Verdens Politiker im Social Web

Politische Präsenzpflicht?

Auch die Verdener Aller-Zeitung (Foto) und das Achimer Kreisblatt finden Sie auf Facebook. Screenshot: Wienken

Verden - Von Lea Oetjen. Der Diebstahl privater Daten und eine misslungene Wahlkampf-Nachricht auf Twitter haben Robert Habeck, Chef der Bundestags-Grünen, dazu bewogen, seine Konten auf den sozialen Medien zu löschen. Politiker der Region beziehen Stellung und erörtern die Vor- sowie Nachteile von sozialen Netzwerken.

Facebook, Instagram, Snapchat und Co.: Die sozialen Medien gewinnen heutzutage immer mehr an gesellschaftlicher Bedeutung und Reichweite. Während einige lokale Politiker bereits eine Präsenzpflicht ausrufen, entscheiden sich andere bewusst gegen die öffentlichen Kanäle.

Politiker und Behördenleiter sollten sich mehr auf ihre Aufgaben und ihre Arbeit als auf Selbstinszenierungen konzentrieren.Peter Bohlmann, Landrat (SPD)

„Ich bin nicht in den sozialen Medien aktiv, da ich politische Tweets vom Informationswert als sehr begrenzt und häufig auch abwertend oder provokativ gegenüber Andersdenkenden empfinde“, erklärt Landrat Peter Bohlmann (SPD). Elektronisch ansprechbar sei er lediglich über seine Internetseite, deren Kontaktleiste viele Bürger regelmäßig nutzen würden. Bohlmann ist der Auffassung, dass sich Politiker und Behördenleiter mehr auf ihre Aufgaben sowie ihre Arbeit als auf Selbstinszenierungen konzentrieren sollten. Diese Ansicht teilt der Bürgermeister der Samtgemeinde Thedinghausen, Harald Hesse, der ebenfalls keine Social-Media-Kanäle hat. „Ich habe dafür keine Zeit, da ich genug damit zu tun habe, die Verwaltung einer Samtgemeinde zu leiten“, offenbart er. „Außerdem finde ich, dass das persönliche Gespräch durch nichts zu ersetzen ist.“ Hesse bevorzugt daher die direkte Ansprache.

Jens Richter (CDU)

Jens Richter, CDU-Bürgermeisterkandidat für die Stadt Verden, ist bereits seit rund sechs Jahren auf Facebook aktiv und hat eine eigene Homepage. „Wenn ich kritische Themen anspreche, darf ich mich nicht wundern, wenn es darauf Reaktionen gibt“, findet der Christdemokrat, der mahnt, dass die Lebensqualität verloren gehe, wenn ständig das Handy im Mittelpunkt des Alltags steht. Heutzutage sei es jedoch schwierig, auf soziale Medien ganz zu verzichten. „Ich möchte ja als Kommunalpolitiker über meine Arbeit berichten“, so Richter.

Ähnlich geht Karin Labinsky-Meyer (Grünen) mit den sozialen Medien um. Die stellvertretende Landrätin ist auch auf Facebook aktiv. „Ich nutze den Account nur, um inhaltlich über meine politischen Positionen zu informieren. Ich würde da allerdings keine großartigen politischen Diskussionen beginnen“, betont sie. Dennoch seien die Vorteile, die ein persönliches Gespräch bietet, absolut unbestritten. Sie betitelt Habecks Rückzug als „interessante Konsequenz“. „Ich wäre vermutlich einen anderen Weg gegangen.“

Dörte Liebetruth (SPD) sowie Gero Hocker (FDP) und Andreas Mattfeldt (CDU) lassen ihre Wähler deutlich mehr an ihrer Arbeit auf landes- sowie bundespolitischer Ebene teilhaben.

Dörte Liebetruth (SPD)

Regelmäßig versorgt Liebetruth die Abonnenten ihrer Facebook- und Instagram-Accounts mit Infos zu ihrer Arbeit im Landtag. „Bestimmte Gruppen der Bevölkerung nutzen hauptsächlich soziale Medien“, sagt die Sozialdemokratin, die betont, dass es ihr oftmals nicht gefalle, wie die Menschen im Internet miteinander umgehen. „Trotzdem sind die sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. Sie sind eine gute Möglichkeit, um für die Bürger erreichbar zu sein und Anregungen entgegennehmen zu können.“

Gero Hocker (FDP)

Zusätzlich zu Instagram und Facebook nutzt Hocker Twitter. „Meine Social-Media-Präsenz wird sich auch nach dem Hacker-Angriff nicht verändern“, sagt der Liberale. Das Risiko sei bekannt gewesen. Für Hocker seien seine Kanäle sehr wertvoll, um Feedback zu bekommen. Für den Rückzug Habecks findet der Bundestagsabgeordnete deutliche Worte. „Es gehört zur Demokratie, dass ein Politiker vielleicht auch mal daneben greift“, sagt Hocker. Umso wichtiger sei es, dann mit der Kritik umgehen zu können.

Andreas Mattfeldt (CDU)

Mattfeldt findet, dass der Fauxpas Habecks „an Dusseligkeit nicht zu überbieten ist. Es ist eine Nummer, die in einer Selbstgerechtigkeit kaum zu überbieten ist.“ Der Christdemokrat weiß, dass sich die Medienlandschaft in den vergangenen Jahren sehr verändert hat. „Politik war noch nie so offen, transparent und zugänglich wie in der heutigen Zeit. Die Reichweite auf den sozialen Medien ist enorm“, so Mattfeldt. Er verweist jedoch darauf, dass seine Nummer auch immer noch im Telefonbuch zu finden ist.

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