Proben für Tintenklecks-Projekt laufen / Vielfalt dank inklusiver Besetzung

Beim Tanz spielt Behinderung keine Rolle

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Stellen gemeinsam das Projekt „Tanz macht Schule“ auf die Beine: Margarete Meyer, Alexandra Benthin und Rolf Hammes (v.l.).

Verden - Seit 2009 kooperiert das Tanzwerk Bremen für das Projekt „Tanz macht Schule“ mit dem Verein Tintenklecks aus Verden. Schüler aus verschiedenen Schulen stehen gemeinsam auf der Bühne und erarbeiten unter professioneller Anleitung kleine Stücke. Höhepunkt ist stets die Aufführung in der Stadthalle im Dezember. Seit September laufen die aktuellen Proben. Die Projektleiter Margarete Meyer (Tintenklecks) und Rolf Hammes (Tanzwerk Bremen) sowie Choreographin Alexandra Benthin erzählen, was „Tanz macht Schule“ so besonders macht.

„Wir versuchen immer, Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung in das Projekt einzubinden“, berichtet Margarete Meyer. So ist in diesem Jahr die Abschlussstufe der Likedeeler Schule beteiligt. Alexandra Benthin hat durch das Theaterprojekt „Die anderen“ seit zehn Jahren Erfahrung mit inklusiver Arbeit. „Es geht uns darum, alle an den zeitgenössischen Tanz heranzuführen. Die Freude an der Bewegung steht im Vordergrund. Beim Tanz spielt die Behinderung keine Rolle, es geht allein um den körperlichen Ausdruck“, erzählt sie.

„Wenn man ein richtiges Setting macht, sind auch Amateure in der Lage, Kunst zu produzieren“, weiß Rolf Hammes. Als Veranstalter sei es die Aufgabe, die Potenziale der Akteure zu entdecken. Dabei müsse man von der Vorstellung eines perfekten Körperbildes abrücken. Das sei oft sogar interessanter als das „glatt gebügelte“ Idealbild. Zur Philosophie gehört, dass die Choreographen nicht mit einer fertigen Idee die Arbeit mit den Schülern beginnen. „Wir gucken, was für jeden möglich ist und wie man alle an ihre Grenzen bringen kann“, so Alexandra Benthin.

Margarete Meyer sieht den Reiz von „Tanz macht Schule“ gerade darin, dass so viele unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen zu Musik ganz verschiedener Stilrichtungen tanzen. „Dadurch entsteht die Vielfalt auf der Bühne.“ „Die Stücke sind unglaublich vielseitig, die Energie, die von den Darstellern ausgeht, schwappt aufs Publikum über, viele sind innerlich bewegt und das hält eine ganze Weile vor. Es passiert viel, ohne dass sie miteinander reden“, hat Alexandra Benthin beobachtet.

„Inklusion ist für uns ein Stück Alltagsgeschäft und wird Gott sei Dank immer selbstverständlicher. Wir arbeiten daran, dass man Inklusion nicht mehr extra betonen muss“, so Hammes. Gerade bei „Tanz macht Schule“ sei es so, dass die einzelnen Gruppen sich gegenseitig bewundern. „Es macht ihnen Spaß, voneinander Neues zu lernen und dabei Vorurteile abzubauen.

In diesem Jahr sei es besonders spannend, weil unter den sechs teilnehmenden Schulen auch ältere Gruppen dabei sind, zum Beispiel künftige Erzieher von den BBS, berichtet Margarete Meyer. Sie weiß, dass „Tanz macht Schule“ für viele ein „Aufreißer“ ist. „Viele brennen darauf, etwas in dieser Art weiter zu machen. Ich würde es toll finden, wenn in Verden noch mehr in dieser Art entstehen könnte.“

Doch allein dieses Projekt auf die Beine zu stellen, sei immer wieder eine Herausforderung. „Wir müssen jedes Jahr 25000 Euro aufbringen. Ich bin stolz, dass wir das bislang immer geschafft haben.“ „Tanz macht Schule“ wird unterstützt von der Kulturförderung der Stadt Verden und des Landkreises, dem Netzwerk Jugendarbeit, dem Landschaftsverband Stade, dem Lions Club, Inner Wheel und der C&A-Stiftung.

Die Aufführungen sind am Donnerstag, 10. Dezember, 19.30 Uhr, und am Freitag, 11. Dezember, um 9 und um 11.30 Uhr. Der Vorverkauf läuft, Karten gibt es bei der Verdener Aller-Zeitung, der Tourist-Information und beim Tintenklecks. Schulklassen können per E-Mail an marg.meyer@tintenklecks-verden.de Karten reservieren.

ahk

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