Ausschuss begrüßt neue Pläne für Verdener Kunstlabor und -preis

Ein Pilot-Projekt für kulturelle Bildung

„Wie kann man die Verdener Kunstbörse attraktiver gestalten, qualitativ heben und somit eine größere Reichweite in der Region generieren?“ – so lautete eine der vielen Fragen, die sich Susanne Reinhardt, Abteilungsleiterin der Kulturförderung der Stadt Verden, bei der Erstellung des Konzepts für die Entwicklung der kulturellen Bildung im Raum Verden stellte. Dieses präsentierte sie auf der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses im Rathaus und erhielt dafür großen Zuspruch von allen Ausschussmitgliedern.

Verden - Der verheerende Brand im Neuen Rathaus im Jahr 2017 – kurz vor der Eröffnung der damals geplanten Ausstellung – sowie die darauffolgenden Sanierungsmaßnahmen führten zu einer langen Ausstellungspause im Rathaus. Deswegen konnte auch der Verdener Kunstpreis vorerst nicht ausgelobt werden. Das soll sich bis 2021 ändern: Vorgesehen ist, dass die Kunstbörse in Verden grundlegend neu strukturiert wird. „Das Konzept soll den Raum für alle Künstler in der Stadt Verden öffnen und somit zu einem Leuchtturm in der Region werden“, so Reinhardt.

Projektwochen in Kitas und Grundschulen

Der erste Teil dessen sieht ein Verdener Kunstlabor als Pilot-Projekt an den Kindertagesstätten (Kitas) und Grundschulen vor, für das den Ratsmitgliedern bereits ein Beschlussentwurf vorlag. Dieser beinhaltet, dass die Stadt bis zu 16  000 Euro für das Kunstlabor zur Verfügung stellt, sofern sich keine Sponsoren für das Projekt finden sollten. Fünf Grundschulen und 15 Kitas könnten dann eine Projektwoche zum Thema frühkindliche- und künstlerische Bildung realisieren.

Im Anschluss an dieses Kunstlabor würden an einem Wochenende alle offenen Ateliers und Kunsträume für das Publikum geöffnet und Ausstellungen in Kitas und Schulen organisiert, mit Werken aus dem Kunstlabor. Der Entwurf sieht auch ein inklusives Projekt mit Menschen mit Beeinträchtigung, die von den Lebenshilfen oder Rotenburger Werken betreut werden, vor.

Heinz Möller (SPD) und Jürgen Weidemann (FDP) begrüßen das Projekt im Namen ihrer Parteien: „Es ist sehr gut, dass wir mit diesem Konzept neue Wege beschreiten und Kitas und Schulen ebenfalls mit einbeziehen“, so Möller. „Das Thema Kultur wird schon viel zu lang zu stiefmütterlich von der Stadt behandelt“, drückt Weidemann seinen Zuspruch, aber auch seine Kritik aus. Trotzdem konnte der Entwurf einstimmig im Ausschuss beschlossen werden.

Unabhängig von diesem Beschluss gebe es erste Überlegungen, den für die Kunstbörse ausgeschriebenen Preis von 1 000 Euro zukünftig auf 5  000 Euro zu erhöhen, sagte Reinhardt. Diese und ähnliche Änderungen müssten aber noch mit dem Kulturausschuss besprochen und in einer neuer Vorlage endgültig beschlossen werden, abhängig davon, wie gut das Pilot-Projekt in den Grundschulen und Kitas ankommt. „Sollte das klappen, dann könnte der nächste Kunstpreis vielleicht im Jahr 2021 ausgelobt werden“, fügt Sabine Mandel, Fachbereichsleiterin der Abteilung Bildung und Kultur, hinzu.

Großen Zuspruch erhielt auch der Beschlussentwurf für die Planungen für das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der Stadt Havelberg. Dieser sieht für die Organisation und Durchführung unterschiedlicher Aktionen – anlässlich des Jubiläums – eine einmalige Erhöhung des Budgets der „Paten- und Partnerschaften“ über 5 000 Euro für das Jahr 2020 vor. „Also 5 000 Euro, für das, was sie daraus machen, ist wirklich überaus bescheiden“, lobt Karin Hanschmann (SPD) das Engagement der Beteiligten. Die anderen Ratsmitglieder stimmten Hanschmann zu und beschlossen die Vorlage einstimmig.

Ebenfalls einstimmig konnte der Beschlussentwurf für die Ersatzbeschaffung von Sitzmöbeln, Tischen, Präsentationsgegenständen und Vorhängen für die Stadtbibliothek beschlossen werden. Dafür werden 18 000 Euro für den Haushalt 2020 angemeldet.

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