Fraktion der Grünen stellt Antrag / FDP will Claus-Ruge-Straße bepflanzen

In Verden: Große Bäume auf den Rathausplatz

Blick über den Rathausplatz Verden
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Blick über den Rathausplatz: An Bäumen herrscht Mangel. Das soll sich ändern, sagen die Grünen.

Verden – Schöner Stein, so weit das Auge reicht, gleißendes Sonnenlicht und mitten drauf ein Treffpunkt – „Wie vor der Mailänder Scala“, hatte vor Jahren ein Zeitgenosse gespöttelt, als er auf dem neu eröffneten Verdener Rathausplatz stand. Und hinzugefügt: „Da gibt es auch keinen Schatten.“ Das soll sich nun ändern: „Wir wollen, dass die Menschen vor dem Rathaus unter Bäumen sitzen“, fordert Johanna König von den Grünen. Und auch die FDP hat eine Idee: „Weitere Bäume an der Claus-Ruge-Straße. Aber der Reihe nach!

Fußgängerzone, den Platz und das Drumherum neu denken und attraktiver gestalten

Alles auf Anfang, so will Johanna König den Grünen-Antrag nicht verstanden wissen, wohlwissend, dass noch vor 15 Jahren rund um das Rathaus Bäume standen. Damals wurden sie abgeholzt. „Passen da nicht hin“, sagten die Planer. Gesagt, getan. „Doch jetzt, knapp zwölf Jahre später, ist eben alles anders“, so König, die, so viel vorweg, damals nicht zu den Entscheidungsträgern zählte. Klimawandel, sich leerende Innenstädte verbunden mit Geschäftesterben, die Pandemie hinterlässt ihre Spuren. „Wir müssen dagegen halten. Die Stärkung der Innenstadt muss von verschiedenen Richtungen angegangen werden. Dazu gehören, die Fußgängerzone, den Platz und das Drumherum neu zu denken und attraktiver zu gestalten“, sagt König. „Den Wandel hin zu einem Einkaufs- und Erlebnisraum, als Treffpunkt und Aufenthaltsort.“

Auf dem Verdener Rathausplatz: Bäume großkronig und schattenspendend

Und dazu gehören nun mal Bäume. Großkronig und somit schattenspendend, wünschen sich König und ihre Fraktion die Anpflanzungen, wollen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Wir wollen eine bessere Aufenthaltsqualität auf dem Platz und etwas für das Klima tun.“ Und die Sprecherin der Grünen-Fraktion schiebt nach: „Begrünung ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand nachhaltig gegen die Belastungen in Städten durch den Klimawandel vorzugehen. Pflanzen sorgen für mehr Sauerstoff, schaffen angenehme Kühle durch Verdunstung, filtern Staub und bieten Tieren Lebensraum. Wer im Sommer vor dem Rathaus steht, der merkt: der Platz kann genau das sehr gut gebrauchen.“

Vor dem Rathaus Verden: Der Platz kann genau das sehr gut gebrauchen.

Wo Bäume wachsen, da fühlen sich die Menschen wohl, bleiben gerne auch an heißen Sommertagen und bringen Leben in die Stadt. „Ein weiterer Grund, den Platz neu zu denken“, so König. Dazu gehöre, die Bäume als Gestaltungselemente zu begreifen, sich Veränderungen anzupassen. Da habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, so Fraktionsvorsitzender Rasmus Grobe: „Das konsequente Freihalten des Rathausplatzes für wenige Großevents entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen an eine lebendige Innenstadt.“ Doch das Eine müsse das Andere nicht ausschließen. Grobe ist sicher: „Wochenmarkt und Domweih werden von den Bäumen profitieren.“ Zugleich gab der Fraktionschef aber zu verstehen: „Wir können fest davon ausgehen, dass es aufgrund der Erfahrungen aus der Pandemie Neuordnungen bei Großevents wie der Domweih und dem Weihnachtsmarkt geben wird.“

Wo genau welche Bäume auf dem Platz wachsen sollen, ist noch Zukunftsmusik. „Die Anzahl und die Standorte müssen mit Rücksicht auf die im Boden befindlichen Ver- und Entsorgungsleitungen sowie konzeptionellen Überlegungen zu Großevents festgelegt werden“, so Grobe.

Einen neuen Platz haben die Grünen sich bereits für die Kübel-Bäume, derzeit noch vor der Deutschen Bank, ausgeguckt. „Sie können andere Stellen in der Fußgängerzone bereichern, zumal im Südteil jegliches Grün fehlt“, so der Vorschlag.

Claus-Ruge-Straße in Verden: Mehr Bäume will die FDP

Bäume an der Claus-Ruge-Straße: Die FDP zeigt mit einer Visualisierung, wie es aussehen kann.

Mehr Bäume will auch die FDP in die Innenstadt bringen. Und zwar nicht erst seit gestern. „Seit knapp 16 Jahren liegt ein Antrag im Rathaus, die Claus-Ruge-Straße endlich mal auf Vordermann zu bringen“, moniert Ratsherr Henning Wittboldt-Müller. Die „Behelfsstraße“ parallel zum Johanniswall und ursprünglich zur Entlastung der Nordertorkreuzung gedacht, sei in einem erbärmlichen Zustand. Ein erster Schritt zur Verbesserung, so der Vorschlag von Wittboldt-Müller, wären Bäume an der Südseite der Claus-Ruge-Straße, unmittelbar vor der Stadtmauer. Der Ratsherr weiß auch schon, welche Exemplare infrage kommen: „An der Straße Am Allerufer stehen vier, fünf junge Bäume, die der neuen Trasse der Nordbrücke weichen müssen. Einfach ausgraben und an die Claus-Ruge-Straße setzen, fertig ist die Laube.“

Schon an Ort und Stelle bei der Arbeit, hat Wittboldt-Müller noch einen Vorschlag: „Unter den Bäumen mit einfachen Mitteln einen Schlackeweg anlegen. Darüber freut sich der Spaziergänger.“

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