Lange Liste der Gewinner: VWE startet Bau der Umschlagsanlage am Clüversweg

Platz für 700-Meter-Züge

+
Das Gelände für die neue Umschlagsanlage grenzt direkt an das bisherige VWE-Gelände an der Moorstraße an. Die erhofften Lastwagenkolonnen mit Waren von den Güterwaggons können über das Verdener Industriegebiet abließen.

Verden - Die Umschlagsanlage auf dem ehemaligen Rathsmann-Gelände ist für die Verden-Walsroder Eisenbahn nach dem neuen Betriebssitz vor mehr als 15 Jahren das größte Vorhaben, das sie anpackt. Damals hatte der kommunale Betrieb vier Millionen D-Mark ausgegeben, diesmal soll das ganze drei Millionen Euro kosten. Dennoch ging Geschäftsführer Uwe Roggatz gestern den ersten Spatenstich zum Baubeginn mit großer Gelassenheit an. In einer langen Liste von günstigen Aspekten zählte er eine Landesförderung von 75 Prozent der Gesamtsumme auf.

Über Geld wurde denn auch bei dem kleinen Festakt auf dem Gelände am Clüversweg eher wenig gesprochen. Die Lage des ehemaligen Rathsmann-Grundstücks gleich neben dem VWE-Gelände biete Vorteile, die den Geschäftsführer seine Zurückhaltung ein Stück weit vergessen ließ: „Ein echter Glücksfall, denn das wäre auf dem Betriebsgelände nicht möglich gewesen.“

Auch Bürgermeister Lutz Brockmann sah den Standort als Ideal an. Stadtnähe, Anbindung und Verträglichkeit mit der Umgebung hatten ihn überzeugt: „Hier zeigt ein kommunales Unternehmen, wie es geht.“ Zugleich eröffnet die Installation der Anlage an dieser Stelle aber auch neue Möglichkeiten für die Stadt. Ein ehedem am Finkenberg vorgesehenes Güterverkehrszentrum (GVZ) ist jetzt nicht mehr nötig. Geschäftsführer Roggatz wies darauf hin, dass die dafür gesicherten Flächen wieder für anderes frei werden. Immerhin ist das Industriegebiet ansonsten voll belegt.

Die Aufgabe des GVZ, der Umschlag von Waren, die auf der Schiene angeliefert werden, und dann per Lkw auf der Straße zum Bestimmungsort gelangen, ist seit Langem ein Geschäftszweig der VWE. An der Moorstraße war der Platz mittlerweile ausgereizt. Bei heute üblichen Zuglängen von 700 Metern war da keine Chance mehr, zu rangieren und zügig die Ware umzuschlagen.

Das soll sich ändern. Fünf Gleisanlagen und ausreichend Platz sollen auf der Fläche von 11 000 Quadratmetern geschaffen werden. Roggatz hatte auf seiner Liste der Gewinner bei diesem Projekt aber auch die Nachbarschaft. Der lärmigere Teil der VWE-Aktivitäten, Umladen und Abtransport von Splitt und Holz, hatte bereits hier und da zu Beschwerden geführt. „Dieser Bereich rückt jetzt weiter von der Wohnbebauung weg und die Laster fahren übers Industriegebiet“, zählte der Geschäftsführer auf. Auch für die Nachbarschaft, Keks-Freitag und das Technische Hilfswerk (THW), eröffnet das Erweiterungsvorhaben eher attraktive Möglichkeiten. Eine Fahrzeughalle für die Katastrophenschützer und klare Abgrenzungen zur Lebensmittelfabrikation, deutete Roggatz an. „Ein glücklicher Tag“, war denn auch das Fazit seines Stellvertreters Hening Rohde. 

kle

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Schwerer Unfall auf der B75

Schwerer Unfall auf der B75

Projektwoche der Schule am Grafel

Projektwoche der Schule am Grafel

Illuminierte Nacht in Scheeßel

Illuminierte Nacht in Scheeßel

Abi-Party in Bassum

Abi-Party in Bassum

Meistgelesene Artikel

Lutz Spendig mit „KletterLetter“ in „Die Höhle der Löwen“

Lutz Spendig mit „KletterLetter“ in „Die Höhle der Löwen“

Thänhuser Markt verlief insgesamt friedlich

Thänhuser Markt verlief insgesamt friedlich

Thänhuser Markt: Drei Tage Ausnahmezustand

Thänhuser Markt: Drei Tage Ausnahmezustand

Die Rente mit 70... will keiner der Bewerber

Die Rente mit 70... will keiner der Bewerber

Kommentare