Marie-Ann Schwenk möchte „SOF“ etablieren

Wanderköchin will retten, was zu retten ist

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Marie-Ann Schwenk diskutierte mit Michal Baalk über die Idee des Foodsharings.

Verden - „Während weltweit Millionen von Menschen hungern, landen hierzulande etwa die Hälfte aller essbaren Lebensmittel im Müll.“ Doch mittlerweile gibt es immer mehr kreative Projekte, um dieser Verschwendung entgegenzuwirken.

Eines dieser Projekte heißt „Save Our Food“ oder kurz und bündig „SOF“. Marie-Ann Schwenk möchte es gerne in Verden etablieren.

Schwenk, die auch als „Die Wanderköchin“ bekannt ist, liegen Lebensmittel sehr am Herzen. Schon seit vielen Jahren befasst sich die Kochfrau mit der Verwendung von Lebensmittelresten und sucht dabei nach Möglichkeiten, soviel Essen wie möglich vor der Mülltonne zu retten. Dabei bezeichnet sie den Film „Taste the Waste“ als das für sie persönlich entscheidende Schlüsselerlebnis.

„Es war unfassbar für mich, mit eigenen Augen ansehen zu müssen, welche Mengen an Lebensmitteln allein in der EU täglich vernichtet werden. Und das, obwohl diese Produkte noch einwandfrei und verzehrbar sind“, so die Projektgründerin.

Aufgrund dieser Missstände hatte die Wanderköchin zunächst das Projekt „Die Naturkammer“ gegründet. Auf der Homepage www.naturkammer.de, können sich Gartenbesitzer, die ihr Obst nicht selber ernten können und Pflückhelfer gegenseitig kontaktieren. Interessierte finden dort noch genauere Infos.

Außerdem ist die aktive Verdenerin im Laufe ihrer Recherchen auf die Organisation „Foodsharing“ (FS) gestoßen. Das Projekt www.foodsharing.de wurde im Dezember 2012 in Köln gegründet, um Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten, die aus gesetzlichen Gründen nicht von den Lebensmittel-Tafeln angenommen werden dürfen, wie Essen aus Privathaushalten, Reste von Büffets oder Produkte mit einem bereits abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum. Einer der Gründer war Valentin Thurn, der Regisseur des Films „Taste the Waste“.

Noch keine Fair-Teiler-Stelle vorhanden

Auf der juristischen Ebene besteht die Grundlage für „Foodsharing“ in zwei Haftungsfreistellung-Erklärungen. „Sehr gerne wäre ich selber Mitglied bei FS geworden. Aber hier in Verden Stadt und im ganzen Landkreis gibt es bis heute noch keine einzige Fair-Teiler-Stelle von Food-sharing. Aus beruflichen Gründen fehlt mir jedoch die Zeit, um vor Ort zuerst das erforderliche lokale Netzwerk aufzubauen, und deshalb habe ich meine eigene Initiative gegründet. SOF hat die gleichen Ziele wie Foodsharing. Die Initiative trägt nur aus juristischen Gründen nicht den Namen von Foodsharing“, erklärt Schwenk.

Foodsharing und „SOF“ haben auch einen fast identischen Ablauf. Betriebe und Privathaushalte können „SOF“ kontaktieren, auch an den Wochenendtagen, sofern sie überflüssige Lebensmittel haben. Eine einhundertprozentige Abholgarantie kann jedoch jetzt, in der Startphase, noch nicht gegeben werden, da „SOF“ sehr wenig Lagerkapazität besitzt. Deshalb wird dringend ein Raum in Verdens Kernstadt gesucht, in dem Kühlschranke aufgestellt werden können.

Einige Betriebe wie zum Beispiel das Restaurant „Davide“ oder „Baalk Backbord“ sind auch schon als fleißige „SOF“-Retter tätig.

Ganz großen Wert legt Marie-Ann Schwenk auf die Tatsache, dass „SOF“ keine Konkurrenz zur Verdener Tafel darstellt. Zudem ist die Teilnahme, sowohl bei Foodsharing als auch bei „SOF“, ganz unabhängig von der Einkommenssituation. Natürlich werden auch diverse Hygienevorschriften eingehalten, um die Vorgaben von Veterinär- und Gewerbeaufsichtsamt zu erfüllen.

Um das Projekt in Verden zu etablieren, werden zunächst ein Lagerraum, Kühlschränke und Transportkühlboxen gesucht.

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