Per Knopfdruck Ampel auf Grün

Der Bus vor der roten Ampel, das soll es immer seltener geben. Per Signal kann der Fahrer auf Grün schalten und damit für mehr Verkehrsfluss und zuverlässige Ankunftszeiten auf seiner Linie sorgen.  
Foto: wienken
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Der Bus vor der roten Ampel, das soll es immer seltener geben. Per Signal kann der Fahrer auf Grün schalten und damit für mehr Verkehrsfluss und zuverlässige Ankunftszeiten auf seiner Linie sorgen. Foto: wienken

Mit dem Bus der Verdener Walsroder Eisenbahn (VWE) durch Verden kann bei den vielen Ampeln zum Geduldsspiel werden. Aber es soll besser werden. Um den Fahrplan einzuhalten, sollen die Busse per Signal die Ampeln steuern und auf Grün stellen können.

Verden – Es sitzt sich wie auf heißen Kohlen. Der Bus fährt durch Verden, eine Ampel nach der anderen steht auf Rot, es geht nicht voran und am Bahnhof steht die Nordwestbahn – und die wartet nicht. Knapp eine Minute zu spät, nur die Rücklichter der abfahrenden Bahn sind noch in der Ferne zu erkennen. Passieren kann das immer wieder, doch die Wahrscheinlichkeit soll deutlich geringer werden. Sorgen soll dafür eine Vorrangschaltung für den Bus.

Was in anderen Städten schon die Regel ist, sollte auch in Verden möglich sein. Dafür warb Henning Rohde, Geschäftsführer der VWE, im städtischen Ausschuss für Straßen und Stadtgrün. Das System ist denkbar einfach. „Der Bus fährt durch Verden, nähert sich einer roten Ampel, die der Fahrer über einen Rechner ansteuert“, so Rohde. 20, 30 Meter, so die Zone, in der das Signal Einfluss nehmen kann. „Der Bus schiebt dabei den Verkehr praktisch in einer Welle vor sich her“, erklärt Rohde.

Die Omnibusse der AllerBus-Unternehmen sind bereits technisch in der Lage, Ampeln GPS-unterstützt anzusteuern und sie auf Grün zu schalten. Der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) haben den Einbau der Technik finanziell unterstützt. Allerdings fehlen für die Bordrechner in den Bussen die notwendigen Module an den Verdener Ampeln.

Ausgerüstet werden sollen mit der Technik insgesamt 16 Ampeln, die auf der Linie 711 Verden(ZOB)-Dauelsen-Verden und 712 Verden(ZOB)-Roggenkamp-Trift-Verden(ZOB) stehen. Untersuchungen eines Ingenieurbüros haben ergeben, dass auf der Linie 711 Richtung Verden 85 Sekunden und Richtung Dauelsen 138 Sekunden eingespart werden. Auf der Linie 712 (Ringverkehr) sind es 126 Sekunden.

589 000 Euro kostet die Umrüstung, von denen 500 000 Euro förderfähig sind. 75 Prozent, umgerechnet 375 000 Euro, will die ZVBN tragen, 214 000 Euro müsste die Stadt Verden aufbringen. Das Geld dafür ist in den kommenden Jahren im Haushalt angemeldet.

Der Einsatz der Technik, daran ließ Rohde keinen Zweifel, werte den ÖPNV-Verkehr deutlich auf. „Beschleunigungsmaßnahmen tragen zur Sicherung der Fahrplantreue bei, wirken sich positiv auf die Planung aus und steigern dadurch effektiv und nachhaltig die Attraktivität“, betonte der VWE-Geschäftsführer. Zudem profitierten von der Neuanschaffung nicht nur der örtliche Anbieter, sondern auch andere Linien und ÖPNV-Busunternehmen.

Die Stadtverwaltung sieht die Umrüstung der Busse ebenfalls als ein großes Plus im öffentlichen Nahverkehr. Mit der Verkürzung der Fahrzeiten und der zuverlässigen Anbindung auch an den Bahnverkehr dürften deutlich mehr Menschen den Bus nutzen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Der Ausschuss für Straßen und Stadtgrün gab für die Umsetzung der Ampelschaltung grünes Licht.

Von Markus Wienken

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