Ein Rest von Skepsis bleibt

Plattdeutsch-Projekt: Ausschuss hinter Emtinghauser Plänen

Landkreis - „Wir müssen hier über die Sache entscheiden.“ Diese Rolle des Kulturausschusses betonte sein Vorsitzender Wilhelm Hogrefe (CDU). Dennoch spielten Geldsummen eine große Rolle in der Beratung, und das nicht nur, weil es die Haushaltssitzung des Kreistagsgremiums war.

Kultur- und Museumsförderung will der Ausschuss im neuen Jahr überdenken, diesmal beherrschten offene Fragen zu den großen Plänen der Emhuser Plattsnackers, die Erinnerungskultur und das Kulturbudget selbst die Diskussion.

Der Wille, das Emtinghauser Projekt für die Erhaltung und Pflege der niederdeutschen Sprache zu unterstützen, war bei den Kulturpolitikern nicht zu überhören. Das „Plattdeutsche Haus“ findet große Zustimmung in allen Fraktionen. Skeptisch wurde aber Frank-Peter Seemann, weil der Emtinghauser Verein das Projekt mittlerweile in Form einer Unternehmensgesellschaft angeht. Die sei quasi von der Haftung frei. Bei einem Investitionsvolumen von über 400. 000 Euro befürchtete der Grünen-Politiker ein Risiko für den Steuerzahler. Immerhin soll die Finanzierung überwiegend von der öffentlichen Hand bestritten werden.

Bernd Junker (SPD) wollte dennoch dem Förderanteil des Landkreises von 30  000 Euro zustimmen, weil es um die Kultur und die Identität der Region gehe. Nicht die Unternehmungsform als Hülle, sondern der Inhalt solle unterstützt werden. Dem konnte Thomas Maruhn (CDU) durchaus zustimmen, aber die Haftungsfrage beunruhigte ihn schon. Dazu könne sich der Vorsitzende der Emhuser Plattsnackers, André Habekost, vor der Beratung im Kreisausschuss erklären, schlug Hogrefe vor. Wichtig sei aber die inhaltliche Entscheidung des Kulturausschusses über den Projektantrag, weil die Förderung des Kreises Voraussetzung für erheblich größere Zuschüsse von der EU und aus Thedinghausen sind. Diesen Vorschlag nahm der Ausschuss mit großer Mehrheit an.

Mehr Geld für die Erinnerungskultur

Etwas leichter fiel die Entscheidung, die Mittel für das Netzwerk Erinnerungskultur um 30. 000 Euro zu erhöhen. Erste Kreisrätin Regina Tryta hatte berichtet, dass die in diesem Jahr dem Netzwerk bewilligte Summe nicht abgerufen worden sei. Jetzt aber würden sich einige konkrete Projekte wie der Reichsbahnwaggon und die Homepage verdichten, sodass Ausgaben anfallen. Die Summe, so der Vorschlag der Verwaltung, sei 50. 000 Euro. 10. 000 weitere Euro sollten der Lenkungsgruppe zudem als Verfügungsmittel bereitgestellt werden. Damit könnten die engagierten Historiker und Vertreter von Institutionen etwa Schülerausflüge und Referenten bezahlen.

Mit ihrer Zustimmung zu diesen Vorschlägen trugen die Abgeordneten zu den wenigen Erhöhungen im Kulturetat von Doris Lübkemann bei. Es sei kein großes Fachbudget, beinhalte aber viele freiwillige Leistungen wie Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule. Die Fachbereichsleiterin berichtete, dass im Fachbereich mehr als fünf Millionen Euro ausgegeben würden. Vier Millionen Euro davon würden als Personalkosten für die Verwaltungsmitarbeiter, aber auch für pädagogische und Honorar-Kräfte ausgegeben.

Wenn auch vieles durch Gebühren und Erstattungen aus dritter Hand abgedeckt sei, bleibe ein Zuschussbedarf aus der Kreiskasse von insgesamt 2,2 Millionen Euro. Größere Steigerungen seien darin nicht zu verzeichnen, obwohl in diesem Jahr viele Veränderungen im Personalbereich nötig gewesen seien. Einige Kräfte hätten aus rechtlichen Gründen eingestellt werden müssen. Eine Personalie stehe für dieses Jahr noch an: „Kreisarchivar Rolf Allerheiligen geht in den Ruhestand. Seine Stelle soll wieder besetzt werden. Jetzt hoffen wir, dass wir in 2018 wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten“, schloss Lübkemann ihre Ausführungen.

Den Budget-Plan der Fachbereichsleiterin stimmten die Abgeordneten ebenfalls ohne Einschränkung zu. 

kle

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