Umbau der Max-Planck-Straße

In Verden: Radfahrer mit eigenem Kopf

Radfahrer auf dem Fußweg
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Wer stadtauswärts an der Max-Planck-Straße fährt, der radelt gerne auf dem Fußweg. Einen Radweg soll es an der Seite auch nach dem Umbau nicht geben.

Nur ein Radweg an der Max-Planck-Straße. So soll es nach dem Umbau bleiben. Oder vielleicht doch nicht? Allerdings müssten die Anlieger mitspielen?!

Verden – Komplett umgebaut wird die Max-Planck-Straße zwischen Berliner Ring und Borsteler Chaussee. Platz für einen Radweg ist nur auf einer Seite, soweit der Beschluss im Stadtrat, der den millionenschweren Ausbau abgesegnet hat. Doch nun kommt noch mal Bewegung in die Pläne, auch deshalb, weil der Radfahrer seinen eigenen Kopf hat, vielleicht nicht da fährt, wo er soll. Die Verwaltung will nun verhandeln, ob zwischen Bäckerei Baalk und Rewe-Markt der Radler über eine Route abseits der Straße fahren kann.

Doch das Baufeld der Max-Planck-Straße ist begrenzt

Schon jetzt wird auf dem Gelände zwischen den Märkten fleißig geradelt.

Diskussionen in den Verdener Fraktionen

In den Fraktionen, im Fachausschuss und in vielen Diskussionen abseits davon, ein Thema waren im Vorfeld der Planungen der Max-Planck-Straße immer wieder die Radler. Weil genau die verstärkt durch das Gewerbegebiet fahren, soll deren Weg sicherer werden. Doch das Baufeld der Max-Planck-Straße ist begrenzt. 16 Meter, da bleibt kein Platz für den Radweg auf beiden Seiten. Also nur auf der stadteinwärts linken Seite, in Richtung Berliner Ring, ein breiter Radweg für beide Richtungen.

Sieht auf dem Reißbrett gut aus, doch die Realität ist eine andere. „Wer als Radler da unterwegs ist, aus Borstel oder Eitze in die Stadt kommt, der will zu den Geschäften auf der Seite, wo kein Radweg ist. Und wenn er nach dem Einkauf weiter fährt, in Richtung Innenstadt, dann wechselt er nicht noch einmal die Straßenseite, sondern bleibt da“, so Lars Brennecke (CDU). Die Konsequenz: „Der Radfahrer fährt über den Fußweg oder auf der Straße, wo Lkw unterwegs sind. Das können wir so nicht wollen“, sagt Brennecke.

Max-Planck-Straße: Der Radfahrer fährt auf dem Fußweg oder auf der Straße

Das Drumherum, die neue Straße mit viel Grün und Bäumen und durchaus gut geplant, sieht Carsten Hauschild (SPD) an der Stelle trotzdem einen Schwachpunkt. „Die Märkte auf der Seite werden insbesondere von Radfahrern besucht. Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren“, gibt er zu bedenken, wohlwissend, dass der Platz beschränkt ist, „sollten wir uns daher um eine Lösung bemühen. Sonst sucht sich der Radfahrer seinen eigenen Weg.“

Weniger Autos und mehr Radverkehr, so steht es im Verkehrskonzept der Stadt. „Wir müssen entsprechend dafür sorgen, dass die Radler da sicher fahren können“, so Johanna König (Grüne). Als „eher unglücklich“ bezeichnet die Vorsitzende des Ausschusses für Straßen und Stadtgrün den fehlenden Radweg auf der Nordseite der Max-Planck-Straße. „Wenn wir aufgrund des mangelnden Platzes keine Lösung direkt an der Straße finden, dann sollten wir darüber nachdenken, auf den angrenzenden Grundstücken etwas zu machen“, sagt König. Ihr Vorschlag wäre, eine markierte Route über die Parkplätze anzulegen. „Mir ist schon bewusst, dass wir dafür eine Menge Good-Will der Anlieger brauchen. Ein Versuch ist es aber wert.“

Kein Platz für den Radler: Die Regenversickerungsanlage ist im Weg.

Radweg über die Parkplätze: Dafür braucht es eine Menge God-Will der Anlieger

An der Verwaltung ist es nun zu prüfen, so das Signal aus den Reihen der Fraktionen, was noch machbar ist. Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün, schilderte allerdings ein Dilemma: „Direkt an der Straße scheidet aus, weil uns der Platz fehlt.“ Selbst wenn die Grundstückseigentümer einen Teil abgeben würden, sieht Kamermann keine Möglichkeit, denn eine aufwendige Versickerungsanlage auf dem Aldi-Parkplatz ist im Weg. Die zu verlegen, käme kaum infrage. „Für uns bleibt nur der Versuch, mit den Anliegern zu verhandeln, ob wir die Route über deren Gelände, abseits der Straße, führen dürfen. Bislang gibt es dahingehend zwar noch keinen Kontakt, aber wir werden das Gespräch suchen.“

Die gesamten Pläne für Kreiselneubau und Umgestaltung der Max-Planck-Straße bleiben von den neuen Gedankenspielen allerdings unberührt. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von circa fünf Millionen Euro, angesetzt mit einer zweijährigen Bauzeit, soll im kommenden Jahr starten, so der aktuelle Terminplan.

Von Markus Wienken

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