Ausschuss und Verwaltung sind sich einig / Ausschreibung und dann Montage

Auf dem Verdener Podest: Im Sommer einen Kaffee auf dem Brett

 Das Brett ist – virtuell – schon mal drauf.
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Eine ganz schnelle Lösung: Das Brett ist – virtuell – schon mal drauf. Wenn’s glatt läuft, könnten im Sommer die ersten Gäste warm sitzen.

Verden – Man muss es nicht gleich Partystimmung nennen, aber ein paar – gedankliche – Sektkorken dürften schon geknallt haben. Fraktionsübergreifend einstimmig und nach nur kurzem Austausch winkte der Ausschuss Straßen und Stadtgrün die „Bretter auf dem Podest“ durch. „Eine gute, eine praktische Lösung“, freute sich Johanna König (Grüne). Vorsitzender Carsten Hauschild (SPD) gab dann auch unumwunden zu:„Ein kleines Grinsen haben wir da schon im Gesicht.“

Das Brett auf dem Verdener Podest: 1,80 Zentimeter lang, 52 Zentimeter breit und 25 Millimeter stark,

Was auf „Verdens Stein am Rathaus“ genau wo und in welcher Größenordnung zwecks Sitzunterlage nun soll, stellte Silke Schwarz für die Verwaltung dem Ausschuss kurz vor. Sogenanntes Accoya-Holz, 1,80 Zentimeter lang, 52 Zentimeter breit und 25 Millimeter stark, so der Plan. „Jeweils auf der Stirnseite, auf die mittlere Stufe, mit Blickrichtung auf das Rathaus und, entgegengesetzt, zum Dom“, erklärte Silke Schwarz. Bevor die Bretter drauf kommen, muss in den Granit gebohrt werden. Ankergewinde, Schrauben und ein Edelstahlrahmen, darauf dann – endlich – das Holz. „Bauweise und Montage sind so angelegt, dass das Bauwerk auch danach noch leicht zu reinigen ist“, sagte Schwarz. Die Auflagen lassen sich zudem komplett und problemlos abbauen.

Gebaut für die Ewigkeit: das Podest im Jahr 2013.

Accoya-Holz zeichnet ein hohes Maß an Festigkeit und Stabilität aus

Accoya-Holz, darauf habe die Verwaltung Wert gelegt, zeichnet ein hohes Maß an Festigkeit und Stabilität aus – und es zählt nicht zu den Tropenhölzern. Kosten für Kauf und Montage, so hat Silke Schwarz durchgerechnet, dürften sich im Rahmen von circa 2 000 Euro bewegen. Der vergleichsweise günstige Preis wiederum ließ Sven Sottorff (CDU) nicht ruhen. „Warum denn nur die Stirnseiten? Dann sollten wir doch gleich die Längsseiten mitmachen und einen Rahmen um das Podest ziehen.“ Durchaus verlockend, herrschte allerdings schlussendlich Einigkeit darüber, nicht noch ein neues Fass aufzumachen, auch wenn Sottorffs Beitrag im Protokoll vermerkt wurde. Die Verwaltung verwies zudem darauf, den Großteil der Stufen für den Zugang auf die obere Plattform freizuhalten. „So bleibt die Hoffnung, dass das Holz der Sitzflächen von Trittspuren sauber bleibt“, warf Fachbereichsleiter Rainer Kamermann ein. Johanna König wollte die nun geplante Umsetzung auch als Mehrgenerationenlösung verstanden wissen: „Die Kinder spielen auf dem Podest, die Älteren sitzen auf dem Holz.“

Dass ein vergleichsweise kurzes Brett zum Stein des Anstoßes werden kann, hängt indes wohl weniger mit dem Holz, als in diesem Falle vielmehr mit dem Untergrund zusammen. So regt das Podest seit seinem Bau im Jahr 2013 die Fantasie und damit zugleich die Diskussionen an. Die einen mögen den Stein, die anderen würden ihn lieber heute als morgen in die Aller wuchten. Der Preis für einen Abriss ist allerdings hoch, einen entsprechenden Antrag hat die CDU aus Kostengründen schon vor circa zwei Jahren zurückgezogen.

Zur Ruhe kam und kommt der Stein dennoch nicht. Grüne und SPD schlugen Ende vergangenen Jahres eine qualitative Aufwertung vor. Auch darüber gab es ein politisches Hin und Her. Die Verwaltung wollte kein Holz auf dem Stein, der Ausschuss Straßen und Stadtgrün stimmte mit allen Fraktionen dafür – und wurde dann doch wieder vom Verwaltungsausschuss zurückgepfiffen. Damit lag der Antrag für das Holz auf Eis, hätte – rein formaljuristisch – eigentlich erst Ende dieses Jahres wieder seitens der Parteien zur Abstimmung vorgelegt werden dürfen. Das wiederum ging allen Parteien zu langsam, zumal mittlerweile durchweg Einigkeit über Holz auf dem Stein herrschte. Auch die Verwaltung signalisierte ihre Zustimmung und wurde, – formaljuristisch zulässig – von sich aus aktiv, legte den Antrag vor Ablauf der Jahresfrist mit neuem Vorschlag vor. Die Zustimmung im Verwaltungsausschuss wäre danach nur noch Formsache.

Bleibt die Hoffnung, möglichst schnell auf warmem Holz einen dampfenden Kaffee zu genießen. „Unser Wunsch wäre eine Umsetzung noch in diesem Sommer“, so Johanna König. Die Verwaltung will sich sputen. Silke Schwarz versprach, sich umgehend um die Ausschreibung zu kümmern, gab aber auch zu bedenken: „Handwerker und Material sind schwer zu kriegen.“

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