Betrieb fast ausgelastet

Bilanz des Corona-Testzentrums: Fast 100 Personen täglich

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Eindringlicher Appell: Abstand halten!

Die Corona-Lage im Landkreis Verden bleibt angespannt. Das Gesundheitsamt bestätigte am Donnerstag zwei weitere Fälle. Erstmals ist eine Person aus dem südlichen Landkreis betroffen. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten auf kreisweit 22. Gleichzeitig legt das Testzentrum auf dem Gelände der Kreisverwaltung eine erste Bilanz vor. Eine zunächst angedachte Sonntagsöffnung der Geschäfte im Kreis wurde inzwischen verworfen.

Verden – Bei den beiden neubestätigten Fällen handelt es sich um Männer mittleren Alters, einer aus dem Süd-, der zweite aus dem Nordkreis. Erneut führt die Infektionskette in die Skigebiete. Einer der beiden sei aus dem Urlaub zurückgekehrt und habe ein Einsetzen der erkältungsähnlichen Symptome geklagt, der andere sei Kontaktperson einesbestätigten Falles, heißt es in der Mitteilung des Gesundheitsamtes. Damit gehören 21 der insgesamt kreisweit 22 bestätigten Fälle dem direkten oder erweiterten Kreis der Urlaubsrückkehrer an.

Den beiden neu infizierten Menschen wird ein leichter Krankheitsverlauf attestiert. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. Am Vortag hatte sich ein erster Patient aus dem Landkreis Verden stationär aufnehmen lassen. „Ihm geht es den Umständen entsprechend gut“, heißt es aus dem Kreishaus. Im Heidekreis stieg die Zahl der Infizierten mit Stand vom gestrigen späten Nachmittag um weitere zwei auf insgesamt vier, darunter ein Kind.

Corona-Testzentrum: Betrieb soll aufgrund hoher Auslastung ausgeweitet werden

Das Testzentrum des Landkreises Verden auf dem Gelände der Kreisverwaltung Verden legte eine erste Bilanz vor. „Wir verzeichnen zwischen 80 und 90 Probanden pro Tag“, sagt Michael Schmitz von der federführenden Kassenärztlichen Vereinigung Verden. Bisher laufe der Betrieb lediglich in den Nachmittagsstunden, inzwischen werde wegen der hohen Auslastung über eine Ausweitung nachgedacht.

Auch gestern verlief der Zuspruch lebhaft. In einigen wenigen Fällen seien bereits Personen ohne den Umweg über den Hausarzt vor dem Stahlgittertor vorstellig geworden, sagt eine Mitarbeiterin. Man habe diese „Besucher“ ausnahmslos nach Hause geschickt. „Erst zum Hausarzt. Der regelt alles.“ Dieses Prinzip werde nicht ausgehebelt.

Knapp fünf Prozent der getesteten Personen haben Corona

Wessen Mediziner einen Termin vereinbart hat, für den läuft ein standardisiertes Verfahren ab. Einzeln werden die Menschen durchs Tor und zur Abgabe einer Probe und dann umgehend wieder herausgeführt. Noch überwiegend eine reine Vorsichtsmaßnahme. Lediglich knapp fünf Prozent der getesteten Personen mussten anschließend mit dem Ergebnis einer Bestätigung leben.

Im Corona-Testzentrum des Landkreises Verden öffnet sich einmal mehr die Stahlgittertür. 80 bis 90 Personen werden im Schnitt pro Tag hereingebeten, heißt es aus der Kassenärztlichen Vereinigung. 

Allerdings verlängerte sich die Zeit der nervenzehrenden Ungewissheit. Zu Beginn lag nach rund zehn Stunden das Ergebnis aus den Speziallaboren vor, inzwischen müsse angesichts der hohen Auslastung mit 24 Stunden gerechnet werden, so KVN-ler Schmitz. Gleichwohl laufe der Betrieb im Testzentrum reibungslos, die Dienstpläne seien „gut bestückt“. Schmitz: „Das klappt.“

Bestände an Schutzkleidung gehen zur Neige

Einziges Manko: Allmählich beginnen die Bestände an Schutzkleidung zur Neige zu gehen. „Wir brauchen sie nicht nur im Testzentrum, sondern auch bei der Versorgung der in Quarantäne befindlichen Personen.“ Eine nächste Lieferung sei beim Beschaffungsamt des Bundesinnenministers geordert, man erwarte sie dieser Tage.

Währenddessen ist eine zwischenzeitlich angedachte Sonntagsöffnung der Geschäfte vom Tisch. Aufgrund der sehr guten Versorgungslage im Kreis Verden bestehe kein Bedarf für eine zusätzliche Öffnung, teilt Verdens Stadtoberhaupt Lutz Brockmann im Namen aller Bürgermeister des Kreises und Landrats Peter Bohlmann mit. Er verweist auf einen gemeinsam gefassten Beschluss. Die Bürgermeisterin und sieben Bürgermeister stünden im engen digitalen Austausch untereinander und mit Landrat Peter Bohlmann.

Eindringliche Aufforderung: Abstand halten

Einen herzlicher Dank richte er im Namen sämtlicher kommunalen Spitzen an alle Arbeitskräfte und alle Verantwortlichen im Lebensmittelhandwerk und -handel sowie an alle Betriebe, die zur Versorgung mit den notwendigen Dingen des täglichen Bedarfs beigetragen habe.

An alle Kunden gehe die eindringliche Bitte und deutliche Aufforderung, beim Einkauf den notwendigen Abstand von anderthalb bis zwei Metern zu beachten. Dies sei unbedingt an der Theke und vor der Kasse zu berücksichtigen. „Wenn die Geschäfte zu voll sind, warten Sie einfach draußen an der frischen Luft. Es ist genug für alle da. Lassen Sie uns alle vernünftig und besonnen handeln zum gegenseitigen Schutz vor dem Coronavirus“, so Brockmann.

Dem Corona-Schutz dient auch eine weitere Maßnahme des Landkreises. Als letzte wurde jetzt die Mülldeponie in Beppen geschlossen. An den vergangenen Tagen waren unzählige Ladungen vor allem von Gartenabfällen angeliefert worden.

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