Scharnhorster Landwirt widerspricht den Schilderungen der Dea

Protest formiert sich

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In Scharnhorst wehren sich die Bürger gegen weiteren Bohrungen der Dea.

Scharnhorst - Bislang gab es in Scharnhorst noch keinen Protest gegen die dortige Erdgasförderung, doch das scheint sich zu ändern.

Anlass sind die neuesten Entwicklungen im Bemühen der Dea Deutsche Erdöl AG um Grundstücke im Wasserschutzgebiet Panzenberg. Dabei erfuhr die Öffentlichkeit mehr darüber, wie der Konzern offenbar bei Grundeigentümern auftritt. Auf der gut besuchten Informationsveranstaltung am Mittwoch im Landhaus Müller war für Gesprächsstoff gesorgt.

Neuer Flächenbesitzer lehnt Pachtvertrag ab

Die Dea hatte im Jahr 2015, unweit des Wasserwerkes in Scharnhorst, ein Grundstück gekauft, das an eine bestehende Erdgasförderstätte grenzt. Wiederum angrenzend an die damals gekaufte Fläche hat der Konzern ein weiteres Grundstück gepachtet. Dies wurde erst bekannt, nachdem das gepachtete Grundstück verkauft worden ist. An den Scharnhorster Landwirt Frank Meyer. Das war im Herbst 2016, wie er vor großem Publikum berichtete.

„Kurz darauf bekam ich Besuch von der Dea“, so Meyer. Anlass sei der „Pachtvertrag“ mit dem Vorbesitzer gewesen. „Ich müsse die Rechtsfolge antreten“, sei ihm erklärt worden. „Im Januar 2017 wurde mir von der Dea ein neuer Vertrag zugesandt.“ Inhaltlich sei dieser identisch gewesen. „Diesen Vertrag habe ich natürlich nicht unterzeichnet“, betonte Meyer. Stattdessen suchte er sich zunächst juristischen Rat und dann den der Bürgerinitiative „Walle gegen Gasbohren“.

Dea versucht Besitzer umzustimmen

Im Februar habe er den Vertrag gekündigt, doch statt einer Bestätigung habe er erneut Besuch von Mitarbeitern der Dea bekommen. „Deren Ziel war es, mich zu überzeugen, den neuen Vertrag zu unterzeichnen“, berichtete Meyer. „Mir wurde gesagt, dass sonst eventuell eine Grundabtretung als Folge kommen könnte und dass ich dann schlechter stünde als jetzt“, sagte Meyer. Damit widersprach er der Darstellung des Konzerns von Mitte März, dass die „Erzwingung einer Grundabtretung“ nicht dem „Geschäftsgebaren der Dea“ entspreche und man vielmehr an „guten nachbarschaftlichen Beziehungen“ und „einvernehmlichen Lösungen“ interessiert sei.

Meyer will sich auch nach einem möglichen Beginn der Arbeiten bei seinen Besuchern erkundigt haben. Entgegen der Behauptung der Dea, dass in diesem Jahr noch nicht mit einer Bohrung zu rechnen sei, habe man ihm gesagt: „Unter Umständen dieses Jahr schon“.

Bürgerinitiative wirbt für gemeinsamen Protest

Rasmus Grobe aus dem Scharnhorster Ortsrat erläuterte im Anschluss an Meyers Schilderungen mögliche Gefahren für das Trinkwasser durch die Erdgasförderung im Wasserschutzgebiet. Rechtsanwalt Gero Landzettel schilderte verschiedene rechtliche Aspekte. Martin-P. Busch als Moderator des Abends und Sprecher der BI Walle versprach nachbarschaftliche Unterstützung.

Mitgebracht hatten die Veranstalter dieser Informationsveranstaltung deshalb auch gleich die ersten Protestplakate mit der Aufschrift „Scharnhorst gegen Gasbohren“.

Busch sprach sich im Namen der BI Walle für einen gemeinsamen Protest aus: „Es hat ein anderes Gewicht, als wenn jeder alleine aufsteht.“

wb

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