Ordnungsamt erhält immer mal Hinweise

Ratten in Verden: „Ganz verhindern kann man sie wohl nicht“

Herumliegende Mülltüten. Teilweise sind sie zerrissen und der Inhalt verteilt sich auf dem angrenzenden rasen.
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Zwischenzeitlich hatte sich der Niedersachsenring zur Problemecke der Stadt entwickelt.

Verden – Richtig weg waren sie nie. „Wir erhalten immer mal wieder Hinweise aus der Bevölkerung“, sagt Philipp Rohlfing aus dem Verdener Rathaus. Jetzt ist die Ratte offiziell ein Thema. Im heutigen Ausschuss für Sicherheit und Ordnung kommt der Schädling aus der Gattung der Mäuseartigen sozusagen auf den Tisch. Der neue Ausschussschussvorsitzende Carsten Hauschild hat sich dafür stark gemacht.

„Es muss einfach mal geklärt werden, welche Ausmaße deren Ausbreitung angenommen hat, und wie die Öffentlichkeit informiert werden kann“, erklärt der SPD-Mandatsträger auf Nachfrage.

Auslöser für ihn war ein Schädlingsbekämpfer, der in einem der Wohngebiete der Allerstadt seinen Aufgaben nachging. Einen Gullydeckel hatte er abgehoben. Er wolle klären, ob die Maßnahmen, die er ergriffen hatte, ob sie zum Erfolg führten. Für Hauschild ein generelles Thema: „Ganz verhindern kann man die Ratte wohl nicht, aber mit ein paar Hinweisen lässt sie sich vielleicht eindämmen.“ Er denke an mögliche Standorte, die ihr das Leben erleichterten, an den Kompost im Garten oder den Müllsammelplatz.

Kein ausuferndes Problem mit der Ratte

Noch allerdings befindet sich Verdens Politik bei diesem durchaus sensiblen Thema ganz am Anfang. „Es gibt sie im Stadtgebiet“, sagt Rohlfing, „aber es ist nicht so, dass sich daraus ein ausuferndes Problem ergeben hätte. Kleinere Kommunen haben es, größere noch mehr.“ Ganz wegzureden sei das Aufkommen aber nicht. „Rattenbekämpfung gehört zu unseren Daueraufgaben. Da bleiben wir kontinuierlich dran.“ Das Problem generell: Die Winter würden milder, das führe halt nicht dazu, dass die Rattenzahl abnehme.

Scheuen nicht mal mehr das Licht: Ratten tagsüber am Domplatz, hier in einer Aufnahme von vor drei Jahren.

Und noch eine zweite Komponente sei feststellbar. Es könne jeden treffen, so Rohlfing, aber gefährdet seien eher Wohnanlagen. „Da wird der Müll vor dem Haus gesammelt, manchmal neben die Mülltonnen gestellt, das ist natürlich ein Problem.“ In Einfamilienhäusern, in den Gärten, da achte meist der Eigentümer darauf, Schädlingsherde zu vermeiden. In größeren Wohnanlagen gehe es indes oftmals anonymisierter zu.

Lebensmittelreste aus dem Müll sorgen für Plage

Das bestätigt sich auch durch die jüngsten Fälle, die an die Öffentlichkeit kamen. Vor anderthalb Jahren traf es eine Wohngegend am Niedersachsenring. Container, aus denen das Altpapier quoll, haufenweise gelbe Säcke, dazwischen aufgerissene Abfallbeutel, deren Inhalt sich auf den Rasenflächen verteilte – Lebensmittelreste, Einweggeschirr, Verpackungen. Und das über Wochen. „Meine Kinder können draußen nicht mit dem Bobbycar fahren, ohne dass die Ratten aus dem Gebüsch kommen“, sagte eine Mieterin verzweifelt. Erst mit erheblichem öffentlichen Einsatz von zusätzlichen Müllwagen bis hin zu ehrenamtlichen Betreuern des Stadtteilvereins Sowas kam die Lage wieder ins Lot.

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Zuweilen sind sogar ganze Straßenzüge und deren Nebenanlagen betroffen. Der Domplatz und die Grüne Straße gerieten vor drei Jahren in den Fokus. Bis zu sechs Tiere habe er gleichzeitig gesehen, berichtete ein Anwohner. Andere hatten zu jenem Zeitpunkt längst mit den unerwünschten Zuwanderern zu leben gelernt. Eine Kindergartengruppe spazierte vorbei „Guck mal, hier sind immer die Ratten“, sagte ein kleines Mädchen im Vorbeigehen. Für das Kind schienen die Nager schon ganz selbstverständlich dort zu sein. Aktuell sind vermehrt Hinweise aus dem Fischerviertel zu hören.

Unwahrscheinlich allerdings, würden heute bereits konkrete Maßnahmen beschlossen. „Wir wollen uns erstmal ein Bild machen“, sagt Hauschild.

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