Rührende Nachrichten

Plattsnacker up'm Vormarsch - Petition von Yared Dibaba stößt auf reichlich Resonanz

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Plattdeutsch sprechen heute nicht mehr viele. 

Aus Verden, Diepholz, Achim, Syke, Bremen – ja sogar aus Hamm gab es Rückmeldungen. Über 100 Unterschriften kamen innerhalb von zwei Tagen bereits für die Platt-Petition des Moderators der Sport & Schau, Yared Dibaba, zusammen. Darunter: viele rührende Nachrichten.

Landkreis – „Wi ünnerstützt von Harten geern düsse Aktschion von Yared Dibaba“, schrieb beispielsweise das Ehepaar Lübkemann aus Bremen. Wie viele andere folgten sie Dibabas eindringlicher Bitte auf der 36. Sport & Schau am Wochenende in Verden, sich an der von ihm gestarteten Platt-Petition zu beteiligen.

Der „Entwicklungshelfer“ der plattdeutschen Sprache möchte eine besondere Initiative auf den Weg bringen: Sofern genügend Unterschriften zusammenkommen, wird er sich an die Ministerpräsidenten aller fünf norddeutschen Bundesländer wenden, um hoffentlich einen ganzen Plattdeutschen Monat einzuführen. Vier Wochen lang solle es dann Veranstaltungen vom Konzert bis zum Fußballturnier und Medienberichten geben. Sein erklärtes Ziel: „Ich habe die Hoffnung, damit die Sprache wieder in der Bevölkerung zu verankern. Das ist mir eine Herzensangelegenheit“, so Dibaba.

Platt-Petition von Dibaba: Große Unterstützung aus der Region

Das unterstützt auch Margarete Rademacher aus Eitze mit ihrer Unterschrift. Die 64-Jährige schrieb an die Redaktion: „Mit Freude habe ich von der Initiative gelesen und möchte das Projekt gern unterstützen. Ich selbst spiele plattdeutsches Theater und stelle fest, dass es immer schwieriger wird, Nachwuchs heranzuziehen. Ich selbst bin plattdeutsch aufgewachsen, wie man so sagt.“

Yared Dibaba, Moderator der größten Sportgala Norddeutschlands, macht während der Show Werbung für die plattdeutsche Sprache.

Auch die Tochter des niederdeutschen Schriftstellers Gerhard Bohde, Regina Berndt, meldete sich. Wie viele andere wünscht sie dem Moderator gutes Gelingen und freut sich über seine Initiative, das Kulturerbe Platt zu erhalten. Mehrere gingen sogar noch einen Schritt weiter und forderten, dass Platt als ein festes Fach an allen Schulen wieder eingeführt werden solle. Die Verdenerin Cornelia John schrieb beispielsweise: „In den südlichen Bundesländern ist es ganz selbstverständlich, dass ihr regionaler Dialekt von allen – auch Kindern und Jugendlichen – dort gesprochen wird. Warum hat er bei uns immer noch so ein negatives Image?“

Dei Duppelkoppclub von Eiterthünen: „Wi wütt us daran bedeeligen, dat use palltdütsche Spraak nich ünnergeiht.“

Platt-Petition läuft weiter: Machen Sie mit!

Weitere Rückmeldungen, die Dibaba bis jetzt erreichten, seien ebenfalls ausschließlich positiv gewesen. „Nach der Sportgala kam beispielsweise direkt jemand auf mich zu und betonte, wie wichtig es ist, wieder mehr Plattdeutsch in den Alltag der Leute zu integrieren“, so Dibaba. „Es ist toll, wie viele sich bereits gemeldet haben, ob nun über Social Media oder auf anderen Wegen. Wichtig ist, jetzt vor allem aber am Ball zu bleiben und noch mehr Unterschriften zu sammeln, damit wir die Sprache wirklich retten können“, betont er abschließend.

Weitere Unterschriften, um die Platt-Petition zu unterstützen, können Interessierte unter platt@kreiszeitung.de einreichen. Benötigt werden der vollständige Name und eine E-Mail-Adresse.

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