Positive Impulse für die Gemeinde Dörverden erwartet / Ende der Maßnahmen bis März 2015

Stammgleis: Bau kann beginnen

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Auf dieser Trasse ist der Anschluss des Stammgleises an die Hochgeschwindigkeitsstrecke der DB-Netz AG vorgesehen.

Barme - Der Bau des Stammgleises in das zukünftige Gewerbegebiet in Dörverden-Barme beginnt in den nächsten Tagen. Damit nimmt ein Projekt konkrete Gestalt an, dessen erste Planungen und Vorstudien schon 2008 begonnen hatten und das von einem langen und zähen Prozess von Grundstücksverhandlungen und Antragsstellungen begleitet war.

Zunächst wurde mit der Immobiliengesellschaft des Bundes um den Erwerb des Kasernengeländes in Barme gerungen, später schloss sich daran das sehr komplexe Planfeststellungsverfahren an. „Jetzt können wir endlich mit dem Bau beginnen“, freuen sich Landrat Peter Bohlmann und Uwe Roggatz von der Verden-Walsroder Eisenbahn GmbH (VWE).

Bauherrin des Stammgleises ist die Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft des Landkreises Verden (WSG). Ihre Gesellschafter sind die Gemeinde Dörverden, der Landkreis und die VWE, die als überwiegend kreiseigene Bahngesellschaft die Eisenbahnkompetenz einbringt. Gemeinsam verfolgt man das Ziel, aus der ehemaligen Kaserne in Barme ein florierendes Gewerbegebiet zu machen.

Es gehe, so Bohlmann, vor allem darum, Arbeitsplätze zu schaffen und die Finanzkraft in der struktur- und einnahmeschwachen Gemeinde Dörverden zu erhöhen. Wenn der Bau im knappen Zeitrahmen gelinge, wäre das Stammgleis ein gutes Beispiel für eine vorausschauende und auch ökologisch ausgerichtete Strukturpolitik in der Region.

Das Besondere und zugleich Alleinstellungsmerkmal ist die Anbindung des Gewerbegebietes an die Bahnstrecke Bremen-Hannover durch ein mehr als drei Kilometer langes Industriestammgleis. Das Gleis und die Verbindung zum Ankerinvestor H.F. Wiebe, der 30 Hektar der insgesamt rund 80 Hektar großen Fläche erworben hatte, bildeten die Voraussetzung, dass die WSG für den Bahnstreckenanschluss des Geländes eine Förderzusage für EU-Mittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro erhielt. Allein auf Seiten der WSG sind insgesamt fünf Millionen Euro zu investieren. Die Kofinanzierung erfolgt durch den Landkreis und die Gemeinde Dörverden. Weitere Investitionen will das Unternehmen Wiebe tätigen, das auf dem Gelände ein Instandsetzungswerk für seine Gleisbaumaschinen mit umfassenden Gleisanlagen plant.

In den zurückliegenden Jahren drohte das Projekt immer wieder zu scheitern. Allein das Planfeststellungsverfahren, das Wiebe und WSG als getrennte Vorhabenträger gemeinsam auf den Weg brachten, dauerte mehr als zwei Jahre. Seit Anfang Mai hat der Planfeststellungsbeschluss für den Bau des Industriestammgleises (WSG) und der Gleisanlagen in dem ehemaligen Kasernengelände Rechtskraft, woraufhin die Bauleistungen für das Industriestammgleis europaweit ausgeschrieben wurden.

Den Zuschlag erhielt die Firma Wiebe, die damit nahtlos an ihr eigenes Vorhaben auf dem Gewerbegebiet anschließen kann. Die Rolle des ausführenden Unternehmens, so Roggatz, habe aber nichts mit ihrer Rolle als Ankerinvestor zu tun. „Die EU sowie das Vergabe- und Wettbewerbsrecht schreiben ein strenges, formales und nachprüfbares Vergabeverfahren vor“, betont Roggatz. Auch wenn die Unterschiede knapp seien, dürfe nach Prüfung der Angebote nur das wirtschaftlichste Angebot beauftragt werden. So würde die Wiebe-Gruppe in den nächsten Tagen die Arbeiten aufnehmen.

Der Bau und insbesondere der Anschluss an die Hochgeschwindigkeitsstrecke der DB-Netz AG, so Roggatz, seien komplex und bedürfen intensiver Begleitung, zumal die Projektförderungen das Ende der Baumaßnahmen mit dem 31. März 2015 vorgäben. „Das ist sportlich, aber zu machen“, sind Bohlmann und Roggatz, die beide zugleich Geschäftsführer der WSG sind, überzeugt.

Sicher sind sich beide, dass gute Chancen auf weitere Ansiedelungen für das Gewerbegebiet bestehen. „In den zurückliegenden Jahren gab es bereits den einen oder anderen Interessenten, der aber absprang, weil die Fertigstellung der Schienenanbindung offen war“, so Roggatz.

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