Gutscheinverkauf im Verdener Cine City mit Mandeln und Popcorn nur noch heute

Renovierung im Lockdown

Kim Müscher betreibt das Cine City zusammen mit ihrem Mann, Christian Müscher, seit 2014. Damals übernahm sie das Kino von ihrem Vater, der auch heute stark involviert sei und viel mithelfe.
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Kim Müscher betreibt das Cine City zusammen mit ihrem Mann, Christian Müscher, seit 2014. Damals übernahm sie das Kino von ihrem Vater, der auch heute stark involviert sei und viel mithelfe.

Verden – „Fast ein Dreivierteljahr sind wir als Betrieb nun schon von den coronabedingt verordneten Schließungen betroffen. Zwischendurch, im Oktober und November, hatten wir gerade einmal sechs Wochen auf.“ Kim Müscher seufzt. Zusammen mit ihrem Mann Christian Müscher betreibt sie das Cine City in Verden seit 2014. Laut den aktuellen Corona-Regeln muss das Kino noch bis einschließlich zum 10. Januar geschlossen bleiben. Damit, dass kurz nach dem Verstreichen dieser Frist wieder Filme über die Leinwände des Hauses flimmern, rechnet die Kinobetreiberin aber nicht.

„Ich denke, dass wir allerfrühestens im März wieder unsere Türen öffnen können. Denn wahrscheinlich wird die Regierung das wieder so staffeln wie damals beim ersten Lockdown: Zuerst darf die Gastronomie starten und ganz zum Schluss wir und andere Freizeitangebote.“ So oder so fielen in diesem Jahr sämtliche verbleibenden Termine flach, sowohl die Weihnachtsvorstellungen als auch der Silvesterabend mit der Live-Übertragung des Konzertes. „Es fühlt sich so unwirklich an. Eigentlich organisieren und verbringen wir den 24. Dezember zusammen mit den engsten Familienmitgliedern im Kino. Das ist dann aber überhaupt nicht wie arbeiten, obwohl Gäste für die Vorstellungen vormittags da sind, sondern einfach nur wie Weihnachten“, so Kim Müscher.

Alle Mitarbeiter sowie Aushilfen des Cine City seien derzeit in Kurzarbeit. „Ich bin froh, dass es diese Möglichkeit gibt“, schildert die Kinobetreiberin, übt aber auch Kritik an der Regierung: „Schon im November wurde uns und anderen, die von den Corona-Schließungen betroffen sind, die 70 Prozent Zuschuss versprochen. Gesehen haben wir bis heute davon aber noch nichts.“ Sie betont, dass die Monate Oktober, November und Dezember für das Kino wie der Sommer für die Eisdielen sei, sprich der Verlust der Einnahmen schmerze besonders. Trotz allem zeigt sich Müscher durchaus positiv mit Blick Richtung Zukunft. „Egal, wie lange diese Krise dauert, wir werden sie überstehen. Schließlich haben wir auch das Fernsehen und Netflix überlebt.“

Für den Fall, dass das Cine City doch hätte öffnen dürfen, habe Müscher einige Lebensmittel für die Snackbar gekauft. „Zwar nur ein bisschen, aber ich weiß jetzt trotzdem nicht, wohin damit. Beim ersten Lockdown habe ich alles zur Verdener Tafel gebracht, aber nicht einmal das geht mehr, was ich wirklich schade finde. Jetzt muss ich all das, was wir heute nicht verkaufen, theoretisch wegschmeißen“, berichtet sie und weist auf den Gutscheinverkauf mit Mandeln und Popcorn hin, der nur noch heute im Cine City stattfindet. Alternativ könnten Interessierte aber auch im Internet einen Gutschein kaufen und ganz kontaktlos zu Hause ausdrucken.

Trotz Lockdown und ausbleibendem Publikumsverkehr herrsche allerdings keineswegs Stillstand im Kino. „Über die letzten Wochen hinweg haben wir uns für Renovierungsarbeiten vorbereitet“, so Müscher. Schon lange sei es ihr Wunsch gewesen, das Cine City rundum zu verschönern. „Im Dezember 1999 war Eröffnung und im Jahr 2016 hatten wir einen der Säle renoviert.“ Die restlichen sollten eigentlich schon früher folgen, „doch das ist natürlich schwierig im laufenden Betrieb“. Ziel der Renovierung sei es, den Kinobesuch wieder zu einem Erlebnis zu machen. „Ich hatte mir da etwas in die Richtung eines Mädels- und eines Männersaals beispielsweise vorgestellt – mit entsprechenden Designs. Das Projekt ist auch das, was mich in diesen schwierigen Zeiten motiviert, weiterzumachen“, so Müscher mit einem Lächeln.

In ihren Augen habe sich die Branche innerhalb der letzten Jahre stark gewandelt. „Es ist einfach nicht mehr wie früher, Tür auf, Geld einnehmen, Tür zu. Ich glaube nicht, dass diese Krise das Ende des Kinos bedeutet. Der Markt wird sich zwar stark verändern, aber wir können uns anpassen.“ Insbesondere die Rückmeldungen, die Müscher während der kurzen Öffnungszeit des Kinos bekommen habe, spornen sie zusätzlich an. „Wir waren aufgestellt wie die Bundeswehr und hatten sogar extra einen Berater da, der uns mit dem Hygienekonzept geholfen hat. Die Besucher fühlten sich sicher und waren froh, wieder mal ins Kino gehen zu können.“

Nun heißt es warten, dass der Lockdown zuende geht und das Cine City bald wieder mit 007, Wonder Woman und dem nächsten Ostwind-Teil durchstarten kann.

Gutscheine und Süßes

sind nur noch heute im Cine City, von 10 bis 20 Uhr, erwerbbar. Verkauft werden gebrannte Mandeln und frisches Popcorn für’s Kino-Feeling. Weitere Informationen zum Gutscheinkauf gibt es im Internet unter www.cine-city.de.

Von Lisa Hustedt

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