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Neuer Dirigent bei „VerVoices“: Pop, Jazz und grün-weiße Liebe

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Von: Markus Wienken

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 Der Verdener Chor „VerVoices“.
Immer am Dienstag im „Bella Vista“ am Burgberg: Der Verdener Chor „VerVoices“ startet nach Corona durch. © Vervoices

Jazz, Pop, Cole Porter und Abba, dazu (vielleicht) ein bisschen Werder, Mathis Meinrenken ist neuer Chorleiter bei VerVoices...und freut sich über jede Stimme...

Verden – Singen ist nicht unbedingt jedermanns Sache!? Da würde Mathis Meinrenken vehement widersprechen. Musiker aus Leidenschaft, dazu Dirigent, wirbt er buchstäblich um jede Stimme, ganz unabhängig von der Qualität des Gesangs. „Mit Übung ist viel möglich“, sagt Meinrenken. Er ist neuer Chorleiter des Verdener Ensembles „VerVoices“. Circa 20 Stimmen, die er arrangieren will. Und: „Es dürfen gerne noch mehr werden, jeder ist willkommen“, betont Meinrenken.

Veränderungen, Spontaneität, Bewegung, Rhythmus, dafür ist Meinrenken zu haben. Aber nicht alles auf einmal, keine Schnellschüsse. „Bei der Musik muss man Menschen da abholen, wo sie stehen. Sonst klappt’s nicht.“ Das gelte auch für die Arbeit mit einem Chor. „Dirigent und Ensemble müssen sich kennenlernen. Ich muss wissen, wer was kann, welche Stücke das Repertoire bilden, was der Chor möchte, dann funktioniert das Miteinander.“

Also den Chor VerVoices da abholen, wo er steht. Die Corona-Zeit war keine gute Zeit für das Ensemble. „Alle, nicht nur wir, haben natürlich darunter gelitten“, sagen die beiden Vorstandsmitglieder Hermann Hanneken und Wolfgang Schmidtke. „Die Mitglieder brennen darauf, wieder loszulegen.“ Das Repertoire? Beatles, Abba, Les Humphries Singers, alles, was sich irgendwie im Popbereich bewegt. Und klassische Jazz-Standards, darunter „Somewhere over the Rainbow“ oder „Night & Day“ von Cole Porter. Meinrenken ist umgehend im Thema, schlägt den Rhythmus dazu an, trommelt mal mehr mal weniger mit den Fingern dazu. „Da habe ich richtig Lust zu.“

Meinrenken weiß, wovon er spricht und wo er den Hebel ansetzen muss. Geboren in Göttingen, aufgewachsen in Oldenburg, hat der 56-Jährige ein Studium der Kirchenmusik sowie eine Ausbildung zum Chorleiter und als Klavierlehrer durchlaufen. „Musik ist aber, wenn es mal nicht gut läuft, brotlose Kunst“, sagt Meinrenken. Auch seine Eltern waren deshalb froh, dass er hauptberuflich in die Rechtsbranche abbog und Jurist wurde. Passt das denn überhaupt? Trockener Lehrstoff und Paragrafen hier, das pure Leben, der Rhythmus da? Meinrenken muss nicht lange nachdenken, ist auf die Frage vorbereitet und verweist auf die Geschichte: „Heinrich Schütz, Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Robert Schumann, es gibt viele Musiker und Komponisten, die sich ihr Geld als Rechtswissenschaftler verdienten.“

Dirigent Mathis Meinrenken.
Dirigent Mathis Meinrenken. © vervoices

Meinrenken machte es dann eben auch umgekehrt, studierte Jura und verdiente sich dabei mit der Musik etwas dazu. Er kann die Chöre nicht alle aufzählen, die er in den vergangenen Jahren, vornehmlich in Tübingen, unter seinen Fittichen hatte, aber es waren mehr als 30. „Es hat sich immer was ergeben“, erzählt der Jurist und Musiker. Auch Aufführungen, darunter Mozarts Requiem und die Johannes-Passion brachte er auf die Bühne.

Aus Tübingen zurück in die norddeutsche Region, daran ist dann aber wieder weniger die Musik, sondern dann doch die Rechtswissenschaft schuld. „Berufliche und persönliche Veränderung“, nennt es Meinrenken. Beim Landkreis Verden ist er, nach langjähriger Selbstständigkeit als Rechtsanwalt in Tübingen, nun für sein Fachgebiet „Familienrecht“ zuständig.

Aber ohne Musik geht es in der neuen Heimat nicht. Neue Kontakte werden nicht selten in der Mittagspause geknüpft, und so erfuhr Mathis Meinrenken bei einem Kantinengespräch von der freien Stelle bei VerVoices. Eine erste Begegnung mit dem Ensemble, man merkte, die Chemie stimmt. „Alles andere, da bin ich mir sicher, kommt von allein. Eben eine Frage der Übung und des Arrangements“, so der Musikpädagoge. Und: „Ich hab’ viele Ideen im Kopf, die ich mit dem Chor umsetzen kann, darunter Sprechgesang oder auch Rappen sowie Body Percussion.“ Spontan wäre der Fußball- und Werderfan zudem nicht abgeneigt, den ein oder anderen Fan-Gesang auf die Grün-Weißen anzustimmen. „Unmöglich ist das nicht. Mal sehen, was am Saisonende und mit Blick auf die Tabelle machbar ist“, lacht Meinrenken.

Info

Der Chor VerVoice trifft sich immer dienstags, 19.15 Uhr, im Sängerheim Bella Vista, Am Burgberg. Jede Stimme ist willkommen. Infos auf der Homepage des Chors unter vervoices.wixsite.com/vervoices/chorleitung.

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