Präventionsrat: Viele Schüler betroffen / Fortbildung mit Sozialarbeiter Moritz Becker

Streit und Mobbing bei WhatsApp

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Christian Piechot (l.) und Moritz Becker.

Verden - Der Präventionsrat Verden und der Verein Smiley haben eine Lehrerfortbildung zu Sofortmaßnahmen bei Konflikten im Internet durchgeführt. Unter dem Motto „Kinder und Jugendliche bei WhatsApp und Facebook – Was geht Schule das an?“ fand eine Tagesfortbildung im Domgymnasium statt.

Diplom-Sozialarbeiter Moritz Becker vom Verein Smiley aus Hannover informierte über richtige Vorgehensweisen bei Konflikten. Smiley bietet seit Jahren Fortbildungen im Bereich der Medienkompetenz an und unterstützt Lehrer, Schüler und Eltern bei Problemfällen.

Neben Lehrern aus den weiterführenden Schulen des Verdener Stadtgebietes waren auch Vertreter von Polizei, Jugendhilfe und Beratungsstellen anwesend. Kerngedanke der Veranstaltung war es, Kompetenzen vor Ort zu vernetzen. „Es ist wichtig, dass die Lehrer sich untereinander kontaktieren können, um praktische Erfahrungen auszutauschen“, sagte Christian Piechot, stellvertretender Vorsitzender des Präventionsrates.

In letzter Zeit gäbe es immer mehr Konflikte, in denen das Internet eine wichtige Rolle spielt: Streit und Mobbing bei Whatsapp, Privatsphäreverletzungen mit dem Smartphone oder das Verbreiten von Nacktbildern. Viele dieser Auseinandersetzungen wirkten sich auf den Schulalltag aus oder hätten dort ihren Ursprung. Dem Präventionsrat ist zugetragen worden, dass darunter häufig die Klassengemeinschaft und das Unterrichtsklima leiden. Betroffene trauten sich manchmal gar nicht mehr in die Schule. Viele Ausbildungsstätten seien derzeit überfordert und engagierte Lehrkräfte nicht ausreichend fortgebildet. Auch die Eltern wüssten oft nicht, wie sie das Verhalten ihrer Kinder einordnen sollen.

Deshalb erklärte Moritz Becker den Teilnehmern anhand von Fallbeispielen, wie sie bei Konflikten unmittelbar reagieren können. „Es ist besonders wichtig, dass man Opfer und Täter gerecht wird“, so Becker. Häufig seien die Jugendlichen sich ihrer Täterschaft gar nicht bewusst. Tätern und Opfern müssten genügend Aufmerksamkeit zukommen, und beide Seiten müssten die Situation verstehen. So könnte erneuten Konflikten vorgebeugt werden. Becker: „Das ist eine sehr schwierige Aufgabe.“

„Es kommt im Netz häufig zu Missverständnissen, bei denen die Emotionen viel schneller hochkochen als im realen Leben“, erklärte Becker weiter. Und Piechot ergänzte: „Im Internet fehlen die nonverbalen Komponenten. Man kann nicht sehen, wenn der Chatpartner emotional auf eine Nachricht reagiert. Man nimmt die Dinge ganz anders wahr.“

Besonders wichtig sei also, dass langfristig die richtige Strategie entwickelt wird, um eine geeignete Nachsorge für betroffene Schüler zu ermöglichen.

ast

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