Qualifizierung für Flüchtlinge / Mixtur aus Sprache und Beruf

Zwölf Wochen Training für einen möglichen Job

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Dozentin Dorothea Buchlinski (sitzend) beim Deutschunterricht im Bildungswerk der Niedersächsichen Wirtschaft (BNW). Die Afrikaner nehmen am Projekt „Berufliche Aktivierung und Orientierung von Migranten“ teil. Mit auf dem Bild Projektleiterin Frederun Schmid (links), Birgit Kunz (BNW-Leitung) und Torben Lach von der Arbeitsagentur.

Verden - Die deutsche Sprache beherrschen, ist die Grundlage, um in Beruf und Gesellschaft Fuß zu fassen. Mit einer Mischung aus Sprachtraining und Berufskunde schult das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) 32 Afrikaner. In zwölf Wochen lernen sie Berufsbilder und Arbeitssicherheit kennen. Bis Ende des Monats treffen sich die Männer aus Somalia, dem Sudan und Eritrea montags bis freitags in Verden. Am Ende soll es eine Art Fundament geben, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben.

Mit dem Sprachtraining legen die Dozenten die Grundvoraussetzung für ein Leben in Deutschland. Dazu bekommen die Flüchtlinge, aufgeteilt in zwei Gruppen, einen Einblick in das Ausfüllen von Formularen bei Behörden.

Neben der Sprache erklären die Lehrer den Teilnehmern das deutsche System, beginnend bei der Schulgliederung über die Ausbildung bis hin zum Beruf. In den Herkunftsländern sehen die Berufsbilder anders aus. „Daher ermitteln wir die Interessen und Talente der Teilnehmer“, sagt Frederun Schmid. Die Projektleiterin betont, dass auch die Wünsche der Arbeitgeber einfließen.

So ist ein großes Thema die Arbeitssicherheit. „Wenn die Kursteilnehmer die Anweisungen und Piktogramme nicht verstehen, wird es schwierig,sie zu vermitteln“, ergänzt Schmid. Im Auftrag der Agentur für Arbeit führt das BNW die Kurse „Berufliche Aktivierung und „Orientierung von Migranten“ durch.

„Viele würden gerne eine Lehre beginnen“, sagt Schmid. Mechaniker in allen Variationen steht bei den Männern ganz weit oben auf der Wunschliste oder auch Pflegeberufe und Feuerwehrmann. „Der Flüchtling mit dem Feuerwehrwunsch geht in seiner Freizeit zu einer freiwilligen Feuerwehr“, so die Projektleiterin.

Mit dem Beherrschen der Sprache soll die Möglichkeit erhöht werden, einen Job zu bekommen. „Das ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Schmid. Und weiter: „In der Wirtschaft und im Handwerk gibt es eine hohe Bereitschaft Praktikumsplätze anzubieten.“ Viele Firmen hoffen die vakanten Lehrstellen so zu besetzen.

Alle Teilnehmer befinden sich noch im Asylverfahren. Die Qualifikation der überwiegend Mitte 20-Jährigen reicht von Schulabbrechern bis hin zu High-School-Absolventen. „Wobei Schulabbrecher nicht vergleichbar sind mit denen in Deutschland. Oft gibt es die Schule nicht mehr“, so Frederun Schmid.

Einen Zugang zu den handwerklichen Berufen bildet der zweite Teil des Kurses, der komplett in Deutsch stattfindet. Die Männer lernen den Umgang mit den Maschinen und die Sprache. „Da ist viel praktische Intelligenz dabei“, so Schmid. Gemeint sind damit die Personen, die handwerklich geschickt sind, aber das theoretische Schulwissen fehlt. Hier greift das BNW den Teilnehmern unter die Arme und bereitet sie auf einen Schulabschluss vor.

Im November starten neue Kurse in Verden. Im Oktober beginnen sie in den Landkreisen Diepholz und Nienburg, an verschiedenen Standorten.

awt

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