Autorin Anne Gesthuysen liest auf dem Rittergut Hönisch aus ihrem aktuellen Roman

Quirlig und munter durch den Abend

Anne Gesthuysen unterhielt das Publikum. - Foto: Niemann

Verden - Die Bestsellerautorin und TV-Moderatorin Anne Gesthuysen hatte am Mittwoch rund 200 Zuhörer auf das Rittergut Hönisch gelockt. Dort las sie auf Einladung der Verdener Buchhandlung „Vielseitig“ aus ihrem aktuellen Roman „Sei mir ein Vater“ vor.

Es war eine besondere Lesung, die beim Publikum sicher das Interesse weckte, den ganzen Roman zu lesen. Die Autorin nahm sich bereits in der Pause sowie nach der Veranstaltung ausreichend Zeit, um Fragen zu beantworten und Bücher zu signieren.

Quirlig und munter startete Gesthuysen in ihre Lesestunden und verriet ihrem Publikum zunächst, wie sie, „wie die Jungfrau zum Kinde“ überhaupt zum Schreiben gekommen sei. Vor ein paar Jahren sei sie bei der Geburtstagsfeier ihrer Kollegin Christine Westermanns gewesen und habe dort von ihren drei Großtanten erzählt.

Ein paar Wochen später habe sie den Anruf einer Lektorin ihres Verlags erhalten, mit der Frage, ob sie nicht einen Roman schreiben wolle? „Es war ein mühseliges Unterfangen und ich musste viel lernen. Dank meiner hervorragenden Lektorin habe ich es aber tatsächlich geschafft“, so Gesthuysen, deren 2012 erschienener Romand „Wir sind doch Schwestern“ über eine halbe Million Mal verkauft wurde. „Ich verstehe dieses Buch als verdiente Hommage an meine Tanten“, sagte sie und dass sie gemerkt habe, wie viel Spaß es ihr mache zu schreiben.

Um den Einstieg in „Sei mir ein Vater“ zu finden, erzählte die 46-Jährige dann von ihrer Kindheit und Jugend in Veen, einem Dorf bei Xanten, und dass sie mit Elody Agutte, der Lilie aus dem Buch, seit über 30 Jahren eng befreundet ist. „Sie ist mir mehr eine Schwester. Als unsere Gastschülerin hat sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell in das Leben in unserer Familie verliebt und dabei auch noch meine Großtanten kennengelernt.“

Dann las sie den Prolog, der die Ankunft der Gastschülerin Lilie Agutte aus Paris bei Familie Terhöven in Veen schildert. Sie erzählte vom Entsetzen der Französin über die ländliche Umgebung und vom Eindruck des modischen Outfits von Hanna (Gesthuysen) auf den Gast. „Ich war für sie ein Bauerntrampel. Dabei hatte ich Stunden vor dem Kleiderschrank verbracht und meine schicksten Sachen getragen“, erinnerte sich die Autorin lachend. Amüsant ist auch die Schilderung von Lilies Besuch einer Karnevalssitzung in einer zugigen Reithalle oder als sie von ihrem eigenen sprachlichen Fauxpas als Praktikantin bei einem französischen Radiosender berichtete.

„Ich wollte den Zuhörern etwas über den Karlspreis erzählen, den der damalige Staatspräsident Mitterrand in Aachen erhalten hatte. Aus „la paix“, was Frieden heißt, sei dann aber „le pet“ geworden und damit der „Furzpreis an Mitterrand.“ Verständlich, dass eine solche Geschichte auch in das Buch gehört, wo sie allerdings als Übersetzung von Hanna für den Schuldirektor zu finden ist, dem sie statt Frieden halt einen Furz wünscht.

Gesthuysen hatte viele Anekdoten parat, so dass sie immer wieder für herzliche Lacher im Publikum sorgte. Weiter ging‘s dann nach der Pause mit der Recherche nach den Vorfahren von Lilie, und die Erzählerin tauchte ab in die Geschichte der Georgette Agutte, einer Malerin der Belle Époque, die von 1867 bis 1922 lebte. Ursächlich dafür sei ein Bild von Georgette Agutte, das es tatsächlich gäbe und das in Annas Wohnzimmer hänge. Im Buch machen sich Vater Hermann, Hanna und Lilie auf die Suche, zunächst in der Nähe von Paris, wo die Ur-Urgroßtante der richtigen Elody und ihr Mann Marcel Sembat, ein Sozialist und Minister, gelebt haben.

Dann geht es weiter nach Grenoble, wo die übrigen Bilder des Paares heute in einem Museum hängen, und schließlich nach Guadeloupe, wo Elodys Vater ebenfalls wirklich gelebt hat. „Und diese Recherchen habe ich auch allesamt gemacht“, so die 46-Jährige, die die Zuhörer auch mit ins Atelier der Malerin nahm, in der viele Berühmtheiten wie Henri Matisse verkehrten. Minutiös beschrieb Gesthuysen die Arbeit des Malers an einem Bild von Agutte, was auch in dessen Tagebüchern nachzulesen sei.

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