Politik stellt sich beim zweiten Waller Flurgang hinter die Bürgerinitiative

„Tut alles, was möglich ist“

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Teilnehmer des Flurgangs hörten sich bei der Schlusskundgebung Standpunkte der Politiker an.

Walle - Am zweiten Waller Flurgang der Bürgerinitiative „Walle gegen Gasbohren“ am Sonntag beteiligten sich nach Schätzungen der Polizei rund 300 Menschen. Von der Sporthalle ging es entlang der Bundesstraße 215 in das Gebiet, wo die Deutsche Erdöl AG (DEA) einen weiteren Bohrplatz erstellen möchte. Bislang soll es dem Konzern jedoch nicht gelungen sein, ein Grundstück diesem Gebiet zu pachten.

Dies ist wohl der Einigkeit unter den Bürgern und dem bestehenden Haftungsrisiko für die Grundstückseigentümer zu verdanken. Die Bürgerinitiative hatte sich Mitte Dezember 2015 mit dem vorrangigen Ziel gegründet, dass die DEA nicht an geeignete Flächen gelangt. Es wurde dafür viel Überzeugungsarbeit bei Grundbesitzern geleistet. Gesetzliche Regelungen, die beispielsweise Mindestabstände zur Wohnbebauung vorgeben, reichen den besorgten Bürgern nicht aus.

Unterstützung seitens der Politik wurde beim Flurgang einmal mehr zugesagt. Durch den Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt, eine Stellvertreterin der Bundestagsabgeordneten Christina Jantz und Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann. Alle drei sprachen bei einer Schlusskundgebung.

Martin Busch überreichte als Sprecher der Bürgerinitiative eine Liste mit 1572 Unterschriften an die drei Gäste. „Ich stehe hinter ihnen und werde sie unterstützen“, versprach Bürgermeister Lutz Brockmann. Wie die anderen Redner, forderte auch er ein zeitgemäßes Bergrecht. Dies sei dringend notwendig, da das derzeitige Bergrecht aus einer Zeit stamme, in der es keine Demokratie gab und Umweltschutz keine Rolle spielte, so Brockmann.

Stadtrat Carsten Hauschild als weiterer Redner gab sich kämpferisch: „Was die Industrie uns als Stand der Technik verkaufen will, ist extrem veraltet. Jeder Landwirt hat strengere Auflagen.“ Die Grundeigentümer, die als Verpächter Flächen zur Verfügung stellen, bekämen keine Garantie, dass diese später schadstofffrei zurückgegeben werden. Sein Appell an die Bundesregierung: „Tut alles, was möglich ist für die Menschen hier in der Region.“

„Wir müssen das parteiübergreifend hinkriegen“, so Hauschild. Dafür bekam er noch einen extra Applaus.

wb

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