Ex-Kreisverband hält fest zusammen

Politischer Freundeskreis statt Rentnerinnen- und Rentner-Partei

Eine verschworene Gemeinschaft: Heute gehen die Aktivitäten der ehemaligen Parteimitglieder über politische Arbeit hinaus. Dieses Bild entstand auf einer Kohltour zum Hof Holste in Schwarme. - Foto: Fetkenhauer
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Eine verschworene Gemeinschaft: Heute gehen die Aktivitäten der ehemaligen Parteimitglieder über politische Arbeit hinaus. Dieses Bild entstand auf einer Kohltour zum Hof Holste in Schwarme.

Landkreis - Die Rentnerinnen- und Rentner-Partei gibts nicht mehr. Mit dem Jahr 2013 stellte auch der Kreisverband Verden seine Arbeit ein. Von den Mitgliedern, es waren mal 60 an der Zahl, leben noch viele. „Wir sind eben nicht mehr die jüngsten“, sagt das ehemalige Vorstandsmitglied Ute Fetkenhauer. Politische Themen bewegen die Seniorinnen und Senioren immer noch, aber aus der Partei von damals ist heute ein Freundeskreis geworden. Noch immer halten sie fest zusammen.

„Im August 2007 gründete Helmut Polzer in München die Rentnerinnen und Rentner Partei mit der Intention, eine Rentenreform nach dem Schweizer Modell durchzusetzen“, berichtet die Ottersbergerin Ute Fetkenhauer. „Es zeichnete sich seinerzeit schon deutlich ab, dass die nachfolgenden Generationen von ihrem Altersruhegeld allein nicht existieren konnten. Bundes- und landesweit wurden Kreisverbände ins Leben gerufen, unter anderem auch der Kreisverband Verden.

Der nach der Gründung 2008 gewählte Vorstand des Kreisverbandes verfolgte mit viel Elan und intensiver Arbeit die von Helmut Polzer erstellte Zielsetzung. Als sich jedoch so genannte Maulwürfe aus den etablierten Parteien in die Rentnerinnen- und Rentnerpartei einschlichen und kräftig für Unruhe sorgten, war eine gedeihliche Arbeit zuletzt auch im Kreisverband Verden nicht mehr durchführbar. Zusätzlich musste der Vorstand hinnehmen, dass die jüngere Generation und damit die eigentliche Zielgruppe, ihrer Altersversorgung sorglos und desinteressiert entgegensah“, fasst Fetkenhauer die Geschichte zusammen.

Treffen gibt es einmal im Monat

Nach sechs Jahren „selbstlosem Einsatz“ habe sich der Kreisverband Ende 2013 aufgelöst. Der Vorstand wollte nach dem ,Aus' jedoch nicht sang- und klanglos auseinandergehen. Und hätten die Mitglieder beschlossen, sich weiter regelmäßig zu treffen, um sich zum politischen Geschehen auszutauschen. „So entstand ein politisch ausgerichteter Freundeskreis, der, gemeinsam mit den Ehepartnern, einmal im Monat zusammenfindet und inzwischen auf eine Fülle von abwechslungsreichen Zusammenkünften zurückblicken kann“, berichtet Fetkenhauer. 

„Mittlerweile fordert zwar das Alter seinen Tribut, aber das politische Interesse ist nach wie vor existent. Kritische Anmerkungen zu zeitnahen politischen Unzulänglichkeiten, besonders Berichte, die der breiten Masse kaum oder gar nicht bekannt sind, werden nicht nur diskutiert, sondern von einer kleinen Gruppe zur Veröffentlichung auf deren Homepages „Berliner Spitzen“ und „ELSA“ bearbeitet und veröffentlicht.“

Gutes Renten-Vorbild Österreich

„Vielen der unbekümmerten Rentner von morgen mag es entgangen sein, dass gegenwärtig das österreichische Rentenmodell ein Vorbild par excellence darstellt“, merkt Fetkenhauer an,“ in unserem kleinen Nachbarland zahlen alle Erwerbstätigen, einschließlich der Beamten und Politiker in eine Pflichtversicherung ein.“ Durch diese revolutionäre Regelung erhielten die Ruheständler eine Rente/Pension, die im Durchschnitt um 800 Euro höher liege als in Deutschland.

Neben den politischen Diskussionen hat bei den Senioren des ehemaligen Kreisverbandes Verden auch das Freizeitvergnügen seinen festen Platz. Grünkohl- und Spargelessen, Gartenfeste, Weihnachtsfeiern, sowie Besuche von Weihnachtsmärkten in Niedersachsen schmiedeten den kleinen Kreis im Laufe der Jahre noch fester zusammen. Außerdem unternehmen die 14 Personen mehrmals im Jahr Kurzausflüge und Tagesfahrten in die nähere Umgebung. Ein sehr interessantes Erlebnis war die Besichtigung der Kreiszeitung in Syke. Für Oktober steht erstmalig eine dreitägige Busfahrt nach Thüringen mit Besichtigung der Wartburg auf dem Programm.“

fet

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