Städte und Gemeinden: Trotz Corona Plus bei Einnahmen / Landkreis profitiert

Rettungsanker Gewerbesteuer

+

Verden/Achim – Der Landkreis Verden kommt spürbar besser durch die Krise als zunächst erwartet. Während der Bundeshaushalt aufgrund der vielen Coronahilfen ein gerupftes Bild abgibt und auch der niedersächsische Haushalt in die Knie gegangen ist, kommen die Städte und Gemeinden im Raum Achim/Verden weitgehend ungeschoren davon. Davon profitiert auch der Kreishaushalt. Wie bei den ersten Etatberatungen bekannt wurde, darf im kommenden Jahr sogar mit einem Plus gerechnet werden. Die Kämmerei beziffert den erwarteten Überschuss mit 3,45 Millionen Euro. Ferner können Schulden in Höhe von 3,73 Millionen abgebaut werden.

Gleichzeitig liegen erste belastbare Zahlen für die einzelnen Kommunen vor. Mit Abschluss des dritten Quartals wird ein Durchschnitts-Umsatzplus in den Stadt- und Gemeinde-Säckeln von rund fünf Prozent erwartet. Die Gemeinde Langwedel schießt den Vogel ab. Sie kommt auf Mehreinnahmen von satten 26 Prozent. Durchaus üppige Zuwächse feiern auch die Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln, die um sechs bis sieben Prozent zulegen. Beide profitieren allerdings von sogenannten Ausgleichszahlungen bei der Gewerbesteuer, von Zuschüssen also, die überregional wegen befürchteten Wegbrechens der Gewerbesteuer in die jeweiligen Kassen fließen. Ohne den warmen Geldsegen sähe es finster aus. Es stünde ein Minus von rund 4 Prozent zu Buche. Auch Ottersberg und Thedinghausen würden ohne Finanzspritze deutlich ins Minus rutschen.

Basis für diese Aufstellung, die den Zeitraum vom 1. Oktober vergangenen Jahres bis zum zurückliegenden 30. September abdeckt, ist das Unwort namens Steuerkraftmesszahl. Darin sind die Grundsteuern A und B, die Gewerbesteuer, der Einkommenssteueranteil und der Umsatzsteueranteil eingeschlossen. Spitzenreiter ist hier die Stadt Verden mit rund 54,5 Millionen Euro vor der Stadt Achim mit 37,2 Millionen. Es folgen die Gemeinde Oyten mit 19,4 Millionen, Langwedel mit 14,8 Millionen, Thedinghausen mit 13,6 Millionen, Ottersberg mit 11,6 Millionen, Kirchlinteln mit 9,7 Millionen und Dörverden mit 5,9 Millionen.

Allerdings ist selbst in Verden nicht alles Gold, was glänzt. „Wir gehen von einem deutlich geringeren Einkommenssteueranteil aus“, sagt Stadtkämmerer Andreas Schreiber. Er beziffert das Minus auf rund eine Million Euro. Ursache sei vor allem die Kurzarbeit. Noch profitiere man jedoch von Zuwächsen bei der Gewerbesteuer, von Nachveranlagungen aus den zurückliegenden Jahren. „Der Stadt Verden kommt die robuste Situation der hier ansässigen Firmen zugute.“ Gleichwohl hatte Schreiber schon vor vier Wochen angekündigt, trotz aller Wagnisse nicht an der Investitionsschraube zu drehen. „Projekte sollen nicht verschoben werden. In Krisen ist ein antizyklisches Verhalten der öffentlichen Hand angesagt“, so Verdens oberster Kassenhüter, „wir haben ein großes Interesse, die Wirtschaft in dieser schweren Zeit anzukurbeln. Nach gegenwärtigem Stand werden wir wie geplant investieren.“

Auch beim Landkreis findet Landrat Bohlmann einen Wermutstropfen im Freudenkelch. „Sorgen bereitet lediglich das Liquiditätsdefizit von 5,6 Millionen Euro, das nur durch Rücklagen kompensiert werden kann. kra

Von Heinrich Kracke

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Meistgelesene Artikel

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen
Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel

Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel

Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel
Stoßseufzer über Corona-Belastungen

Stoßseufzer über Corona-Belastungen

Stoßseufzer über Corona-Belastungen
„Schwerlaster-Anteil nirgendwo höher“

„Schwerlaster-Anteil nirgendwo höher“

„Schwerlaster-Anteil nirgendwo höher“

Kommentare