Entbindung unter Pandemie-Bedingungen / Per Video in den Kreißsaal der AWK Verden

Nach der Geburt lieber nach Hause

Ein Kameramann nimmt die Ärztin und die Hebamme vor der Tür zum Kreißsaal auf.
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Vor laufender Kamera stellen Dr. Astrid Brunnbauer und Andrea Müller (r.) die Geburtshilfe der Aller-Weser-Klinik in Verden vor.

Verden – Nicht mal auf die Welt kommen kann man mehr, ohne dass die Corona-Pandemie darauf Einfluss nimmt. Nirgendwo wird so penibel auf den Schutz vor Ansteckungen geachtet, wie in der Medizin. Die Gefahr hält die werdenden Mütter kurz vor der Entbindung dann auch nicht vom Krankenhaus fern, aber wenn die Geburt gut verlaufen ist, tendieren viele junge Familien dazu, in die schützenden eigenen vier Wände zurückzukehren.

Wichtiger als die Sicherheit vor der Ansteckung scheint dabei die Gemeinschaft mit dem neuen Familienmitglied zu sein.

Corona hat viele Abläufe geändert

„Die werdenden Mütter kommen zur Geburt. Danach wechseln sie aber meist gar nicht vom Kreißsaal auf die Station. Viele wählen die Frühentlassung nach vier Stunden“, berichtete Dr. Astrid Brunnbauer. Das sei vor ein paar Jahren noch anders gewesen. Da sei die Tendenz eher gewachsen, noch ein paar Tage die Rundumversorgung auf der Station zu genießen. Für die Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Aller-Weser-Klinik und die Hebammen hat das Virus aber auch sonst so einiges an Veränderungen mit sich gebracht.

Dabei spielt die Ansteckungsgefahr, die Besucher in die Klinik mitbringen, eine große Rolle. „Bis zum 10. März durften nicht einmal die Väter auf die Station“, gibt Brunnbauer ein Beispiel. Das habe unter anderem dazu geführt, dass die werdenden Eltern sich andere Kliniken, etwa in Bremen für die Entbindung gesucht haben. Mit dem neuen Sicherheitskonzept könnten die Väter wieder kommen, müssen sich aber täglich einem Schnelltest unterziehen. „Das schränkt die Spontanität natürlich ein“, ist Brunnbauer nicht glücklich mit diesen Notwendigkeiten.

650 Geburten im Jahr

Die Verdener Geburtshilfe musste viele Gewohnheiten der im Durchschnitt 650 Gebärenden, die im Jahr zur Geburt in die Klinik kommen, und die Verfahrensweisen auf der Station auf den Prüfstand stellen, um sie und die Mitarbeiterinnen zu schützen. Das fängt mit den Einschränkungen der Besuche an und hört mit der Maskenpflicht im Kreißsaal nicht auf. „Zumindest unter der Geburt muss die Gebärende keine Maske tragen“, sagt Brunnbauer.

Auch die Information der werdenden Eltern vor der Geburt hat die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe umgestellt. „Die Geburt eines Kindes ist für jede Frau ein besonderes Ereignis. Umso bedauerlicher ist es, dass wir aufgrund der aktuellen Situation gerade keine Führungen durch den Kreißsaal und über die Station anbieten können. Auch die Info-Abende für werdende Eltern finden nicht statt“, erklärt die Chefärztin.

Digitale Kreißsaalführung

Jetzt können sich die werdenden Eltern zumindest bei einer digitalen Kreißsaalführung einen Eindruck von den Räumen und den Personen verschaffen, die sie betreuen werden. Zu finden ist das knapp neun Minuten lange Video auf der Internetseite https://www.aller-weser-klinik.de/frauenheilkunde-und-geburtshilfe/. „Die Schwangeren fühlen sich sicherer, wenn sie in unser Haus kommen und vorher schon einmal sehen konnten, wie es hier aussieht und wie die Abläufe sind. Diese Sicherheit ist entscheidend für das Geburtserlebnis von Mutter und Kind“, erläutert Andrea Müller, stellvertretende Leitung der Hebammen. Dementsprechend hat sie von den Müttern auch schon einige positive Rückmeldungen bekommen.

Auch Andrea Müller ist nicht glücklich über die strengen Regeln, mit denen das Coronavirus möglichst ferngehalten werden soll. Allerdings konnten sie und ihre Kolleginnen auch einen Vorteil beobachten, dass Besuche der Verwandtschaft ober von Bekannten an den ersten drei Tagen nach der Geburt nicht stattfinden sollen. Frauen, die doch auf die Wöchnerinnenstation gegangen sind, hätten weniger Probleme mit dem Stillen, beichtet sie. „Da wirkt sich die Ruhe positiv aus.“  kle

Anmeldung zur Geburt

in der Aller-Weser-Klinik unter Telefonnummer 04231/1037511 oder per E-Mail an kreisssaal.verden@aller-weser-klinik.de möglich.

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