Politischer Aschermittwoch der CDU in Verden / Reinhold Hilbers als Festredner

Bald war Schluss mit lustig

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Ein Hausmeister sorgte beim politischen Aschermittwoch im Gasthaus Früchtnicht für die rechte Stimmung.

Verden - Von Volkmar Koy. Deftig war es in zweierlei Hinsicht. Zunächst gab es Kohl und Pinkel, dann haute Festredner Reinhold Hilbers in die Tasten. Der CDU-Kreisverband hatte ins Gasthaus Früchtnicht eingeladen. 150 Anmeldungen zeugen davon, dass das Interesse am politischen Aschermittwoch der Union ungebrochen ist.

Ein Hausmeister war zur allgemeinen Belustigung auch noch engagiert worden, aber die Gäste freuten sich nach dem deftigen Kohl- und Pinkelessen mehr auf den heiteren Vortrag des haushaltspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion. Und Reinhold Hilbers legte auch karnevalistisch angehaucht und wortgewandt los. Kostproben: „Wer nicht 30-mal Grünkohl gegessen hat als Politiker, der ist kein Guter.“ Oder: „Wer kein Bier trinkt, ist ein Steuerhinterzieher.“

Doch plötzlich war Schluss mit lustig. Hilbers bekam angesichts der Tagesereignisse schnell in Richtung Flüchtlingsströme und hielt sich daran sehr lange auf. Er wolle zwar lieber Optimismus verbreiten („Deutschland ist ein starkes Land“), doch „die Menschen erwarten von uns auch Lösungen, was die Flüchtlinge angeht“. In den nächsten Monaten müssten im europäischen Kontext Lösungen her, sagte der Redner.

Er wünsche sich weiterhin ein freies Europa, sagte Hilbers, und zwar als Wertegemeinschaft. „Diejenigen, die wirklich Not leiden, gehören zu uns“, machte der Haushaltsexperte deutlich. Alle Gedanken, die Grenzen zu schließen, seien falsch. Nun gehe es darum, das Asylpaket II umzusetzen. Folglich müsse auch der Familienzuzug begrenzt werden.

Im weiteren Verlauf seiner Rede hatte Hilbers seine „Opfer“ flott ausgemacht. Außenminister Gabriel gehörte ebenso dazu wie Ministerpräsident Weil. Wenn in Niedersachsen 18000 abgelehnte Ayslbewerber lebten, aber nur 1000 rückgeführt worden seien, dann sei etwas falsch gelaufen. Ferner sei die Innere Sicherheit ein ureigenes Unionsthema. Hilbers forderte ohne Wenn und Aber: „Die Polizei bedarf der Rückendeckung der Politik.“ Recht und Ordnung müssten hochgehalten werden.

Im Fokus von Hilbers waren ferner „Frau Scheinheiligenstadt“ im Bildungsbereich sowie der „Robin Hood der Landwirtschaft“, der grüne Minister Meyer. Und „Wirtschaftsminister Lies ist der größte Anschein-Erwecker des Landesregierung“. Hilbers zog noch mehr vom Leder, hatte schließlich aber Mühe, die vorgegebenen 30 Redeminuten einzuhalten. Zusammengefasst kam er zu dem Schluss, dass nur einer Niedersachsen retten könne – natürlich die CDU. Hilbers: „Wir brauchen wieder ein investitionsfreundliches Klima.“

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