Hilfe bei der Wiederbelebung

Der Retter bleibt am Telefon bis der Notarzt da ist

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Auf alles vorbereitet: Christoph Schmidt an seinem Arbeitsplatz in der Leitstelle.

Landkreis - Nicht mehr 15 Minuten soll es dauern, bis die Notfallretter nach dem Anruf der Nummer 112 eintreffen. So ist der Plan beim Landkreis. Für den Anrufer, der um das Leben eines Angehörigen bangt, kann die Zeit dennoch unerträglich lang werden.

Da kann es helfen, wenn der Mensch am anderen Ende der Leitung, der Mitarbeiter in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle, bis zum Eintreffen der Helfer am Telefon bleibt und weiß, was zu tun ist. „Jeder hier kann notfalls die Anleitung zur Reanimation geben“, sagt Martin Feders, stellvertretender Leiter der Leitstelle.

Bei Herzstillstand kommt es auf Sekunden an. Für Helge Teubert aus Verden-Eitze hätte wohl auch die Zeit nicht gereicht, die Notarzt und Rettungsdienst für die drei Kilometer bis zur Verdener Ortschaft benötigten. Der Mitarbeiter der Leitstelle konnte Lebensgefährtin Dörthe Agena aber durch die ängstliche Zeit helfen und gab ihr übers Telefon Hinweise, damit sie ihrem Mann mit Herzdruckmassage das Leben retten konnte.

Mitarbeiter speziell geschult

„Alle Kollegen sind erfahrene Rettungsassistenten“, berichtete Martin Feders. Zusätzlich hätten sie spezielle Ausbildungen zur Anleitung der Anrufer zu Wiederbelebungsmaßnahmen, die Telefonreanimation, absolviert. Das gehöre seit vier Jahren zur Ausbildung der Mitarbeiter in der Leitstelle.

Und was sie da gelernt haben, müssen sie oft genug anwenden. „Man kann sagen einmal in der Woche“, bilanziert Christoph Schmidt. Er ist einer von 15 Mitarbeitern, die im Kreishaus in der Leitstelle rund um die Uhr Dienst tun. Immer zwei Mitarbeiter sitzen gleichzeitig vor den Monitoren, Tastaturen und Knöpfen und dem rettenden Telefon.

Die Monitore liefern Informationen über den Einsatzort von Rettungsdienst oder Feuerwehr, die der Mitarbeiter in Gang setzen muss. Ein Bildschirm ist allein dem Gespräch mit dem Anrufer vorbehalten.

Notlage muss schnell erkannt werden

Er hilft dem Mitarbeiter auch in den dramatischen Situationen, die wichtigen Informationen abzufragen und herauszufinden, welcher Notfall vorliegt, um dann richtig auf den Anrufer und und die spezielle Lage einzugehen. Auf die verschiedensten Fälle sind Schmidt und seine Kollegen vorbereitet, unterschiedliche Notlagen, selbst auf einen Anrufer, der am Telefon seinen Suizid ankündigt.

Bei der Telefonreanimation hilft der Monitor dabei, dass der Patient in die richtige Position gelegt wird und der Anrufer den richtigen Punkt für die Herzdruckmassage findet. Und dann wird gezählt: 100 bis 120-mal in der Minute müsse man drücken, den Takt gibt der Monitor vor. Und übers Telefon erreicht er den Patienten. 

Große Anspannung

„Wir bleiben dran, bis die Helfer eintreffen“, berichtet Christoph Schmidt. Das kann einige bange Minuten dauern und zerrt nicht nur an den Nerven der Anrufer. „Wenn die Patienten Erwachsene sind, ist das schon eine große Anspannung. Am schlimmsten ist es, wenn es um Kinder geht“, erinnert er sich an die schwierigen Momente seiner Arbeit.

„Deshalb ist es auch selbstverständlich, dass sich ein Kollege nach einem solchen Anruf erst einmal ausklinkt“, hat Martin Feders als Vorgesetzter Verständnis. Oft folge auch eine Nachbereitung. „Man fragt nach, ob der Patient tatsächlich überlebt hat“, erzählt Schmidt. Bei Helge Teubert jedenfalls hatten die Bemühungen Erfolg, die Wiederbelebung klappte und er war rechtzeitig im Verdener Krankenhaus, wurde schnell behandelt und mittlerweile geht es ihm wieder gut.

kle

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