.

Landkreis - „Vielfach wird über eine zunehmende Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft diskutiert und über ein angeblich wachsendes Desinteresse am Schicksal des Nächsten berichtet“, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung.

„Unbestritten gibt es Fälle von abstoßender Sensationsgier, in denen Menschen am Unfallort lieber mit Smartphones filmen anstatt den Verunglückten zu helfen.“

Dabei dürfe man jedoch all jene Menschen, die Betroffenheit zeigen, die ganz selbstverständlich Hilfe anbieten, wenn andere in Not sind, nicht außer Acht lassen. Sieben solcher Bürger, die im vergangenen Jahr auf ganz unterschiedliche Art und Weise geholfen oder der Polizei entscheidende Hinweise gegeben haben, hat Uwe Jordan, Leiter der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, nun für die von ihnen gezeigte Courage ausgezeichnet.

„Die Entscheidung muss in Bruchteilen von Sekunden fallen: helfen oder weitergehen? Sie haben sich richtig entschieden und gehandelt“, lobte der Inspektionsleiter die Gäste. Danach kamen die couragierten Helfer zu Wort, die zum Teil von ihren Angehörigen begleitet wurden. Sie schilderten ihre mitunter dramatischen Erlebnisse, in denen sie allesamt beherzt eingegriffen haben.

52-Jähriger bemerkt Feuer

Unter den zu Ehrenden befand sich ein damals 52-jähriger Mann aus Etelsen, der am 29. Januar 2017 bemerkte, wie sich im Nachbargebäude An der Eisenbahn in Langwedel-Etelsen ein Feuer entwickelte. Er zögerte nicht lang und alarmierte die gefährdeten Hausbewohner und die Feuerwehr. Einen gehbehinderten Bewohner trug er sogar selber aus dem Gebäude.

Einer 27-jährigen Oldenburgerin und ihrem 30-jährigen Freund kam am 25. Juni 2017 ein junger Mann auf dem Adolph-Kolping-Weg in Verden verdächtig vor, der eine Damenhandtasche bei sich trug. Sie hielten den jungen Mann kurzerhand fest, bis die hinzugerufene Polizei eintraf. Es stellte sich wenig später heraus, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Handtaschenräuber handelte. Die Beamten konnten später sogar einen Mittäter der Raubtat ermitteln.

Unfallort abgesichert

Ein 38-jähriger Mann aus Horstedt und ein 58-jähriger Achimer haben nach einem schweren Verkehrsunfall am 18. September des vergangenen Jahres auf der Hauptstraße in Achim-Embsen gemeinsam vorbildlich agiert. Während der eine den Unfallort abgesichert und den Rettungsdienst alarmierte, betreute der andere den Verletzten und leistete Erste Hilfe.

„Ganz unabhängig vom Einzelfall ist es wichtig, zumindest den Notruf zu wählen oder andere Personen hinzuzurufen“, so Jordan, der dabei unterstrich, dass sich niemand selbst in Gefahr bringen muss.

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