Von Verden aus zur Demo nach Berlin

Protest für mehr Umweltschutz

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Seit Donnerstag mit dem Trecker auf dem Weg nach Berlin: Bäuerinnen und Bauern aus dem Landkreis Verden, Ammerland und Ostfriesland.

Verden – Seit zehn Jahren demonstrieren in Berlin jeweils im Januar zum Auftakt der „Grünen Woche“ Bauern und Bäuerinnen zusammen mit der Zivilgesellschaft unter dem Titel „Wir haben Agrarindustrie satt!“ für eine Reform der deutschen und europäischen Agrarpolitik. Aus Verden fahren Elisabeth Fresen und Henning Wennhold mit ihren Treckern in die Hauptstadt.

„Die bisherige Agrarpolitik der Bundesregierung steckt in der Sackgasse. Jahrzehntelang sollten wir Bauern und Bäuerinnen zu möglichst billigen Preisen produzieren und angeblich sogar die Welt ernähren. Der Schutz von Umwelt und Tierwohl ist dabei viel zu oft unter die Räder gekommen. Gleichzeitig haben wir Zehntausende bäuerliche Betriebe verloren, auch hier im Landkreis Verden“, mahnt Henning Wennhold, Bauer aus Kirchlinteln.

Das zeige sich auch in den weiteren Trecker-Demonstrationen der letzten Monate, wie sie derzeit wieder anstehen. „Diese Bauernproteste kommen jetzt an wichtige Weichenstellungen: Der Protest muss verbunden werden mit politischen Forderungen und praktikablen Lösungswegen für die Betriebe. Für mich ist klar, dass wir dabei auf Bündnispartner aus der ganzen Gesellschaft angewiesen sind. Deshalb fahre ich zur ,Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demonstration‘, ergänzt Wennhold.

„Wir demonstrieren in Berlin für eine Agrarpolitik, die uns Bäuerinnen und Bauern eine wirtschaftliche Perspektive unter Beachtung eines konsequenten Grundwasser-, Arten-, Nutztier- und Klimaschutzes gibt. Veränderungen in diesen Bereichen sind dringend notwendig, unter den aktuellen Bedingungen aber kaum leistbar“, erklärt Jungbäuerin Elisabeth Fresen aus Verden.

Neben fairen Erzeugerpreisen fordert die Demonstration „Wir haben Agrarindustrie satt!“ in Berlin deshalb ein entschiedenes Umsteuern in der EU-Agrarpolitik. Hier stehen 2020 Entscheidungen für die kommenden sieben Jahre an, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Verdener Gruppe. „Wir wollen, dass mit den wichtigen Zahlungen der EU konkrete positive Leistungen der einzelnen Betriebe für den Natur- und Umweltschutz honoriert werden. Es ist nicht mehr zeitgemäß, Steuergelder pro Hektar auszuzahlen, unabhängig von der Art und Weise, wie ich dort wirtschafte. Diese Gelder sollten im Sinne der Gesellschaft ausgezahlt werden“, beschreibt Fresen und macht es konkret: „Es muss sich in Zukunft für die Betriebe lohnen, die Fruchtfolge vielfältig zu gestalten, klima- und bodenschonend zu ackern und den Einsatz von Düngung und Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.

Wer Schweine auf Stroh hält, Kühe weidet oder artenreiches Dauergrünland erhält, sollte dafür entlohnt werden. Wir fordern eine sozial gerechte und ökologisch positiv wirksame EU-Agrarpolitik für unsere Höfe.“

In Berlin werden die Trecker Sonnabend ab 12 Uhr die jährliche Großdemonstration anführen, die am Brandenburger Tor startet.

Die Demonstration wird von über 50 Organisationen aus Landwirtschaft, Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz, Entwicklungspolitik und Kirchen getragen, darunter auch die Bauernverbände Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bioland, Demeter, Naturland und Neuland. Henning Wennhold und Elisabeth Fresen laden Kolleginnen und Kollegen ein, sich ihnen auf dem Weg nach Berlin anzuschließen.

Weitere Informationen zur Demonstration finden gibt es im Internet unter www.wir-haben-es-satt.de und www.wir-haben-es-satt.de/trecker/aufruf/.

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