„Radfahren ist Lebensqualität“ 

Oliver Trelenberg radelt für krebs- und leukämiekranke Kinder

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Aufbruch zur nächsten Etappe: Bürgermeister Lutz Brockmann wünschte Oli Trelenberg  alles Gute.

Verden – Er überwand seine Alkoholsucht und überstand eine schwere Krebserkrankung. Dass Oliver „Oli“ Trelenberg den Weg zurück ins Leben geschafft hat, verdankt er zum großen Teil dem Fahrradfahren. Seit 2015 verbindet er seine Leidenschaft mit einem guten Zweck, jedes Jahr strampelt er für ein anderes Projekt. In diesem Jahr unterstützt er die „Tour der Hoffnung“ in Hessen und Nordrhein-Westfalen, bei der prominente Teilnehmer und idealistisch gesinnte Bürger für krebskranke Kinder in die Pedale treten. Olis Tour führte ihn auch nach Verden, wo er von Bürgermeister Lutz Brockmann im Rathaus empfangen wurde.

Es gab desolate Familienverhältnisse.

Oliver Trelenberg stammt aus Schwerte in Nordrhein-Westfalen. „Ich wuchs in desolaten Familienverhältnissen auf. Demütigungen, körperliche und psychische Gewalterfahrungen waren in meiner Familie keine Seltenheit“, erzählt der 53-Jährige. Bereits mit elf Jahren beginnt er Alkohol zu trinken. Der regelmäßige Alkoholkonsum führt schließlich in die Abhängigkeit. „Bis 2003 war ich schwerer Alkoholiker, dann habe ich mich in Therapie begeben und schaffte die Kehrtwende“, berichtet Trelenberg. Dennoch hat er mit Depressionen und traumatischen Störungen zu kämpfen. 2009 entdeckt er, dass das Fahrradfahren einen positiven Einfluss auf seine psychische Gesundheit hat. 

Doch 2013 erhält der ehemalige Raucher die Schockdiagnose Kehlkopfkrebs. Der Kehlkopfdeckel und drei Viertel der Stimmbänder werden entfernt, mit viel Glück behält er seine Stimme. „Da meine Luftröhre nun nicht mehr verschlossen ist, besteht immer die Gefahr, dass ich ersticke, wenn ich etwas esse oder trinke“, beschreibt Oli seine Situation. Wieder ist es das Fahrrad, mit dessen Hilfe es ihm gelingt, neuen Lebensmut zu schöpfen und seine Lebensqualität zu verbessern. „Zunächst habe ich nur sieben Kilometer geschafft, aber ein Jahr später waren es schon 5460 Kilometer, die ich zurückgelegt habe“, erzählt der leidenschaftliche Radfahrer nicht ohne Stolz. Um Menschen mit ähnlichen Schicksalen zu ermutigen, ruft er 2014 sein Projekt „Oli radelt“ ins Leben. 

Ab 2015 steigt er für den guten Zweck in den Sattel und verbindet seine Touren mit der Bitte um Spenden. Zunächst radelt er 4560 Kilometer zwischen Rhein und Ruhr zugunsten des Deutschen Kinderhospizvereins. 2016 geht Oli auf eine 57-tägige Deutschland-Radreise und legt dabei 5850 Kilometer zurück, um mittellosen Krebspatienten Urlaub zu ermöglichen. Auch 2017 radelt er für dieses Projekt. 2018 hilft die 50-tägige, 5550 Kilometer umfassende Radreise im Ruhrgebiet, sterbenskranken Menschen einen letzten Wunsch zu erfüllen.

Für die „Tour der Hoffnung“ führt Olis Benefiz-Radreise nun von Stuttgart über rund  3750 Kilometer zurück in seine Heimatstadt Hagen. „Ich möchte Menschen Mut machen und mit ihnen gemeinsam krebs- und leukämiekranken Kindern helfen“, sagt Oli über sein aktuelles Projekt.

Für ihn steht schon jetzt fest, dass er auch im nächsten Jahr wieder für den guten Zweck in die Pedale treten wird. „Radfahren ist für mich ein Stück Lebensqualität. Wenn das Schicksal noch einmal zuschlägt, habe ich meine Zeit wenigstens sinnvoll genutzt“, so Trelenberg.

Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann zeigte sich beeindruckt von so viel Engagement und Willenskraft. „Ich werden auf jeden Fall spenden“, versprach der Verwaltungschef. Die Bankverbindung für die Spenden lautet: Stadt Hagen IBAN: DE23 4505 0001 0100 0004 44, Verwendungszweck: Spende Tour der Hoffnung - Oli radelt (unbedingt angeben, damit die eingehenden Spenden zugeordnet werden können). Spender, die im Verwendungszweck zusätzlich ihre Anschrift angeben, erhalten eine Spendenquittung. Sämtliche Spenden fließen zu 100 Prozent in das Projekt. www.oli-radelt.de.

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