„Schooltheaterdagg“ erstmals in Verden / 29 Gruppen gehen im GaW an den Start

Plattdeutsches cool auf die Bühne gebracht

Drittklässler aus Mulsum/Kutenholz (Kreis Stade) spielten „De Wulf un de söben Zeegen“.

Verden - Schauen, was andere so machen, einmal auf einer großen Bühne stehen, Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten und natürlich ein spannender Theatertag: Bereits zum neunten Mal haben Landschaftsverband Stade und die Fachberater und Obleute für Niederdeutsch an den Schulen den Niederdeutschen Schultheatertag organisiert und ihn erstmals nach Verden geholt. Der „Schooltheaterdagg“, der mithilfe der Kreissparkasse am Gymnasium am Wall durchgeführt wurde, soll das Plattdeutsche mehr an die Schulen bringen. Dass Platt cool ist, bekräftigte dort der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, Uwe Spannhake, indem er seine Grußworte in Niederdeutsch an die Anwesenden richtete.

„Kinners, mokt open. Ick bin dat, euer Mudder“, wisperte der böse Wolf mit verstellter Stimme und forderte Einlass. Kurzspiele und Sketche – wie das kleine Theaterstück „De Wulf un de söben Zeegen“ von Grundschülern der Theater-AG der dritten Klassen aus Mulsum/Kutenholz aufgeführt – hatten am Vormittag zunächst alle Spielgruppen vor Publikum präsentiert. Fünf Gruppen durften ihre Stücke dann nochmals auf der Abschlussveranstaltung mit Bürgermeister Lutz Brockmann und der stellvertretenden Landrätin Jutta Sodys zeigen.

Insgesamt nahmen 29 Gruppen aus 21 Schulen mit über 200 Schülern, von der dritten Klasse bis zur gymnasialen Mittelstufe, aus dem gesamten Altbezirk Stade teil, darunter auch Grundschüler aus Oyten, Uphusen und Fischerhude. „Die Teilnehmer können hier neben ihren plattdeutschen Sprachkenntnissen auch ihr schauspielerisches Talent beweisen“, so Dr. Hans-Eckhard Dannberg, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Stade, über die Aktion, die von der Initiative „Platt ist cool“ und der Landesschulbehörde unterstützt wurde.

Mit der Veranstaltung sollten neben den Schülern die Lehrkräfte und die erarbeiteten Theateraufführungen gewürdigt werden. „Für die Schüler ist es wichtig, ihre Stücke auf Niederdeutsch im angemessenen Rahmen anderen zu zeigen“, hieß es weiter. Dannenberg unterstrich, dass der Schultheatertag kein Wettbewerb im klassischen Sinn sei. „Auch wenn aus Zeitgründen nur fünf Gruppen ihr Theaterstück vor großem Publikum zeigen können, den einen und einzigen Sieger gibt es in diesem Wettbewerb nicht. Es geht schließlich nicht darum, wer das beste Stück auf die Bühne bringt“, sagte Dannenberg, der die Veranstaltung eher als Treffen denn als Wettstreit sieht. „Die Schüler motivieren sich hier gegenseitig, sie tauschen sich miteinander aus und erleben dabei, wie sich die Teilnehmer aus anderen Schulen im Plattdeutschen entwickelt haben. Vielleicht bleiben sie dadurch auch sprachlich länger am Ball“, ergänzte eine begleitende Lehrerin.

Auch in Zukunft soll der Schultheatertag alle zwei Jahre und im Wechsel mit dem plattdeutschen Lesewettbewerb stattfinden, um diese Sprache wieder vermehrt an den Schulen zu etablieren.  J nie

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