Initiativen demonstrieren

Erdgas-Gegner erhöhen Druck – Wintershall Dea kündigt Auslaufen der Erdgasförderung in Völkersen an

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Das rote Kreuz, Symbol der Gegner, wird bei der Demonstration in Scharnhorst noch mal hochgehalten.

Nach dem Rekord-Erdbeben im Landkreis Verden erhöhen die Gegner der Erdgasförderung den Druck auf Wintershall Dea und die Politik. Sie haben konkrete Forderungen. Wintershall Dea kündigte nun das Auslaufen der Erdgasförderung in Völkersen bis 2036 an.

  • Nach Rekord-Erdbeben in Verden: Dienste melden unterschiedliche Epizentren
  • Wintershall Dea erkennt Erdgasförderung als Ursache an
  • Erdgas-Gegner stellen klare Forderungen auf
  • Wintershall Dea kündigt Auslaufen der Erdgasförderung an

Update, 5. Dezember: 

Rund zwei Wochen nach den Erdbeben im Kreis Verden hat der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea ein Auslaufen der Gasförderung im Erdgasfeld Völkersen bis 2036 angekündigt. Die Produktion werde nicht mehr ausgeweitet.

Für das Erdgasfeld „Völkersen/Völkersen-Nord“ sei die Zeit sowieso in 16 Jahren abgelaufen, das Feld sei zu 80 Prozent ausgefördert. „Die bestehenden Bohrungen werden zu Ende gefördert, anschließend nach und nach stillgelegt und rekultiviert. Somit wird die Förderung schrittweise und kontrolliert immer weiter zurückgehen, bevor sie im Jahr 2036 gänzlich enden wird“, teilte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit.

Originaltext, 2. Dezember: Landkreis – Zehn Tage nach dem Rekord-Erdbeben im Landkreis Verden, trafen sich am Sonnabendmorgen geschätzt 100 Menschen auf dem Flugplatz in Verden-Scharnhorst, um ein Zeichen zu setzen. Sie formatierten sich zu einem großen roten X. Dem Symbol im Landkreis Verden gegen die aktuelle Förderpraxis der Erdgasindustrie.

Nach Erdbeben in Verden: Dienste melden verschiedene Epizentren

Dieser Ort wurde dafür ausgewählt, weil in dem direkt angrenzenden Wald, zwischen Flugplatz und dem Wasserwerk Panzenberg, zumindest laut dem seismischen Messsystem des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) das Epizentrum aller drei Erdbeben im Landkreis Verden lag. Einzusehen sind die Daten unter www.seis-info.de.

Es gibt jedoch unterschiedliche Erdbebendienste, die unterschiedliche Epizentren des Rekord-Bebens in Verden benennen. So teilte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am Tag nach den Beben mit, dass die Epizentren „bei bzw. südlich von Kirchlinteln am südöstlichen Rand des Erdgasfeldes Völkersen“ gelegen haben. Schaut man sich die genannten Koordinaten an, lag der Ort des Bebens zwischen Weitzmühlen und Specken und das dritte Beben etwa im Bereich der Sportanlagen des TSV Kirchlinteln.

Landesamt meldet zwei Beben im Landkreis Verden

„Viele Beobachtungen stammen aus Verden, etwa fünf Kilometer von den Epizentren entfernt“, teilte das LBEG zudem mit. Dort wiederum lokalisierte das „Deutsche Geoforschungsentrum“ (GFZ) in Potsdam das Epizentrum des dritten Bebens – im Bereich zwischen Siemensstraße und Eitzer Straße. Das Epizentrum des ersten Bebens befand sich laut GFZ zwischen Scharnhorst und Kirchlinteln.

Das LBEG spricht auch nur von zwei Erdbeben, weil diese mit Magnituden von 3,2 und 3,0 spürbar waren. Nur Seis-Info verortet auch das mittlere Beben mit 1,5 und nennt als einziger den vollständigen Längen- und Breitengrad.

Wintershall Dea erkennt Erdgasförderung als Erdbeben-Ursache an

Doch ganz gleich, wo der Ursprung lag: Dass die Ursache für das Rekord-Beben in Verden in der Erdgasförderung liegt, wird von Wintershall Dea nicht bestritten. Der Konzern startete auch sofort mit Schadensbegutachtungen. Dies bewertet Martin-P. Busch, Sprecher der Bürgerinitiative Walle gegen Erdgas und Organisator der X-Marker-Aktion, als Taktik. „Dea versucht alles, um es schnell wegzuschieben und Stillschweigen hinzukriegen“, sagte er am Sonnabend.

Wie viele Schäden dem Konzern bislang gemeldet worden sind, dazu wollte sich Dea-Pressesprecher Heinz Oberlach vergangene Woche auf eine Anfrage nicht äußern. Vielleicht gebe es Zahlen bei einer Informationsveranstaltung der Gemeinde Kirchlinteln am Donnerstag, 5. Dezember, um 18.30 Uhr, im Lintler Krug. Wie die Gemeinde mitteilte, werden unter anderem Vertreter des LBEG und Wintershall Dea teilnehmen. Vorrangig soll es um die Schäden gehen und nicht „um das Für und Wider der Erdgasförderung“, heißt es in der Einladung.

Erdgas-Gegner im Landkreis Verden stellen klare Forderungen

Eine weitere Informationsveranstaltung kündigte Busch für Mittwoch, 11. Dezember, 19.30 Uhr, in der Verdener Stadthalle an. Dort wolle man über Erdbeben im Allgemeinen, Schäden und rechtliche Fragen sprechen.

Busch benannte am Sonnabend noch einmal die Forderungen der Bürgerinitiativen, die sich unter dem roten X zusammengeschlossen haben: Eine verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfung für sämtliche Förderstellen, ein Verbot für weitere Bohrungen und ein umfassendes Messsystem zur Erfassung weiterer Beben.

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