Reparaturen und Verkauf boomen

Räderei in Verden berichtet: Radfahren als Corona-Trend

Kariem Mustafa (links) mit seinem Team, bestehend aus seinem Sohn Felix (rechts) und zwei Auszubildenen (v.l.), Luca Haag und Finn Toore, im Inneren der Räderei, die seit nunmehr 21 Jahren bereits besteht.
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Kariem Mustafa (links) mit seinem Team, bestehend aus seinem Sohn Felix (rechts) und zwei Auszubildenen (v.l.), Luca Haag und Finn Toore, im Inneren der Räderei, die seit nunmehr 21 Jahren bereits besteht.

Verden – Eins steht fest: Radfahren liegt im Trend. Während viele Wirtschaftszweige angesichts der coronabedingten Einschränkungen Umsatzeinbußen zu verzeichnen hatten, melden die Fahrradhändler Rekordzahlen. Seit Beginn der Pandemie steigen immer mehr Bürger häufiger auf ihren Drahtesel, insbesondere um kurze Strecken zurückzulegen, anstatt mit dem Auto zu fahren.

Dieser Trend macht sich ebenfalls in Verden bemerkbar, was auch Kariem Mustafa, Inhaber der Räderei Verden, auf Nachfrage bestätigt.

„Das Fahrradgeschäft hat in den vergangenen Monaten definitiv angezogen, das merken wir sehr deutlich“, schildert er die Entwicklung. Der Fokus sowie die größte Nachfrage lägen dabei auf Pedelecs und E-Bikes, deren Verkauf durch die Decke geschossen sei. „Trotzdem versuchen wir mit unserem Angebot im Laden die Waage zwischen denen und nicht extra betriebenen Fahrrädern zu halten“, so Kariem. Wobei es eigentlich zu einfach gedacht sei, nur zwischen Drahteseln mit und ohne Hilfsmotor zu unterscheiden. „Das ganze Thema ist wahnsinnig komplex geworden. Mittlerweile gibt es so viele Unterstufen, wie beispielsweise die gerade kommenden Bio-Bikes, die sich durch ganz feine Unterschiede unterscheiden, da ist es manchmal kniffelig, den Überblick zu behalten“, berichtet er.

Plattfuß als Masterreparatur

Neben dem Verkauf ebenfalls gestiegen sei der Reparaturbedarf. „So viele beklagen sich darüber, dass seit dem Beginn der Corona-Krise so wenig zu tun sei, wobei es bei uns genau andersherum ist. Schon vorher hatten wir alle Hände voll zu tun und jetzt hat alles nochmal deutlich an Arbeit zugenommen“, schildert Kariem mit einem Kopfschütteln. „Verstehen sie mich nicht falsch, wir haben natürlich lieber zu viel als zu wenig zu tun, aber so langsam kommen wir bei den Anfragen nicht mehr hinterher.“ Bereits vor einer Weile sei die Räderei an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen und habe einen nicht zu verachtenden Vorlauf aufgebaut, der eher länger als kürzer werde. „Oft bitten wir die Leute zu einem späteren Zeitpunkt nochmal anzurufen, weil einfach kein Platz mehr ist“, so der Inhaber.

Martin Blumenthal baut mithilfe des Räderei-Teams einen Anhänger für sein Fahrrad zusammen.

Trotz langer Wartezeiten würde sich Kariem etwas mehr Verständnis von den Kunden wünschen. „Wir arbeiten so viele Fahrräder am Tag ab, wie es nur geht, aber wir sind auch nur vier Mann.“ Um dem Radstau etwas entgegenzuwirken und noch mehr zu schaffen, biete er darum interessierten Kunden an, kleinere Arbeiten und Reparaturen selbst unter Aufsicht des Räderei-Teams durchzuführen. Auf dieses Angebot kam auch Martin Blumenthal zurück. Mithilfe von Kariem baute er auf dem kleinen Hinterhof des Geschäftshauses an einem Nachmittag einen Anhänger für sein Fahrrad zusammen.

Doch nicht nur beim Aufbau, sondern auch bei Reparaturen am Rad greift das Team Interessierten gerne unter die Arme. „Das gilt auch die die Masterreparatur: den Plattfuß. Das ist so schnell selbst erledigt, wenn es einem einer erklärt“, so Kariem und appeliert gleichzeitig an die Radfahrer: „Oft lohnt es sich schon ein paar Tage bevor man sich auf seinen Drahtesel schwingt, einmal nach dem Rechten zu sehen. Nicht erst fünf Minuten vorher den platten Reifen entdecken, wonach alles ganz schnell gehen muss.“ Darum finde er auch den Begriff „Frühjahrsinspektion“ sehr unglücklich.

Tessa bringt ihr E-Bike regelmäßig zur Kontrolle in die Räderei. Die 18-Jährige kommt aus Bendingbostel und fährt täglich über 30 Kilometer Rad hin und zurück zur Schule.

„Einen Lockdown gab und gibt es bei uns in dem Sinne nicht. Unser Werkstattbetrieb war und ist geöffnet“, so Kariem. Er bedauert jedoch, dass seit dem Beginn der Lockerungen die Pflicht wegfällt, einen Termin im Voraus abzumachen. „Das war sehr angenehm, weswegen ich mich über jeden freue, der es trotzdem noch tut, weil das vieles erleichtert“, sagt Kariem.

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