Verdens Podest vor dem Rathaus wird bequemer

Das Holz ist drauf

Tischlermeister Florian Münter bei der Montage der hölzernen Sitzgelegenheit auf dem Verdener Podest.
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Passt und hält warm: Tischlermeister Florian Münter bei der Montage der hölzernen Sitzgelegenheit.

Verdener Podest hat jetzt Holz zum Sitzen. Ende der Diskussion. Der kleine Edgar nahm schon mal Platz, Mama Heidi Jaquet setzte sich dazu. Sah doch gut aus!

Verden – Das war vergleichsweise schnell gemacht. Ein paar mal gebohrt, gedübelt, Anker gesetzt, fertig! Auf dem Verdener Podest kann seit gestern, wer möchte, warm und bequem auf Holz Platz nehmen und seinen Kaffee oder Saft genießen. Ende der Diskussion!? Der kleine Edgar nahm schon mal Platz, Mama Heidi Jaquet setzte sich daneben. Sah doch gut aus!

Das Brett auf dem Verdener Podest: 1,80 Meter lang, 52 Zentimeter tief, 2,8 Zentimeter dick

„Dicke Bretter bohren“, „Was lange währt, wird endlich gut“, der eine oder andere dürfte mit Genugtuung die Veränderungen auf dem Beton vor dem Rathaus zur Kenntnis nehmen. Tischlermeister Florian Münter brauchte knapp eine Stunde, um die Sitzgelegenheiten auf die jeweiligen Stirnseiten des Bauwerks aufzubringen. 1,80 Meter lang, 52 Zentimeter tief, 2,8 Zentimeter dick, so die Maße der beiden Bänke, von den der Gast einmal den Blick auf die Fassade des Rathauses sowie entgegengesetzt in Richtung Dom und Innenstadt genießen kann.

Bank aus Accoya-Holz: Den Werkstoff zeichnet ein hohes Maß an Festigkeit und Stabilität aus

Was dort künftig zum Verweilen einlädt, ist aus Accoya-Holz getischlert. Den Werkstoff zeichnet ein hohes Maß an Festigkeit und Stabilität aus – und das Holz zählt nicht zu den Tropenhölzern. So hatte es die Stadt in der Ausschreibung gefordert. Kosten für Kauf und Montage dürften sich im Rahmen von circa 2 000 Euro bewegen.

Bevor die Bretter drauf waren, musste in den Granit gebohrt werden. Hülsen versenken, Ankergewinde schrauben, das Brett inklusive Unterbau aus Edelstahlrahmen darauf: Dann – endlich – ruhte das Holz. „Bauweise und Montage sind so angelegt, dass die Stufen leicht gereinigt werden können“, erklärte Silke Schwarz vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün. Die Auflagen lassen sich zudem komplett und problemlos abbauen, falls auf dem Podest eine Veranstaltung Platz braucht.

Die Auflagen lassen sich problemlos abbauen, falls auf dem Podest eine Veranstaltung Platz braucht

Mit der Montage sollte ein Schlussstrich unter eine Diskussion gezogen werden, die sich seit dem Bau des Podestes im Jahr 2013 wie ein roter Faden durch die Kommunalpolitik gezogen hat. War der Abriss des „grauen Klotzes“ aus Kostengründen vor zwei Jahren endgültig zu den Akten gelegt worden, entzündete sich nachfolgend ein Streit darüber, wie dem Bauwerk alternativ dazu ein gefälligeres Äußeres verpasst werden könnte.

Rathausplatz in Verden: Auch ein Abriss des Podestes war im Gespräch

Die Idee mit den Sitzgelegenheiten aus Holz machte schnell die Runde, zumal nicht nur optisch ein Plus, sondern an kalten Tagen auch für den Allerwertesten der Besucher ein Gewinn, so die vorherrschende Meinung. In einer ersten Abstimmung fiel der Plan jedoch durch. Verwaltung und die Mehrheit der politischen Entscheidungsträger fürchteten eine erhöhte Unfallgefahr sowie unansehnliche Ansammlungen von Müll, darunter Zigarettenkippen, was sich nur schwer reinigen lasse.

Komfort weckt neue Begehrlichkeiten: Schließlich sind noch einige Stufen holzfrei. Geht da vielleicht noch mehr?

Doch bei der Ablehnung sollte es nicht bleiben, zumal sich vielfach Unmut über die Entscheidung breitmachte. Ein zweiter Anlauf, nachdrücklich von den Grünen befördert, führte zu der nun für alle tragbaren Lösung. Nichts Klobiges, eher fein geschliffen, Stein und angegrautes Holz passen zudem farblich zueinander.

Das Holz ist drauf und damit endlich alles gut!? Sollte so sein. Aber weitere Begehrlichkeiten stehen, wenn alle Bänke auf dem Stein besetzt sind, schon Schlange. Schließlich sind noch einige Stufen holzfrei. Geht da vielleicht noch mehr?

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