Gymnasium am Wall bleibt fair Trade School

Projekt mit nachhaltiger Wirkung

Acht Frauen, drei von sitzen im Vordergrund, präsentieren die Kaffeepäckchen, für deren Etikette-Design ist  vor zehn Jahren verantwortlich waren.
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Projektbeteiligte: Petra Sehrt (Schulleiterin), Ursula Kiekebusch (Weltladen), Dr. Christina Bachmann (GaW), Rut Kahlke-Kuipers (GaW ) und Christiane Kullmann (Weltladen). Vorne Caroline Yavuz, Gesa Hoops und Marit Winter.

Seit zehn Jahren zählt im Weltladen Ölzweig in Verden fair gehandelter, spezieller Verdener Stadtkaffee aus Mexiko zum ständigen Sortiment. Die Etiketten für die Kaffeeverpackung haben Gesa Hoops, Caroline Yavuz (vormals Schuldeis) und Marit Winter erstellt. Die drei waren die Siegerinnen im Design-Wettbewerb zum Thema „Agenda 21 – global denken – lokal handeln“ im Leistungskurs Kunst bei Dr. Christina Bachmann.

Verden Beim Pressegespräch in der Schulbibliothek wurde an das Projekt erinnert, das, so die Überzeugung der damals Beteiligten, später auch wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des GaW zur bislang landkreisweit einzigen Fair Trade School hatte. In Anerkennung von fairen Aktivitäten im Schulalltag wurde die Schule zum dritten Mal als Fair Trade School zertifiziert.

„Die von den Schülerinnen gestalteten Etiketten sind selbst nach einem Jahrzehnt noch aktuell und so schön anzusehen, dass die Kaffeetüten, die sie zieren, nicht nur beliebte Reisemitbringsel bei Touristen sind, sondern auch von Einheimischen als Verdensie geschätzt werden. Wir haben allerdings vor allem viele Kunden, die den Kaffee, den wir gemahlen und ungemahlen führen, wegen des guten Geschmacks kaufen“, sagt Ursula Kiekebusch, die als pensionierte Lehrerin am GaW und engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterin im Eine-Welt-Laden Ölzweig damals die Zusammenarbeit zwischen Laden und Schule federführend koordiniert hatte.

UN-Projekt „Agenda 21“ gab den Anstoß

Kiekebusch spricht vom Agenda-Kaffee, wenn sie sich an den Verkaufsstart des Verdener Kaffees erinnert, und sie berichtet von einer Broschüre der Fairhandelsorganisation El Puente zur Aktion Agenda 21, einem in Rio von der UN beschlossenen Programm für das 21. Jahrhundert, das ursächlich für das Projekt gewesen sei. „Es ging um nachhaltige Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungspolitik.“ Kiekebusch: „Städte wie Dresden oder Hameln hatten sich bereits an dem Projekt beteiligt und fair gehandelte Bio-Waren als Stadt-Artikel mit eigenem Produkt-Design auf den Weg gebracht. Und was die konnten, das konnten wir auch.“

Kiekebusch und Bachmann berichten, wie der Kunst-Leistungskurs Jahrgang 11 in das Projekt integriert wurde, mit der Aufgabe, sich neben dem normalen Unterrichtsprogramm an der Gestaltung eines Stadt-Kaffee-Labels zu versuchen. In Form eines Wettbewerbes hätten 24 Schüler um die beste Idee konkurriert, und von 16 vorgelegten Entwürfen hätten es acht Designs in die engere Auswahl geschafft. Bachmann: „Diese Schüler mussten während der Sommerferien noch einmal am Layout feilen und das Ergebnis erneut der Jury, bestehend aus Schülern, Pädagogen und Stadtmarketing, vorstellen.“

Das Päckchen Stadtkaffee mit Arabica-Bohnen aus Mexiko und einer künstlerisch gestalteten Banderole ist nur im Weltladen Ölzweig erhältlich.

„Am Ende wurden mit Gesa, Caroline und Marit gleich drei Gewinner gekürt, weil sich die Jury nicht auf ein Siegermotiv einigen konnte. Die Steuerungsgruppe war von den Entwürfen gleichermaßen begeistert“, erinnert sich Christina Bachmann und schwärmt bis heute von den Resultaten. Schlicht, nicht überfrachtet und doch farbenfroh hätten die Schülerinnen Wesentliches eingefangen, den lokalen Bezug nicht vermissen lassen und geschickt Bedeutung und Wertigkeit des fair gehandelten Produkts herausgestellt.

Ein Wettbewerb mit nachhaltiger Wirkung

„Bei mir hat dieser Wettbewerb einen regelrechten Flash ausgelöst“, so Bachmann. Die einstigen Preisträgerinnen, zwei von ihnen sind inzwischen Mütter, berichten, dass sich die Teilnahme am Projekt und die damit verbundene Auseinandersetzung mit dem Thema Fair Trade durchaus nachhaltig auf sie ausgewirkt habe und dass so manche Erkenntnis hängen geblieben sei. „Als junger Mensch, wir waren damals 17 Jahre alt, macht man sich vielleicht nicht allzu viele Gedanken über solche Themen. Aber, wenn man durch Projekte wie dieses gezwungen wird, sich damit zu beschäftigen, findet schon eine Sensibilisierung für globale Probleme statt und man merkt, wie wichtig es ist, im Einklang mit der Natur zu leben“, sagt Marit Winter. Gesa Hoops: „Das Projekt ist für mich die erste Möglichkeit gewesen, mich bewusst mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Dadurch hat mich Schule in dieser Richtung maßgeblich beeinflusst.“ Das bestätigt Caroline Yavuz, für die der Samen für ihr späteres Handeln hinsichtlich einer ökologischen Verantwortung damals gelegt worden sei. „Dieses Wissen und meine Überzeugung gebe ich heute an meine Kinder weiter.“

Der Verdener Weltladen Ölzweig hat ab 2. August wieder montags, 15 bis 18 Uhr, geöffnet. Die anderen Öffnungszeiten am Lugenstein 8 sind dienstags bis freitags, 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, sowie sonnabends, 10 bis 12 Uhr.  nie

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