Theaterstück zum Internationalen Frauentag

Rebellion und Kampf von Anita Augspurg

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Eindrucksvoller Auftritt: Der Chor der Kreismusikschule Verden „Sing Art“ aus Achim hatte mehrere Lieder aus der Feder von Anita Augspurg einstudiert.

Verden - Chapeau vor dieser Leistung: Selbstbewusst, kämpferisch, rebellisch aber auch melancholisch war die Bühnenpräsenz von Birgit Scheibe, die im Stuckraum des Deutschen Pferdemuseums eine vielbeachtete Vorstellung als Anita Augspurg gab.

„Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“ so der Titel des Einpersonenstücks von F. Thomas Gatter, das erstmals aufgeführt wurde. Flankiert wurde die Veranstaltung vom Chor der Kreismusikschule „Sing Art“ und der Musikerin Karin Christoph, die mit Gesang und Instrumentalmusik das Geschehen auf der Bühne mit Anklängen an die Musik der 1920er-Jahre perfekt umrahmten.

Zum Internationalen Frauentag am Donnerstag, 8. März, hat das Frauenbündnis im Landkreis Verden ein ebenso umfangreiches wie anspruchsvolles Veranstaltungsbündel geschnürt und dafür „100 Jahre Frauenwahlrecht“ in den thematischen Fokus gerückt. 

Dass die Frauenrechte hart erkämpft werden mussten und mitnichten vom Himmel gefallen sind, daran wurde auch mit der Erstaufführung des Theaterstücks „Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“ erinnert, das F. Thomas Gatter eigens zum Jubiläum des Frauenwahlrechts über die in Verden geborene Anita Augspurg geschrieben hat. Ein Stück, mit dem der Autor genau den schmalen Grat zwischen Betroffenheit und Begeisterung markiert und das doch nur den Anfang eines Weges skizzieren kann, der noch längst nicht zu Ende ist.

Birgit Scheibe gibt sich facettenreich wie Augspurg selbst

Inszeniert von Regisseurin Susanne Baum verleiht Birgit Scheibe nach „Mach das Buch zu – heirate mich“ und „Anild – Anita Augspurg im Exil“ dieser großartigen streitbaren und mutigen Kämpferin bereits zum dritten mal Stimme, Gesicht und Gestalt und ruft in kurzen, aber umso eindringlicheren Spielszenen den unermüdlichen Kampf und Einsatz für die Rechte der Frauen in Erinnerung. 

Zwischen Schreibtisch, Stuhl und Bücherwand hin und her laufend, redet sie dabei und strahlt mit jeder Regung ihres Körpers und ihrer Mimik aus, dass die Rebellion und der Kampf ihr eigen ist. Sie, Anita Augspurg, die 1857 in Verden geborene Frauenrechtlerin, Pazifistin, Publizistin, Fotografin, Landfrau und erste promovierte Juristin Deutschlands.

Scheibe gibt die berühmte Verdener Tochter ebenso perfekt wie facettenreich. Gezeigt wird virtuoses Ein-Frau-Theater, in dem die Schauspielerin mal kokett wie ein Pfau, dann wieder witzig oder gesellschaftskritisch agiert, sodass die Grenze zwischen Mimin und der von ihr gespielten Figur verwischt. Besonders stark gelingen die Momente, in denen Scheibe, die in dieser Inszenierung auch optisch nah an das Original heranreicht, sich erzählend den inneren Gedanken von Augspurg nähert: hier werden die kämpferischen Kräfte und Visionen deutlich spürbar.

Premiere des Theaterstücks um Frauenrechtlerin Anita Augspurg

Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Nie mann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann
Theater um Anita Augspurg in Verden
Die gelungene Premiere fand im Deutschen Pferdemuseum statt. © Mediengruppe Kreiszeitung / C. Niemann

„Schaut an diesem Tag weit hinaus in die Zukunft“, appelliert Anita Augspurg am Ende des Stückes an die Frauen, sich zu empören, wo immer ihnen eine faire Beteiligung versagt werde. „Engagiert euch für wirkliche politische Gleichberechtigung.“

Im April sind weitere Aufführungen von „Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“ geplant. Informationen rund um das Theaterstück gibt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Christine Borchers, unter der Telefonnummer 04231/15 477 oder per E-Mail unter christine-borchers@landkreis-verden.de.

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