Strafverfahren am Landgericht Verden

29-Jähriger aus Riede angeklagt: Prozess um Leasingbetrug startet neu

Landkreis/Verden - „Wir bieten Ihnen einen unkomplizierten Weg zu Ihrem Traumwagen“, das wird noch immer im Internet von einem Unternehmen in Wilstedt (Kreis Rotenburg) versprochen. Doch dahinter stand nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Verden von Beginn an eine reine Betrugsmasche. Dafür muss sich nun ein 29 Jahre alter Angeklagter aus Riede (Kreis Verden) vor dem Landgericht Verden verantworten.

Kunden seien mit dem Versprechen von Leasingverträgen ohne Vorlage einer Schufa-Auskunft angelockt und um ihre Anzahlungen betrogen worden, ist die Sichtweise der Staatsanwaltschaft. Schwierig ist es nicht nur, bei negativen Schufa-Einträgen eine Finanzierung hinzubekommen, sondern offenbar auch mit diesem Strafverfahren. Einen ersten Anlauf hatte das Landgericht im Mai vergangenen Jahres unternommen. Damals saßen noch zwei Frauen mit auf der Anklagebank. Die heute 62 Jahre alte Mutter des Angeklagten aus Sittensen und die 28 Jahre alte Geschäftsführerin aus Sottrum.

Der erste Prozess war wegen einer fehlerhaften Schöffenbesetzung der Kammer geplatzt. Weil man terminlich für den Neubeginn nicht auf einen Nenner kommen konnte, wurde das Verfahren gegen die Frauen abgetrennt.

Am vergangenen Mittwoch sollte es einen Neustart im Verfahren gegen den 29-Jährigen geben, doch da hatte sich der Verteidiger kurz vor Sitzungsbeginn krank gemeldet. Am Dienstag war er zwar anwesend, doch es ging kaum um die angeklagten Taten, sondern um die Frage, ob der Termin, der vergangene Woche umgehend wieder beendete wurde, als erster Verhandlungstag gelten kann. Dies wiederum ist für die Frage der Schöffenauswahl und den weiteren Fortgang des Verfahrens von Bedeutung. Eine Entscheidung steht noch aus.

Zumindest die Anklageschrift wurde am Dienstag verlesen. Bei 20 der insgesamt 27 Anklagepunkte geht es um Leasingverträge aus dem Jahr 2015. Ansonsten um den Einkauf von Büromaterial, wobei als Tatorte Wilstedt und Ottersberg genannt werden.

Fortsetzung am Mittwoch

Im Januar 2015 soll das Gewerbe für „Automobilhandel und Finanzierung“ angemeldet worden sein. Der 29-Jährige soll die Verhandlungen mit den Kunden geführt und sich um Vertragsabschlüsse gekümmert haben.

Der Anklageschrift zufolge ging es jedoch gezielt nur darum, eine Vielzahl von Kunden mit dem Versprechen von Leasing-Verträgen ohne Schufa anzulocken, Verträge zu schließen und zu einer Anzahlung zu verleiten. Immer seien es vierstellige Beträge gewesen. „In keinem der Fälle kam es zur Auslieferung des Autos oder zu einer Finanzierung. Die Angeklagten handelten in dem Bewusstsein, dass sie nicht in der Lage waren, die Fahrzeuge zu beschaffen und zu finanzieren“, so der Vorwurf.

Bei den endlos wirkenden Diskussionen im Gerichtssaal ließ der Verteidiger durchblicken, dass sein Mandant die Vorwürfe bestreiten wird.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. 

wb

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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