Planer stellen ihre Ideen zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes vor

„Wehendes Dach“ und Parkpalette im Gespräch

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Ein „wehendes Dach“ für das Herzstück des Projektes, den ZOB. Sechs Bushaltestellen finden an dieser Glas-Stahl-Konstruktion Platz. Vier weitere sehen die Planer parallel zum Gleis eins vor.

Verden - Das war Input pur für den Ausschuss für Straßen und Stadtgrün. Zwei Stunden lang hörten sich die Mitglieder am Mittwoch an, wie sich die Architekten Dr. Klaus Bockermann, Nils Kortemeier und Dirk Stanczus ein umgestaltetes Bahnhofsumfeld vorstellen. Barrierefrei soll es sein, Stellflächen für Autos und Fahrräder bieten und von den Linienbussen gut zu befahren sein.

Bereits vor fünf Jahren waren die Planer mit ihrem Entwurf als Sieger aus einem städtischen Wettbewerb hervorgegangen. Dann war das Projekt aufgrund personeller Engpässe im Rathaus ins Stocken geraten. Nun aber wird das Vorhaben mit Volldampf vorangetrieben.

Schon am 14. Oktober tagt der Ausschuss wieder, um die Ideen zur Umgestaltung zu diskutieren und erste Entscheidungen zu treffen. Die sind nötig, damit die Stadt im kommenden Jahr ihren Förderantrag stellen kann. Bis zu 75 Prozent der anrechenbaren Kosten stellte Bürgermeister Lutz Brockmann in Aussicht. Ein dicker Brocken, der Verden gut zupass käme. Denn die Gesamtkosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf 3,4 bis 4,9 Millionen Euro – je nach Variante.

Wie teuer es am Ende wird, richtet sich in erster Linie nach der Gestaltung der Park & Ride-Anlage links vom Busbahnhof. Bleibt es hier bei einer einfachen Parkfläche, böte diese Platz für 87 Autos und zusätzlich für 110 Fahrräder, untergebracht in einer Sammelschließanlage oder angeschlossen an Anlehnbügeln. 244000 Euro, so schätzte Dirk Stanczus, würde das kosten, 2800 Euro pro Parkplatz.

Bei einem Ortstermin war aber auch eine Parkpalette ins Gespräch gebracht worden. Dort könnte auch eine öffentliche Toilette integriert werden. Beide von Stanczus vorgestellten Varianten, wahlweise mit 136 oder 112 Stellplätzen, schlagen mit geschätzten 1,6 Millionen Euro zu Buche. Trotz dieser Summen – eine Parkpalette am Bahnhof sei „auf jeden Fall bedenkenswert“, so der Ausschussvorsitzende Thomas Gern.

Herzstück des Projektes freilich ist der Zentrale Omnisbusbahnhof (ZOB). Folgt die Politik dem Vorschlag Dirk Stanczus‘, wird er künftig ein Hingucker sein. 6,10 Meter hoch, 12 Meter breit und 64 Meter lang ist das gigantische Glasdach, „das wehende Dach“, das nach den Vorstellungen des Architekten künftig sechs Haltestellen überspannt. Vier weitere könnten parallel zum Gleis 1 entstehen.

Ruhen soll das Glas auf einer dreiteiligen, farbigen Stahlkonstruktion. Von der Seite betrachtet, erinnern die Wellen und Zacken an die Aufzeichnungen eines EKGs. Der Planer hatte bei der Gestaltung andere Assoziationen. Er habe an die Dynamik und Eleganz galoppierender Pferde gedacht, erklärte Dirk Stanczus, der die Kosten für das Dach auf 990000 Euro schätzt.

Flächen für Kurzzeitparker, Gehbehinderte und Taxen sowie weitere Fahrradbügel rechts vom Bahnhof für 235000 Euro, ein Vorplatz mit großzügiger Rampe für den barrierefreien Weg in den Bahnhof, dazu Sitzmauern und Wasserspiel für 305000 Euro, die Sanierung der Bahnhofstraße für 650000 Euro (Aufnahme und Neuverlegung des vorhandenen Natursteinpflasters) oder 540000 Euro (Asphalt) waren weitere Maßnahmen auf der umfangreichen Liste.

Die gilt es nun abzuarbeiten. Zunächst in der Theorie. Und im Großen wie im Kleinen. Parkplatz oder -palette? Welches Pflaster? Welcher Straßenbelag? Welche Bänke, Mülleimer und Lampen sollen es sein? Eine Aufgabe, um die der Ausschuss nicht zu beneiden ist.

kp

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