47-jähriger Angeklagter bislang geständig

Rathausbrand: Am Montag Prozessbeginn

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Im April vergangenen Jahres wurden Teile des neuen Rathauses durch ein Feuer zerstört.

Verden - Am Montag, 29. Januar, um 9 Uhr, startet am Amtsgericht Verden der Prozess gegen den Mann, der am 9. April 2017 mutwillig ins Verdener Rathaus gefahren sein soll. Der 47-Jährige muss sich wegen Brandstiftung, versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten.

Das Gericht hat einen weiteren Verhandlungstag für den 1. Februar anberaumt, aber laut Gerichtssprecherin Ilse Hastmann-Nott ist auch eine Urteilsverkündung bereits am Montag denkbar. Zumal der Angeklagte bislang im Ermittlungsverfahren geständig war.

An jenem Sonntagmorgen soll er von der Bremer Straße mit dem Auto seiner Frau zum Rathaus gefahren sein. Vorher soll er Benzin und eine Gasflasche in das Auto geladen haben. Der Wagen wurde durch den geschlossenen Eingang in das neue Rathaus an der Ritterstraße gefahren. Der Angeklagte soll das Auto dann angezündet und draußen vor der Tür auf die Feuerwehr gewartet haben.

Der 47-Jährige soll weniger als zwei Prozent Sehvermögen haben. Nach Auskunft des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Südbaden gilt man bei dieser Einstufung nach dem Gesetz als blind. Dabei sei insbesondere das räumliche Sehvermögen eingeschränkt. Man könne beispielsweise noch eine Stecknadel finden, aber ringsherum nichts mehr erkennen.

Verärgerung über die Bauaufsicht

Motiv der Tat soll seine Verärgerung über die Bauaufsicht der Stadt Verden im Zusammenhang mit dem Neubau eines großen Mehrfamilienhauses auf einem Nachbargrundstück gewesen sein. Laut Bebauungsplan ist dort eine Bebauung bis zu 30 Prozent der Grundstücksfläche zulässig. Bereits kurz nach der Tat hatte Verteidiger Jörk Matthäi gegenüber der VAZ erklärt, dass es seinem Mandanten aber nicht nur um die Größe und Ausrichtung des Hauses gegangen sei, sondern auch um eine Grenzbebauung mit einem großen Garagenkomplex ohne eingetragene Baulast.

Zwar hatte Bürgermeister Lutz Brockmann nach der Tat auf einer Pressekonferenz betont, dass es keinen Rechtsstreit und kein Antragsverfahren mit dem Mann gegeben habe, der ihm als Täter genannt worden sei. Doch der Angeklagte soll mehrfach beim Bauaufsichtsamt vorgesprochen haben. Die zuständige Fachbereichsleiterin gehört zu den fünf Zeugen, die das Amtsgericht für den ersten Verhandlungstag geladen hat.

Etwa 1,8 Millionen Euro Schaden

Der entstandene Schaden wird von der Stadt Verden mit 1,8 Millionen Euro beziffert. Die Brandgase hatten sich nicht nur in dem offenen Gebäudetrakt verteilt, sondern seien durch Steckdosen in die Innenwände gezogen, sagte Kämmerer Andreas Schreiber. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die Brandschutztüren teilweise nicht dichtgehalten haben. „Die sind nicht so ausgeführt worden, wie sie hätten ausgeführt werden müssen. Deshalb ist der Ruß in die Seitenflügel reingezogen“, erklärte Schreiber. 

wb

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