Mit Projekt Geschichte Verdens aufarbeiten / Zustimmung der Fraktionen

Wunsch der Erinnerung

+
Mediengruppe Kreiszeitung

Verden - Die Geschichte Verdens ist vielfältig und soll nicht in Vergessenheit geraten. „Zukunft durch Vergangenheitssicherung“, nannte Kathrein Goldbach den dafür möglichen Weg. Die Sprecherin der Arbeitsgruppe „Erinnerungskultur“ stellte im städtischen Kulturausschuss das Projekt ausführlich vor.

Es ist eine Vielzahl von Themen, die sich die Arbeitsgruppe vorgenommen hat. Kathrein Goldbach hatte dem Ausschuss gleich eine ganze Liste mitgebracht, die systematisch abgehakt, aber auch jederzeit ergänzt werden kann. „70 Jahre nach Kriegsende gibt es vielfach den Wunsch des Rückblicks und der Erinnerung. Wir denken dabei insbesondere an die jüngeren Generationen, die dazu anschauliches Material brauchen, um Geschichte zu begreifen, zu verstehen, um daraus für die Zukunft zu lernen“, erklärte die Sprecherin.

Wichtig ist der Initiative, die Entwicklung von Demokratisierungsprozessen und Menschenrechten des 20. Jahrhunderts anhand der lokalen Verdener Geschichte zu dokumentieren. „Wir wollen uns dabei nicht auf die Zeit des Nationalsozialismus beschränken, sondern noch weiter, bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, zurückgehen“, betonte Kathrein Goldbach.

Und so soll die Dokumentation vor, in und nach der Zeit des Ersten Weltkrieges ansetzen. Novemberrevolution 1918/19, die Rolle der Presse bis 1933 und dann die Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 bis 1945 schließen sich an. Die Reichspogromnacht, was war damals los in Schulen, Geschäften, Justiz, Militär, Kirchen und: gab es Widerstand? Die Verfolgung von Minderheiten, darunter Andersgläubiger, Andersdenkender, Behinderter, soll aufgearbeitet werden. Verden am Ende des Zweiten Weltkrieges, die Besonderheiten des Demokratisierungsprozesses, Umgang und Verantwortung mit der Vergangenheit und der Verfolgung jüdischer Mitbürger, Entscheidungen der Kommunalpolitik, Initiativen wie „Verden ist bunt“ sowie die Entwicklung hin zu einer modernen Stadt, sind weitere Schwerpunkte des Arbeitskreises. Auch das Material der SPD-Arbeiterbibliothek sowie die gesicherten Fundstücke aus den Grabungsarbeiten im Bereich der abgebrannten Synagoge könnten im Rahmen des Projektes ihren besonderen Platz finden.

Sprecherin Kathrein Goldbach weiß um die Herkulesaufgabe, sieht sich personell aber bereits ganz gut aufgestellt. „Es gibt schon zahlreiche Freiwillige, darunter fachkundige Archivare und Historiker, die ihr Engagement zugesagt haben.“ Dennoch wird es ohne Fördergelder und öffentliche Unterstützung nicht gehen. Auch die Vernetzung mit den hiesigen Museen ist angedacht. Außerdem braucht die Erinnerungskultur einen zentralen Anlaufpunkt: „Wir sind in Kontakt mit dem Verein Verdener Kulturflügel“, berichtete Kathrein Goldbach. Danach wäre eine mögliche Lösung der Dachboden oberhalb der Verdener Stadthalle.

In den örtlichen Fraktionen kam die Vorstellung des Projektes durchweg gut an. Kathrein Goldbach hatte zudem die Idee zusätzlich mit einem Gedanken aus berufenem Munde befeuert: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“, zitierte sie den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

mw

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Meistgelesene Artikel

Kanu kentert – zwei Teenager vermisst

Kanu kentert – zwei Teenager vermisst

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

36-Jähriger mit rekordverdächtigem Promillewert auf der A27

36-Jähriger mit rekordverdächtigem Promillewert auf der A27

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Kommentare