Test-Kit samt Anleitung für Zuhause

Reisebüros in Achim und Verden bieten Gurgel-Coronatests an – nicht nur für Kunden

So sehen die Utensilien für den Gurgeltest aus dem Reisebüro aus.
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So sehen die Utensilien für den Gurgeltest aus dem Reisebüro aus.

Reisen ist in Zeiten wie diesen kein Vergnügen. Viele Länder lassen Touristen nur mit einem negativen Corona-Test einreisen, um eine Infektionsausbreitung zu verhindern. Bei der Rückkehr aus Risikogebieten nach Deutschland sieht es nicht anders aus, auch dann kann es sein, dass das Gesundheitsamt einen negativen Test fordert.

Achim / Verden – Oft sei es schwierig, einen Termin dafür zu bekommen, sagt Benjamin Wendeln, Geschäftsführer von „Go!Reisen“ unter anderem in Achim und Verden. „Hausärzte testen nur Menschen mit Symptomen und schicken diejenigen, die den Test für eine Reise benötigen, in die Testzentren nach Verden oder Bremen“, berichtet er. Diese Testzentren seien vielfach ebenfalls überlastet. Aus diesem Grund bietet die DER- Touristik, zu der auch Wendelns Reisebüros gehören, PCR-Tests an. „Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Pilotphase mit drei Reisebüros sind diese Tests nun bei den mehr als 500 Büros der Gruppe in ganz Deutschland erhältlich“, teilt das Touristik-Unternehmen mit.

Coronatest: Probe des Speichel-Gurgellösungs-Gemischs geht ins Labor

Die Kunden melden sich laut Wendeln dazu mit ihrer Vorgangsnummer unter der E-Mail-Adresse coronaservice.touristik@labor-kneissler.de an und erhalten ein Test-Kit samt Anleitung für die Probenentnahme zu Hause, welche das kooperierende Labor Kneißler aus Bayern dann auswertet. „Wer möchte, kann sich die Utensilien auch direkt im Reisebüro abholen“, sagt Wendeln. Ein Abstrich sei nicht notwendig, es müsse lediglich mit einer Flüssigkeit gegurgelt werden. Eine Probe des Speichel-Gurgellösungs-Gemischs geht dann ins Labor.

Ein Einzeltest für Alleinreisende kostet 129 Euro, ein Doppeltest für zwei Personen ist für 199 Euro zu haben. Die Kosten des Tests tragen die Reisegäste. „Das PCR-Testverfahren zum Nachweis einer Covid-19-Infektion erfüllt alle nationalen und internationalen Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen“, teilt DER-Touristik mit.

Setzt auf die Gurgellösung: Benjamin Wendeln von „Go!Reisen“ in Achim.

Für Benjamin Wendeln ist diese Form der Überprüfung sogar eine der sichersten. „Die Kunden können den Test zu Hause machen und setzen sich so einem geringeren Infektionsrisiko aus, als wenn sie unter Leute müssten.“ Der Bote holt ihm zufolge das Röhrchen vom Kunden ab und bringt es ins Labor. „Nach 24 bis 48 Stunden liegt das Ergebnis dann vor“, sagt Wendeln. Für ganz Eilige bestehe auch die Möglichkeit einer teureren Express-Untersuchung innerhalb eines Tages.

Laut Wendeln seien die Reisebüros von DER-Touristik die Einzigen, die den Service zurzeit anböten. Dieser richtet sich aber nicht nur an die Reisebüro-Kunden. „Auch wer nicht bei uns gebucht hat, kann einen Test kaufen.“ Das Angebot komme gut an, sagt Wendeln. „In Achim haben wir innerhalb weniger Tage sechs Tests verkauft.“

„Wer gewährleistet beim Testen mittels Gurgeln, dass die Abnahme korrekt erfolgt?“

Dr. Jutta Dreyer, Leiterin des Gesundheitsamts im Landkreis Verden, steht dieser Form des Testens kritisch gegenüber. „Ich habe ein bisschen Bauchschmerzen, wenn das zu Hause im Bad passiert.“ Denn bei der Proben-Entnahme gebe es genaue Abläufe zu beachten, um falsche Ergebnisse zu vermeiden. Deshalb dürfe auch nur geschultes Personal den Nasen-Rachen-Abstrich vornehmen. „Wer gewährleistet beim Testen mittels Gurgeln, dass die Abnahme korrekt erfolgt?“, fragt Dreyer.

Zwar sei das Gurgeln eine neue Möglichkeit des Erfassens, aber das Robert-Koch-Institut weise auf seiner Internetseite daraufhin, dass zu dieser Form der Beprobung wesentlich weniger Erfahrungswerte vorlägen und die Ergebnisse ungenauer seien als beim Nasen-Rachen-Abstrich.

Auch den Preis kritisiert die Leiterin des Gesundheitsamts. „Ich finde ihn sehr teuer. Es gibt dafür Vereinbarungen zwischen dem Bund, den Krankenkassen und den Laboren, und die liegen deutlich darunter.“

Zudem sei ein Test, egal welcher Art, immer nur eine Momentaufnahme. „Er garantiert nicht, dass ich 14 Tage lange nicht ansteckungsfähig bin. Es bleibt ein Restrisiko.“

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