Böse Überraschung für Verdenerin Janika Eckhardt

Plötzlich löst der Airbag aus

„Zur Beweissicherung“ hat Janika Eckhardt ihr Auto mit den geplatzten Airbags abgemeldet. Hersteller und Versicherung lassen sie auf dem Schaden sitzen. - Foto: Bruns

Verden - „Bei voller Fahrt machte es plötzlich Wumm“, schildert Janika Eckhardt den Vorfall, der für jeden Autofahrer der blanke Horror sein dürfte. Während der Fahrt hatten völlig unerwartet in ihrem Citroen C1 der Fahrer- und Beifahrerairbag ausgelöst. Der Hersteller hält so etwas für ausgeschlossen und lehnt nicht nur die Regulierung des Schadens ab, sondern auch, dass ein unabhängiger Sachverständiger das Auto untersucht.

Es war am 30. März, kurz nach 19 Uhr. Die 30-Jährige und ihr Verlobter Frank Hübner wollten Einladungskarten für ihre Hochzeit verteilen. Die Verdener fuhren gerade durch Klein Hutbergen, als es plötzlich laut knallte. Die weißen Luftkissen schossen aus Lenkrad und Armaturenbrett heraus. „Es war eine Explosion, man kann es sich nicht vorstellen“, sagt die 30-Jährige. „Ich habe das Steuer verrissen und bin rechts über den Bordstein geknallt.“ Dort blieb das Auto irgendwo auf Fuß- und Radweg stehen. „Es roch verbrannt. Nur schnell raus, dachte ich. Frank hat in Panik den Gurt aus der Verankerung gerissen.“

Der Wagen wurde abgeschleppt und das Paar von Freunden zur Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht. „Wir beide haben ein Knalltrauma“, berichtet sie. Ihr Lebensgefährte habe zudem leichte Verbrennungen, Prellungen und Abschürfungen am Unterarm. Weitere Personen wurden nicht verletzt. aber der Karton mit den Einladungskarten zur Hochzeit ist zerrissen. Der 43-Jährige hatte ihn auf dem Schoß als der Airbag auslöste. „Zum Glück ist das in Hutbergen passiert und nicht auf der Autobahn“, sagt die 30-Jährige.

Sie meldete den Schaden ihrer Vollkaskoversicherung, eine Regulierung folgte aber nicht. Es sei kein Unfall gewesen, sondern ein technischer Defekt, wurde der Fahrzeughalterin die Ablehnung begründet. Der Händler, bei dem sie das Auto 2011 als Neuwagen gekauft hatte, verwies Janika Eckhardt an den Hersteller. Die Fachwerkstatt in Verden habe die Steuerung ausgelesen und einen Schaden an einer Achse festgestellt. Das soll zum Auslösen der Airbags geführt haben.

Doch Janika Eckhardt versichert: „Es hat keinen Aufprall oder dergleichen gegeben.“ Der Schaden könne nur entstanden sein, als sie über den Bordstein geknallt ist.

Im Kostenvoranschlag steht 2150 Euro beziffert, aber Citroën verweigert die Regulierung, weil ein „Eigenverschulden“ nicht ausgeschlossen werden könne. Auf Nachfrage teilt dei Firma mit, dass es noch keinen solchen Fall bei im Markenverbund gegeben habe. „Der Schaden am Unterboden des Fahrzeugs ist eindeutig als Ursache für das Auslösen des Airbags identifiziert worden“, antwortet Susanne Bayreuther von Citroën Deutschland.

Janika Eckhardt ist es wichtig, dass die Ursache untersucht wird. Sie hält es für unverantwortlich, dass der autobauer dem nicht nachgeht, denn dasselbe könne doch jederzeit irgendwo wieder passieren. Sie will nun gegen Citroën klagen, und hat das Auto zur Beweissicherung abgemeldet. „Mittlerweile kann ich wenigstens wieder hören. Dann auch das Ja-Wort“, sagt die Verdenerin. - wb

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